Eishockey 3. Liga

EHC-Urdorf-Trainer: «Ab jetzt gibt es nur noch Finalspiele»

Vier der sechs anstehenden Partien finden in Urdorf statt. Kann das Team den Heimvorteil nutzen? Wenn ja, winkt der Aufstieg in die Zweite Liga.

Vier der sechs anstehenden Partien finden in Urdorf statt. Kann das Team den Heimvorteil nutzen? Wenn ja, winkt der Aufstieg in die Zweite Liga.

Die Urdorfer 3.-Liga-Eishockeyaner blicken auf eine durchzogene erste Meisterschaftsphase zurück.

Bilanz: 10 Spiele/15 Punkte/33:33 Tore/Rang 7 von 9 Mannschaften.

Ausgangslage: Mit einem 5:4-Heimsieg gegen Illnau-Effretikon II haben sich die «Stiere» vorgestern Samstag in die zweiwöchige Meisterschaftspause verabschiedet. Vor den restlichen sechs Partien (siehe Kontext auf dieser Seite) liegen sie in der extrem ausgeglichenen Gruppe lediglich zwei Zähler hinter dem vierten Rang, der noch zur Playoff-Qualifikation berechtigt.

Allerdings ist die 3.-Liga-Tabelle nur bedingt aussagekräftig, da beispielsweise der vor Urdorf liegende EHC Seewen II zwei Partien mehr bestritten hat als das Limmattaler Team.

Stimmungslage des Trainers: «Alles in allem bin ich zufrieden mit dem bisherigen Verlauf der Saison», sagt EHCU-Trainer Patrick Stach. Der 32-jährige ehemalige Aktive hat im Zuge der Reorganisation des gesamten Vereins im vergangenen Sommer das Team von Vorgänger André Wismer übernommen. Natürlich gebe es immer noch Sachen, die noch nicht so laufen wie gewünscht. «Aber grundsätzlich sind wir auf einem guten Weg.»

Der Rumpelstart: Dass die Urdorfer nach einem 1:0-Minisieg gegen die GCK Lions zu Saisonbeginn von den folgenden fünf Partien deren vier verloren haben, ärgert Stach immer noch. Man habe sich ganz offensichtlich ein wenig überschätzt. «Wir hatten eine resultatmässig gute Vorbereitung und sind wohl eine Spur zu euphorisch in die Meisterschaft gestiegen», blickt der Trainer selbstkritisch zurück.

Der Ärger: Die 2:3-Pleite nach Verlängerung gegen die Stadtzürcher Akademiker in der 4. Runde. Die Urdorfer lagen auf dem Heuried vor 15 Zuschauern bis 59 Sekunden vor Ablauf der regulären Spielzeit in Führung und kassierten in Überzahl (!) den Ausgleich zum 2:2. In Unterzahl – Andreas Bucher sass auf der Strafbank – mussten die «Stiere» schliesslich den finalen Gegentreffer hinnehmen.

Das Positivum: Gegen den klaren Tabellenleader Engelberg-Titlis blieben die Urdorfer «Stiere» zwar zweimal punktlos. «Aber in diesen beiden Partien hat die Mannschaft solidarisch gekämpft und trotz des unglücklichen Spielverlaufs bis in die letzte Minute an sich geglaubt», sagt Stach rückblickend.

Die Partien gegen die Zentralschweizer liefen ähnlich ab. Bei der 2:3-Heimniederlage vergeigten die Limmattaler eine 2:0-Führung nach Spielhälfte, und auch beim 4:5 auswärts lagen die «Stiere» nach 30 Minuten in Führung.

Die Freude: «Meine Mannschaft ist ein Team», bringt es Stach auf den Punkt. Rund um Captain Andreas Kubli habe sich eine charakterstarke Truppe gebildet. Oder wie es Vereinspräsident Daniel Bucher ausdrückt: «Das sind Welten im Vergleich zum vergangenen Jahr.» Die Spieler des Fanionteams seien wieder in den gesamten Verein integriert. Und helfen immer wieder als Trainerassistenten in den Nachwuchsteams aus.

Das Fragezeichen: Wie gehen die Urdorfer Akteure mit dem stets stärkerwerdenden Druck um? «Für uns ist ab sofort jede Partie ein Finalspiel um den Einzug in die Playoffs», drückt es Trainer Stach aus. Um möglichst ausgeruht und fokussiert nach dem Jahreswechsel in die entscheidenden Wochen zu steigen, fährt man den Trainingsumfang um einiges zurück.

Nur am 27. Dezember und am 2. Januar geht es für die Mannschaft aufs Eis, sonst ist Ruhe angesagt. «Das tut uns allen gut, einmal ein paar Tage nicht ans Eishockey zu denken», drückt es Stach aus.

Das sagt der Präsident: Der ehemalige Fussballer Daniel Bucher orchestriert seit der Sommer-GV den EHC Urdorf als Vorstandsvorsitzender. Vor dem Saisonstart angesprochen auf das sportliche Ziel der 1. Mannschaft gab er zu Protokoll: «Die Jungs sollen selber entscheiden, was sie erreichen wollen.» Das Resultat einer internen Befragung sei aber sehr klar ausgefallen. «Das Team will zurück in die 2. Liga.»

Ob dies schon in der laufenden Saison klappen wird, bleibt abzuwarten. So oder so wolle man auch in Zukunft mit der aktuellen sportlichen Führung arbeiten. Bucher: «Wir haben volles Vertrauen in Trainer Patrick Stach und Sportchef Urs Landis. Da wächst eine wunderbare Truppe heran.» Die ersten Gespräche betreffend eine vorzeitige Vertragsverlängerung seien zudem positiv verlaufen.

Die Prognose: Können die Urdorfer den Heimvorteil in den nächsten Partien ausnützen – vier der sechs Spiele finden auf der Weihermatt statt –, schliessen sie die Qualifikation unter den ersten vier Teams ab. Und spielen damit im Februar um die Rückkehr in die 2. Liga.

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