Eishockey 2. Liga
EHC Urdorf gewinnt das Penaltyschiessen gegen Küssnacht

Der 2.-Liga-Aufsteiger schlägt sich weiter prächtig und gewinnt gegen Küssnacht im Penaltyschiessen. In der Vorbereitung hatte man gegen den gleichen Gegner noch verloren.

Rainer Sommerhalder
Merken
Drucken
Teilen
Serge Haas schiesst im Powerplay den Urdorfer Führungstreffer zum 4:3.

Serge Haas schiesst im Powerplay den Urdorfer Führungstreffer zum 4:3.

rs

Aufsteiger Urdorf überrascht in der 2. Liga weiter. Gegen Küsnacht feierte man den zweiten Sieg im vierten Spiel. Allerdings wären diese Punkte auch einfacher zu holen gewesen, als nach aufreibenden 65 Minuten im Penaltyschiessen.

Die Frage an Trainer Daniel Hüni musste einfach kommen: Sind es zwei gewonnene Zähler oder doch eher ein verlorener? Es passte zur Darbietung seiner Mannschaft, dass auch Hüni differenzierte: «Von der Punkterechnung her, so wie wir uns die Saison vorgestellt hatten, sind es klar gewonnene Punkte. Wenn man das Spiel betrachtet, dann ist es vielleicht auch ein verlorener.»

Eine Achterbahnfahrt

Der EHC Urdorf zeigte in dieser höchst unterhaltsamen Partie gegen die Goldküsten-Truppe das volle Programm und bescherte den mitgereisten Supportern eine wahre Achterbahnfahrt. Schnell war zu erkennen, dass der Aufsteiger spielerisch über mehr Möglichkeiten, die noch punktelosen Küsnachter aber mit ihrem schnörkellosen Konterspiel über eine höchst effiziente Waffe verfügten. Die ersten 30 Spielminuten verpackten die Urdorfer in Geschenkpapier. Ob die Anfahrt im dichten Schneetreiben die Spieler zu weihnachtlichen Gefühlsausbrüchen verleiten liess? Nachdem man dem Spielgeschehen entsprechend durch Otypka in Führung gegangen war, schenkte man den Küsnachtern einen Shorthander, ein Tor in Unterzahl.

Zu Beginn des Mitteldrittels drückte Urdorf weiter, agierte im Abschluss aber viel zu wenig kaltblütig. 140 Sekunden dauerte es, bis es die Gastgeber das allererste Mal in die gegnerische Zone schafften. Es sollte genügen, um in Führung zu gehen. Auch das 3:1 gehörte thematisch in die Geschenkabteilung. Urdorf musste sich bei Unterzahl auskontern lassen, Verteidiger Erb sah an der eigenen blauen Linie gegen den gegnerischen Torschützen wie ein Anfänger aus. «Praktisch alle Tore waren Geschenke», war auch Hüni bewusst.

Spiel aus einem Guss

Wichtig für Urdof, dass es bis zum Anschlusstreffer von Kuoni nur 90 Sekunden dauerte. Nun zeigte Urdorf während 15 Minuten Eishockey wie aus einem Guss, war auf einmal höchst effizient und kehrte die Partie vom 1:3 zum 5:3. «Da haben wir unsere Stärken gefunden», freute sich Hüni. Positiv auch, dass Urdorf in Führung liegend weiter die Offensive suchte, den Gegner mit hohem Forechecking unter Druck setzte. Nichts sprach mehr für Küsnacht, doch Naivität (Konter nach Bully im Angriffsdrittel) und schlechte Absicherung (vier Mann in der Vorwärtsbewegung) ermöglichten den Gastgebern spät nochmals den Ausgleich. Die Stiere gerieten wieder ins alte Fahrwasser, hatten trotz vier Minuten Überzahl (!) in der Verlängerung bei einem Küsnachter Pfostenschuss Dusel. Selbst im letztlich erfolgreichen Penaltyschiessen ging die Führung hin und her. Beim EHC Urdorf ist derzeit tatsächlich alles möglich.