Die FDP startet eine Offensive – in drei Uitiker Gremien, die im kommenden Jahr gewählt werden, wollen die Freisinnigen stärker vertreten sein. So soll etwa der dritte Sitz im Gemeinderat zurückerobert werden. Neben dem amtierenden Gemeindepräsidenten Chris Linder und dem Sicherheitsvorstand Patrick Wolf nominierten die Parteimitglieder vergangene Woche auch Daniel Schwendimann. Dieser soll den frei werdenden Sitz von Sozialvorsteherin Carol Hofer (parteilos) übernehmen. Hofer tritt an den Gesamterneuerungswahlen vom 15. April 2018 nicht mehr an.

Neben den drei Kandidaten der FDP lassen sich auch die Bauvorsteherin Susanne Bereuter (parteilos), Finanzvorstand Markus Hoppler (CVP), Gesundheitsvorstand Walter Schelling und Tiefbauvorstand Markus Stäheli (beide SVP) für eine weitere Legislatur aufstellen. Es ist unwahrscheinlich, dass noch weitere Kandidaten hinzukommen. So bestätigt Walter Schelling, Präsident der Uitiker SVP-Ortspartei, dass man den Anspruch der Freisinnigen auf den frei werdenden Sitz akzeptiere und keinen eigenen Kandidaten aufstellen werde.

Auch die CVP erhebt keinen Anspruch auf den Sitz Hofers. Präsident Ingo Engelmann verweist indes darauf, dass die Partei ihn selber für die Sozialbehörde aufstellen wird. Und auch bei den Grünen hat sich bislang noch kein Kandidat gemeldet, wie Präsidentin Margrith Gysel auf Anfrage sagt. Wahlvorschläge können noch bis zum 12. Dezember eingereicht werden, dann endet die 40-tägige Frist. Die Nachfrist läuft bis zum 19. Dezember.

Nur noch ein FDP-Vertreter

Wird Schwendimann gewählt, könnte die Partei an die Zeiten anknüpfen, in denen sie im Dorf das Sagen hatte. Denn vor Ende 2007 war sie schon mit drei Mitgliedern im Gemeinderat vertreten. Neben dem damaligen Gemeindepräsidenten Victor Gähwiler und Gesundheitsvorsteherin Susanne Zehnder sass auch Carol Hofer für die FDP im Rat. Doch dann kehrte Hofer der Ortspartei den Rücken, verblieb jedoch in der Kantonalpartei. Noch düsterer sah es für die Freisinnigen 2009 aus, als Susanne Bereuter den offiziellen FDP-Kandidaten Roger Gehrig für die Nachfolge Zehnders haushoch besiegte. Gähwiler war somit der letzte Freisinnige im Gremium. 2010 konnte Barbara Furrer dann den Sitz des parteilosen Rinaldo Benedetto erobern, der sich nicht zur Wiederwahl stellte, und somit wieder für eine FDP-Doppelvertretung sorgen.

Schwendimann, der zurzeit in den Ferien weilt und für ein Statement nicht zu erreichen war, ist kein unbeschriebenes Blatt. Er gründete im Vorfeld zur umkämpften Ortsbus-Abstimmung vom September 2016 ein Komitee, das sich für den vierjährigen Testbetrieb einer Busverbindung nach Schlieren einsetzte. Damit stellte sich Schwendimann, der VR-Präsident eines Anlage- und Vermögensverwaltungsunternehmens ist, gegen die eigene Ortspartei, welche die Nein-Parole fasste.

Rückkehr von Ex-Gemeinderätin

Auch im Rahmen der Erneuerungswahlen der Schulpflege ist die FDP auf Expansionskurs. Zwar tritt Thomas Gerster (FDP) nicht mehr an. Trotzdem streben die Freisinnigen eine Dreiervertretung an. Neben dem bisherigen Arthur Blaser, der erneut kandidiert, kandidieren auch Michèle Rüegg Hormes und Daniel Lampert. Die Chancen auf einen Erfolg stehen gut. So treten neben Gerster auch Luzia Huber (Elternverein) und Fabio Paglia (CVP) nicht mehr an.
Auch für die Rechnungsprüfungskommission fand die Uitiker FDP zahlreiche Kandidaten. Neben dem bisherigen Kantonsrat André Müller, der erneut antritt, nominiert die Partei Andrea Barmettler, Roselien Huisman und die ehemalige Gemeinderätin Barbara Furrer. Damit kämpfen die Freisinnigen nicht nur um den Sitz des zurücktretenden Parteikollegen Jürg Steffen, sie wollen auch die Sitze der beiden nicht wieder antretenden Politiker beerben. Dies sind Patrick Martin (CVP) und Adolf Schaffner (parteilos).

Wie kommt es zur Offensive der FDP? Der Auftrag der Stimmbürger von Anfang Jahr sei klar gewesen, sagt Uli Walt, Präsident der Ortspartei: «Sie schafften die Stille Wahl ab und sagten den Parteien somit, dass sie eine echte Auswahl wollen.» Diese stelle man im April zur Verfügung. Dass die Partei personell derart gut aufgestellt sei, habe mit jahrelanger Arbeit zu tun. In persönlichen Gesprächen habe der Vorstand zudem Parteimitglieder für Kandidaturen motiviert, so Walt.