Sie will es nochmals wissen: Sängerin Bernarda Brunovic, die sich neuerdings Bernarda Bruno nennt, bewirbt sich zum dritten Mal für den Eurovision Song Contest. Nachdem der Wettkampf für sie 2010 und 2011 nach der Vorausscheidung der Schweizer Finalisten vorbei war, soll es dieses Jahr mit dem neuen Song «Please Come» für die grosse Bühne in Wien reichen.

Die 20-Jährige hat den Text für das Lied selbst geschrieben, komponiert hat es ihr Produzent. Das poppige Lied beruht auf einer wahren Geschichte aus Bernarda Brunos Leben. «Es geht um den Schmerz aufgrund des Verlusts eines geliebten Menschen», gibt die Dietikerin preis. Dennoch schwinge im Song auch die Hoffnung auf ein Wiedersehen mit. Die Komposition sei einfach gehalten, mit wenig Text und einfacher Melodie. Denn darauf komme es bei einem ESC-Song an. «Mein Lied hat Ohrwurmqualitäten», sagt die selbstbewusste junge Frau.

Der Popmusik verschrieben

Die Idee, es erneut am ESC zu versuchen, sei die ihres Produzenten gewesen. Weil sie die Herausforderung liebe, habe sie zugestimmt. Nicht das erste Mal teilzunehmen, sei nur ein Vorteil, ist sie sich sicher. Sie wisse nun genau, was verlangt werde, und habe aus bisherigen Fehlern gelernt. Von ihren ursprünglichen Stilrichtungen – Gospel, Rock und Soul – sei sie weitgehend weggekommen. Nach der Matura habe sie sich ein Jahr lang vollkommen der Popmusik verschrieben und gemerkt, dass es in dieser Sparte einfacher ist, Fuss zu fassen. Tatsächlich sei ihr Aufwand mit zahlreichen Auftritten in der Schweiz und im Ausland belohnt worden. «Anfangs dachte ich, Pop ist nichts für mich. Doch je intensiver ich mich mit der Musik beschäftigte, umso mehr merkte ich, dass ich den richtigen Weg gehe», sagt Bernarda Bruno. Ihre eigene persönliche Note sei nach wie vor in allen Liedern wiederzufinden. «Mein Herz gehört noch immer dem Soul», gibt sie zu.

Theologie- statt Musikstudium

Obwohl Bernarda Bruno ein Musikstudium in Angriff nehmen wollte, hat sie sich nun für Theologie entschieden. Aufgrund ihrer Sehbehinderung sei es schwierig, Noten lesen zu lernen. Und das sei unabdingbar für eine Studienrichtung in Richtung Musik.

Für den grossen Auftritt auf der Bühne des ESC fühlt sich Bernarda Bruno vorbereitet. Zigmal habe sie sich vergangene Auftritte von Gewinnern angesehen und sich eingeprägt, was diese so erfolgreich gemacht habe. Zudem habe sie ein grosses Netz an Leuten mobilisieren können, für sie abzustimmen. Alleine sie selbst habe über 100 E-Mails verschickt.

Ob Bernarda Bruno in die Vorausscheidung des ESC kommt und im Schweizer Fernsehen auftreten darf, erfährt die gebürtige Kroatin in den kommenden Tagen. Hat sie diesen Schritt geschafft, wird es am 7. Dezember für sie ernst, wenn sie ihr Lied das erste Mal auf der Bühne performen darf.