Der Länggenbach wurde erneut massiv verschmutzt. Am späten Donnerstagnachmittag fiel Pächter Albert Demut eine weissliche Verfärbung des Wassers im Kiesfänger nahe des Weininger Schlüechti-Schulhauses auf. Dort tritt der Bach wieder in Freiheit, nachdem er das Dorf in Betonröhren unterquert. Die Verfärbung war derart weiss und dick, dass Demut wusste: Das kann kein Blütenstaub sein, der sich hier ansammelt.

Zusätzlich waren auf der Wasseroberfläche zahlreiche Bläschen zu sehen, für die er einen natürlichen Ursprung ebenfalls ausschliessen konnte. Demut musste die kantonalen Behörden verständigen. Eine Kantonspolizistin, ein Kantonspolizist und ein Mitarbeiter des Pikettdiensts des Zürcher Amts für Abfall, Wasser, Energie und Luft (Awel) waren sofort zur Stelle, um 16.45 Uhr.

Wasser wird untersucht

Ein Kantonspolizist hielt mit einem Metall-Teleskop-Stab einen Becher in den Länggenbach, um kontaminiertes Wasser herauszuholen. Dieses wurde dann in eine Flasche des Awel gegossen. Die Abteilung Gewässerschutz wird die Probe analysieren. Noch kann nicht gesagt werden, ob es sich erneut um ein Insektizid handelt. Auch diverse andere Chemikalien könnten die Verschmutzung verursacht haben.

Klar ist aber, dass dies nun bereits der dritte solche Vorfall in diesem Sommer ist. Zur Erinnerung: Ende Juni wurde jegliches Fischleben im Länggenbach durch eine Verschmutzung ausgelöscht. Aber als die Katastrophe bemerkt wurde, war es zu spät, als dass sich eine Wasserprobe noch gelohnt hätte – die Fische trieben bereits an der Wasseroberfläche. Am 6. Juli waren dann alle Edelkrebse im Bach tot. Damals wurde eine Wasserprobe genommen.

Deren Analyse ergab, dass der Massentod der Krebse durch ein Insektizid verursacht wurde, das ins Gewässer gelangte. Wer für die Katastrophe verantwortlich ist, konnte die Kantonspolizei noch nicht eruieren.

Nun, da schon zwei Ermittlungen parallel laufen, fehlen dem Naturfreund Albert Demut langsam, aber sicher die Worte. «Ich hoffe jetzt einfach, dass man die Täter findet und dass sie eine saftige Busse erhalten», sagt er. Die Enttäuschung darüber, was seinem geliebten Länggenbach alles angetan wird, ist ihm deutlich ins Gesicht geschrieben – da spielt es keine Rolle, ob die Verschmutzungen absichtlich verursacht wurden oder nicht.

Bereits die dritte Verschmutzung im Länggenbach

Bereits zum dritten Mal ist der Länggenbach verdächtig verfärbt.

Bläschen breiteten sich aus

Besonders traurig: Demut wollte am Donnerstagnachmittag eigentlich nur nachschauen, ob allenfalls wieder Leben in den Länggenbach zurückgekehrt ist, nachdem die beiden Gift-Katastrophen Ende Juni und Anfang Juli alles Leben auslöschten. Die Wahrscheinlichkeit, Fische oder Krebse zu entdecken, war verschwindend gering, aber dass er stattdessen erneut eine Verschmutzung vorfinden würde, hat er nicht erwartet.

Eine gute Stunde nach Entnahme der Wasserprobe war das Wasser noch mehr verschmutzt, die Verfärbungen und Bläschen breiteten sich immer weiter im Kiesfänger aus. Ein Anblick, der zu denken gibt.