Das Weininger Wahlbüro hat grossartige Arbeit geleistet. Denn nach der ersten Auszählung war der Kampf zwischen Harry Landis (parteilos) und André Wymann (Quartierverein Fahrweid) um einen Sitz im Gemeinderat nicht geklärt. Und so zählte das Wahlbüro nochmals. Und nochmals. Bis dann nach der dritten Auszählung endgültig feststand, dass die beiden exakt gleich viele Stimmen auf sich versammelten.
So war es historisch, einzigartig und irgendwie unglaublich, als SVP-Präsident Wilfried Werffeli – 18 Uhr war längst vorbei – auf die alte Holztreppe zum Keller des Restaurants Linde stand, um seinen Parteikolleginnen und -kollegen das Resultat zu verkünden, das nur ein Zwischenresultat ist. Denn nun kommt Paragraph 65 des Zürcher Wahlgesetzes zum Zug: «Haben in einem Wahlgang für die gleiche Stelle mehrere Personen gleich viele Stimmen erhalten und liegen keine Verzichte vor, so entscheidet das Los darüber, wer als gewählt gilt.» Werffelis Zuhörer waren perplex. «Das ist doch kein Volksentscheid!», rief jemand. «Auch ich bin unglücklich darüber, dass jetzt das Los entscheiden soll», sagte Werffeli. 
Viele SVP-Mitglieder hätten Landis gerne im Gemeinderat gesehen. Gleichzeitig freuten sie sich aber darüber, dass Parteikollege Michael Gardavsky (SVP) die Wiederwahl schaffte und dass Parteikollegin Brigitte Schai das Schulpräsidium gewann. Schais Kandidatur – es war die einzige – war für den bisherigen Schulpräsidenten Mario Okle (parteilos) Bedingung dafür, dass er sich als Gemeindepräsident und damit als Nachfolger von Hanspeter Haug (SVP) zur Verfügung stellte.
Mit der Wahl des bisherigen Präsidenten der Rechnungsprüfungskommission, Thomas Mattle, hatte die SVP zudem einen weiteren Grund zum Feiern. Auch der parteilose Mario Okle stiess zuerst mit der SVP auf seine Wahl zum neuen Gemeindepräsidenten an (er war der einzige Kandidat). «Wenn es jetzt wegen des überzähligen Kandidaten eine Exklusion via Los geben muss, finde ich das extrem schade. Aber ich gratuliere beiden herzlich dazu, dass sie die Wahl geschafft haben. Beide sind sehr valable Kandidaten», sagte Okle zum Unentschieden zwischen Wymann und Landis.
André Treina verpasst Wahl in Gemeinderat: «Es waren neun anstrengende Jahre»

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Nach Okle, der am meisten Stimmen holte, folgte Reto Beutler (FDP, bisher), der sich mit seinen Parteikollegen im Restaurant Löwen traf. André Treina, bekannt als Mitglied der Rechnungsprüfungskommission, landete auf dem letzten Platz und sein Kollege Sascha Bärenbold auf dem zweitletzten Platz. Damit hat die FDP nur noch einen Gemeinderat statt drei. In Anbetracht seines Know-hows sei es schade, dass er die Wahl verpasst habe, sagte Treina. 
Neu gewählter Gemeinderat Brunner: «Ein schöner Erfolg für das Forum Weiningen»

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Noch diese Woche geht es weiter
Gut aufgelegt war das Forum Weiningen bei seinem Apéro im Schlössli. Dank Heinz Brunner ist es zurück im Gemeinderat und mit Marc Isenring stellt es neu den Präsidenten der Rechnungsprüfungskommission. «Offenbar haben wir uns in der Vergangenheit so präsentieren können, dass die Bevölkerung Vertrauen in uns hat und mit uns die nächsten Jahre in Angriff nehmen will», sagte Brunner.
Neuer RPK-Präsident Isenring: «Die Parteigrenzen habe ich nie gespürt»

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Am Dienstag sollen Gemeinde und Bezirksrat das Vorgehen für den Losentscheid besprechen, hiess es am Sonntagabend in der «Linde». Nicht mehr zur Wahl angetreten waren neben Gemeindepräsident Haug die Gemeinderäte Martin Henke (Quartierverein Fahrweid), Rolf Bärenbold (FDP) und Hans-Peter Stöckl (FDP).
In die Schulpflege wurden neben Schai Daniel Gutschi (Quartierverein Fahrweid, neu), Eveline Weber und Nuria Keller (Forum, neu) sowie Carmen Imfeld (Forum, bisher) gewählt – weitere Kandidaten gab es nicht.