Jüngst stellte Direktor Thomas Brack klar, dass das Spital Limmattal bei der Pensionskasse BVK versichert bleiben werde. Dies, nur wenige Wochen nachdem bekannt wurde, dass die Spitalleitung die Revisionspläne der BVK in einem Schreiben aufs Schärfste kritisierte. Eine Umfrage der Limmattaler Zeitung bei den Gemeinden des Bezirks Dietikon zeigt nun, dass deren drei einen Wechsel der Pensionskasse derzeit prüfen. Es sind Schlieren sowie Ober- und Unterengstringen.

Zwar sei noch nichts entschieden, aber in Schlieren würden derzeit geprüft, ob eine andere Pensionskasse attraktiver Konditionen biete, sagt Stadtpräsident Toni Brühlmann-Jecklin (SP). Zwar sei man sich dessen bewusst, dass sich alle Pensionskassen in einem schwierigen Umfeld bewegen würden, «doch sind wir es unseren Mitarbeitern schuldig, zumindest abzuklären, ob es eine bessere Option gibt», so Brühlmann. Denn: «Mit den Plänen der BVK sind wir alles andere als glücklich.»

Beim Nachbar Unterengstringen sieht es nicht anders aus: Wie Gemeindepräsident René Rey (FDP) auf Anfrage sagt, werde derzeit eine Analyse erstellt. «Ein Entscheid bezüglich eines allfälligen Wechsels ist somit noch nicht gefällt worden», so Rey. Doch sei man sich durchaus bewusst, dass ein solcher nicht ganz einfach und vor allem mit hohen Kosten verbunden wäre. Auch Ronny Derrer, Oberengstringer Finanzverwalter, sagt auf Anfrage, dass sich eine kleine Gruppe von Arbeitgebern und Arbeitnehmern derzeit mit diesem Thema auseinadersetzen würden. «Wie weit diese Abklärungen gehen, ist momentan noch nicht bekannt.»

Die Pensionskasse der Angestellten des Kantons Zürich beschloss im vergangenen September den Vorsorgeplan 2017, der verschiedene Einschnitte auf Arbeitgeber- und Arbeitnehmerseite vorsieht. So soll der technische Zinssatz von 3,25 Prozent auf deren 2 reduziert werden und der Umwandlungssatz – der Prozentsatz des Vermögens, der jährlich ausbezahlt wird – abhängig vom Alter des Versicherten ebenfalls gesenkt werden. Für Arbeitgeber und Arbeitnehmer ergeben sich so höhere Beiträge, während die Leistungen in Form der Pension sinken sollen. Die BVK verwies stets darauf, dass die steigende Lebenserwartung solche Massnahmen notwendig machen würde.

Neben dem Spital Limmattal gaben auch andere Kritiker der Revision kürzlich bekannt, dass sie von einem Wechsel absehen. Dies sind unter anderem die Städte Illnau-Effretikon und Kloten sowie der Flughafen Zürich. Spitaldirektor Thomas Brack begründete den Entscheid einerseits mit einer «ungünstigen Personalkonstellation». Damit waren eine eher ältere Personalstruktur und eine hohe Anzahl von Rentenbezügern gemeint. Eine alternative Kasse mit guten Bedingungen zu finden, hätte sich erschwert. Andererseits wären Kosten von rund 30 Millionen Franken für den Wechsel entstanden.

Brühlmann entmutigt dies nicht: Er verweist darauf, dass seine Stadt und das Spital Limmattal nicht vergleichbar seien. «Jeder Organisation muss mit ihrer individuellen Personalstruktur klären, ob die BVK noch die beste Lösung ist», sagt er.

In Urdorf wurden diese Abklärungen bereits vollzogen. Dies, auf der Basis der Erkenntnisse aus einer externen Pensionskassen-Expertise, wie Patrick Müller, Leiter Stab, auf Anfrage sagt. «Weil die BVK marktkonforme Leistungen bietet und bei einem allfälligen Wechsel eine Unterdeckung von rund 2 Millionen Franken ausfinanziert werden müsste, kamen wir zum Schluss, dass Urdorf bei der BVK versichert bleibt», so Müller.

Vor vier Jahren passte die BVK

Andere Gemeinden verzichteten anlässlich der geplanten Revision auf die Prüfung eines Wechsels, da sie bereits vor früher einen solchen untersuchten. So richtet Nathalie Homberger, Leiterin der Dietiker Finanzverwaltung, aus, dass ein Wechsel im Jahr 2012 geprüft und verworfen wurde: «Die Revision im 2017 ändert an dieser Einschätzung nichts.» Auch in Oetwil und Geroldswil kam ein Pensionskassenwechsel vor vier Jahren auf den Tisch. Paul Studer (FDP), Oetwiler Gemeindepräsident, verweist darauf, dass sich nach Dafürhalten der Exekutive keine grossen Veränderungen ergaben. «Das Umfeld aller Anbieter ist wesentlich schwieriger geworden», sagt er. Beat Meier, Gemeindeschreiber in Geroldswil, fügt an, dass allenfalls attraktivere Personalvorsorgeeinrichtungen demnächst ebenfalls Leistungseinschnitte vornehmen werden müssen. In Uitikon wurde ein Wechsel 2014 geprüft. Gemeindeschreiber Bruno Bauder verweist darauf, dass man einerseits mit den Leistungen zufrieden sei und andererseits ein Auskauf aus der Kasse teuer geworden wäre: «Diese Summe hätte gar einen Gemeindeversammlungsbeschluss benötigt.»

Einige Gemeinden verzichteten gänzlich auf eine Prüfung von Alternativen. So verweist Angelo Umberg, Birmensdorfer Gemeindeschreiber, darauf, dass man die geplanten BVK-Anpassungen als einleuchtend empfinde. Der Aescher Gemeindepräsident Johan Jahn lässt ausrichten, dass die Gemeindeangestellten bereits seit längerer Zeit nicht mehr bei der BVK versichert sind. Aus Weiningen war diesbezüglich niemand zu erreichen.