Es war wie in einem amerikanischen Gangsterfilm, als am 2. September 2014 am späten Abend zwei maskierte Männer im Dietiker Traditionsrestaurant Heimat auftauchten. Die beiden Gangster wollten grosse Beute machen. Sie bedrohten nicht nur das Personal, sondern auch mehrere Stammgäste mit einer Softair-Pistole und einem Fischmesser.

Pistole gegen Kopf gehalten

Die beiden Räuber gingen wenig zimperlich vor, indem sie den Opfern grosse Angst einjagten. So schnitten sie einer Service-Angestellten ihr Portemonnaie direkt von deren Leibgurt ab. Der Anführer hielt zudem einer Dame die Soft- air-Pistole gegen den Kopf und versetzte sie damit in Panik.

Fest steht, dass die beiden Männer eine ganze Frauengruppe ausnahmen und mit einer Beute von rund 5000 Franken das Weite suchten. Allerdings konnte die Polizei die beiden schon wenige Tage nach dem Überfall festnehmen.

Beim Anführer des Räuber-Duos handelte es sich um einen heute 22-jährigen Bosnier. Der in Belgien wohnhafte Täter hatte schon einiges auf dem Kerbholz und fiel auch während der Untersuchungshaft sehr negativ auf. So probierte er am 24. September 2014 auf dem Polizeiposten der Stadt Dietikon einen spektakulären Fluchtversuch, indem er während einer polizeilichen Einvernahme plötzlich vom ersten Stock aus dem Fenster sprang und mit einem Taxi das Weite suchen wollte. Allerdings vergeblich, da ein Sachbearbeiter der Polizei das fragliche Taxi noch rechtzeitig eruiert hatte. Womit die Fahnder den flüchtigen Räuber schon bald stellen konnten.

Im Rahmen eines abgekürzten Verfahrens legte der Bosnier am Donnerstag vor dem Bezirksgericht Dietikon ein umfassendes Geständnis ab und kassierte wegen Raubes und anderen Delikten anklagegemäss eine unbedingte Freiheitsstrafe von drei Jahren. Der Mittäter – ein heute 24-jähriger Chauffeur aus Dietikon – kam bereits im letzten Juli mit einer bedingten Freiheitsstrafe von 16 Monaten bedeutend milder davon. Die Freundin des Hauptbeschuldigten erhielt wegen mehrfachen Entreiss-Diebstählen eine bedingte Freiheitsstrafe von 15 Monaten. Der zuständige Gerichtsvorsitzende führte aus, dass der Haupttäter vor allem wegen diversen Vorstrafen in Belgien mit einer unbedingten Freiheitsstrafe belangt worden sei.