Bergdietikon

Drei Generationen machen einmal in der Woche gemeinsam Schule

Gleiche Projekte in anderen Schulen kamen bisher gut an. ZVG

Gleiche Projekte in anderen Schulen kamen bisher gut an. ZVG

Während eines halben Tages pro Woche sollen Senioren künftig als zusätzliche Bezugsperson eine Schulklasse im Unterricht begleiten. Dies soll zu einem besseren Zusammenleben führen.

Drei Generationen, vereint in einem Klassenzimmer: Diese Situation wird in der Schule Bergdietikon bald Realität. Während eines halben Tages pro Woche wird eine Seniorin oder ein Senior über ein Quartal hindurch eine Schulklasse besuchen. Das Ziel: «Wir wollen einen regelmässigen generationenübergreifenden Kontakt herstellen», so Projektleiter Roland Guntern. Die Senioren sollen als zusätzliche Bezugspersonen für die Schüler da sein und ihnen die Möglichkeit geben, von ihrer Lebenserfahrung zu profitieren. Der Unterricht wird währenddessen normal gestaltet.

«Verbindungen zwischen Seniorinnen und Senioren und Jugendlichen kommen sonst fast nur innerhalb der Familie vor», so Guntern. Ausserhalb davon würden fast keine Gefässe für einen solchen Kontakt existieren. «Das wollen wir mit unserem Projekt ändern.» Am 26. November informiert Pro Senectute Aargau über das Projekt und sucht interessierte Senioren.

Projekt in 50 Aargauer Schulen

Seit zehn Jahren führt Pro Senectute Aargau in verschiedenen Schulen immer wieder Projekte für den generationenübergreifenden Austausch durch. Die in Frankreich entstandene Idee hat sich im Kanton Aargau gut etabliert: Mittlerweile besuchen Senioren in 50 verschiedenen Aargauer Schulen regelmässig eine Schulklasse. Das Projekt kommt bei allen drei Generationen gut an: «Jugendliche erhalten auf diesem Weg eine weitere Bezugsperson und auch Lehrpersonen können von der Stütze einer weiteren Person im Klassenzimmer profitieren.» Ausserdem verbessere sich dadurch die Atmosphäre im Klassenzimmer, so Guntern.

Bei bisherigen Projekten seien von der älteren Generation ausschliesslich positive Rückmeldungen eingegangen. Sie bekämen dadurch wertvolle Einblicke in die Gedankenwelt der Jugendlichen und würden auch von ihrer Energie angesteckt, sagt Guntern. Er fügt an: «Nur sehr vereinzelt musste ein Senior oder eine Seniorin das Projekt frühzeitig abbrechen. Meist hatte dies mit gesundheitlichen Problemen oder Zeitmangel zu tun.»

Für ein besseres Zusammenleben

Guntern ist überzeugt, dass sich ein solches Projekt positiv auf die Gesellschaft auswirkt: «Das Zusammenleben funktioniert nur, wenn sich die verschiedenen Generationen untereinander kennen. Sie müssen Verständnis füreinander aufbringen können.» Wenn kein Bezug zum anderen existiere, entstünden rasch falsche Vorstellungen – und daraus wiederum würden Konflikte resultieren.

Die Infoveranstaltung zum Projekt «Generationen im Klassenzimmer Bergdietikon» findet am 26. November um 16 Uhr in der Bibliothek des Schulhauses 2 in Bergdietikon statt.

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