Unterengstringen
Doppelte Kampfwahl verspricht Spannung: Kandidaten stellen sich vor

In Unterengstringen kommt es zur ersten Gesamterneuerungswahl im Zeitalter der Einheitsgemeinde. Zwei Gemeinderäte kämpfen ums Gemeindepräsidium und ein Schulpfleger macht dem Schulpräsidenten die Position streitig. Dazu kommen vier weitere Gemeinderatskandidierende.

David Egger
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Das sind die acht Unterengstringer Gemeinderatskandidierenden.
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Simon Wirth, FDP, bisher, kandidiert neu fürs Gemeindepräsidium
Marcel Balmer, SVP, bisher, kandidiert neu fürs Gemeindepräsidium
Markus Nydegger, SVP, bisher, kandidiert wieder für den Gemeinderat
Gisela Biesuz, SVP, bisher, kandidiert wieder für den Gemeinderat
Wey Te-Glanzmann, FDP, neu, kandidiert für den Gemeinderat
Urs Muntwyler, FDP, neu kandidiert für den Gemeinderat
Beat Fries, parteilos, bisher. kandidiert wieder als Schulpräsident
Marcel Blum, SVP. bisher Schulpfleger, kandidiert wieder als Schulpräsident

Das sind die acht Unterengstringer Gemeinderatskandidierenden.

Montage: saw

Tipp für Eilige: Scrollen Sie etwas und Sie gelangen direkt zu den Steckbriefen der acht Kandidierenden.

Die Gemeinde Unterengstringen steht am Beginn einer neuen Ära. Tritt doch im Sommer mit Gemeindepräsident René Rey (FDP) ein Mann ab, der grosse Fussstapfen hinterlässt. Darin sind sich auch die beiden Gemeinderäte Marcel Balmer (SVP) und Simon Wirth (FDP) einig, die sich um die Nachfolge von René Rey bewerben.

Im Beginn von Reys Amtszeit steckt auch Tragik: Es war der Tod von Peter Trombik (FDP), der 2015 einen neuen Gemeindepräsidenten nötig machte, woraufhin sich dann Vizepräsident Rey, als Gemeindepräsident zur Verfügung stellte. Von Anfang an sagte er, dass er dieses Amt mit Freude, aber nicht allzu lange übernehmen wird. Und im September gab er – dann 66-jährig – definitiv bekannt, dass er nicht mehr antritt. Es werde Zeit, das Feld einer neuen Generation zu überlassen, sagte Rey damals zur Limmattaler Zeitung.

Und jetzt die neue Ära. Balmer oder Wirth? Das ist die grosse Frage, die Unterengstringen derzeit umtreibt. Eine Prognose ist schwierig.

Schon 2014 nah beieinander

Schon bei den Wahlen 2014 schenkten sich die beiden nichts: Wirth schaffte es damals mit 442 Stimmen in den Gemeinderat und Finanzvorstand Balmer mit 424 Stimmen. Dazwischen: 18 Stimmen Unterschied. Zudem sind beide seit acht Jahren im Gemeinderat. Und beide machten sich zuvor in der Schulpflege verdient. Mit einem Unterschied: Bei Wirth waren es vier Jahre, bei Balmer acht Jahre. Wer ist nun der richtige neue Gemeindepräsident? Diese Frage weiss nur das Volk zu beantworten. Am 15. April fällt der Entscheid – am ersten Unterengstringer Wahlsonntag, seit sich die politische Gemeinde und die Schulgemeinde per 1. Januar 2018 zur Einheitsgemeinde zusammenschlossen.

Ebenfalls als Bisherige treten der Werkvorstand Markus Nydegger (SVP) und Sozialvorsteherin Gisela Biesuz (SVP) an. Nydegger holte 2014 als Neuer 409 Stimmen, Biesuz als Bisherige 395 Stimmen. Nach der Stimmenzahl von 2014 richtet sich auch die Reihenfolge der bisherigen vier Kandidierenden in der Vorstellungsliste unten. Als Neue treten Wey Te-Glanzmann und Urs Muntwyler (beide FDP) an.

Die sechs Gemeinderatskandidierenden schaffen es sicher den Gemeinderat. Offen ist, wer als Schulpräsident qua Amt in den Gemeinderat einzieht. Ist es der bisherige Schulpräsident Beat Fries (parteilos), der seit 1. Januar provisorisch zusätzlich im Gemeinderat sitzt? Oder läuft ihm Schul-Vizepräsident Marcel Blum (SVP) den Rang ab, wird Präsident und zieht so in den Gemeinderat ein? Das ist die zweite Frage, die das Dorf umtreibt. Auch hier ist eine Prognose schwierig. Umso spannender ist auch diese Kampfwahl.

Simon Wirth, FDP, bisher, kandidiert neu als Gemeindepräsident

zvg
  • Geburtsdatum: 15. Juli 1947
  • Familienstand: verheiratet, zwei erwachsene Kinder
  • Beruf: Maschineningenieur ETH, Mitinhaber einer Firma in der Aviatik
  • Ämter: vier Jahre Schulpflege, acht Jahre Gemeinderat (davon vier Jahr Tiefbau- und Werkvorstand und vier Jahre Hochbauvorstand, seit drei Jahren auch Vizepräsident)
  • Weiteres: Delegierter Limeco-Kontrollorgan, Zürcher Planungsgruppe Limmattal und Regionalplanungsgruppe Zürich und Umgebung

1. In den letzten Jahren ist der Steuerfuss gestiegen. Was muss gemacht werden, damit das nicht so weiter geht?

Der Steuerfuss ist stabilisiert, trotz steigenden Sozial- und Gesundheitskosten. In naher Zukunft kann er durch optimale Finanzplanung und vorsichtige Ausgabenpolitik gesenkt werden. Weil das neue Rechnungsmodell HRM2 eingeführt wird und sich das erste Budget der Einheitsgemeinde bewähren muss, wäre die personelle Kontinuität im Ressort Finanzen besonders wichtig. Ein tiefer Steuerfuss und hohe Lebensqualität machen Unterengstringen attraktiv.

2. Wo sehen Sie in den nächsten vier Jahren den grössten Handlungsbedarf?

Bei der vom Bund verordneten besseren Nutzung der Bauzonen sowie beim Verkehr. Eine Verdichtung zwischen Zentrums- und Kernzone soll so umgesetzt werden, dass die Identität des Dorfes bewahrt werden kann. Dazu gehört auch der Verkehr: Das Angebot des öffentlichen Verkehrs muss in alle Richtungen attraktiv bleiben und der Individualverkehr soll nicht unnötig gestaut werden. Dies erfordert eine Überprüfung des bestehenden Verkehrskonzepts.

3. In welchem Bereich wollen Sie in den nächsten vier Jahren Akzente setzen?

Beim Verkehr und dem räumlichen Entwicklungskonzept der Gemeinde. Das eine geht nicht ohne das andere. Die Erholungsgebiete wie Limmatuferweg, das Kloster Fahr mit seiner Umgebung, der Wald beim Gubrist und das Gebiet um Sparrenberg und Sonnenberg tragen zur hohen Lebensqualität der Gemeinde bei und müssen erhalten bleiben.

Marcel Balmer, SVP, bisher, kandidiert neu als Gemeindepräsident

zvg
  • Geburtsdatum: 24. Juni 1968
  • Familienstand: verheiratet, drei Kinder (zwei Söhne (24 und 21) und eine Tochter (12))
  • Beruf: Finanzdirektor
  • Ämter: acht Jahre Schulpflege, acht Jahre Gemeinderat (davon fünf Jahre Gesundheitsvorstand und zwei Jahre Finanz- und Liegenschaftenvorstand
  • Weiteres: Verwaltungsratsvizepräsident Limeco, Verwaltungsrat ZAV Recycling AG Hinwil

1. In den letzten Jahren ist der Steuerfuss gestiegen. Was muss gemacht werden, damit das nicht so weiter geht?

Die Erhöhungen waren vor allem begründet durch grössere Investitionen und das generelle Wachstum in der Schule. Ich bin aber sehr dankbar, dass wir den Stimmbürgerinnen und Stimmbürger immer glaubwürdig und nachhaltig aufzeigen konnten, für welche Aufgaben die zusätzlichen Mittel benötigt wurden. Wir haben auch aufgezeigt, dass mittelfristig der Steuerfuss gesenkt werden kann. Dies ist aufgrund einer nachhaltigen und konsequent ausgerichteten Finanzplanung bereits innerhalb der nächsten zwei Jahren möglich.

2. Wo sehen Sie in den nächsten vier Jahren den grössten

Die Ausrichtung unserer Verwaltung auf die Bedürfnisse unserer Bewohnerinnen und Bewohner. Das Auftreten als Einheitsgemeinde muss sichtbar sein. Angesichts des erwarteten konstante Bevölkerungswachstum gilt es ein ganzheitliches räumliches Entwicklungskonzept als strategisches Instrument für das gesamte Gemeindegebiet zu erarbeiten. Erhalt der hohen Lebensqualität, verbesserte öV-Anbindung sowie die Attraktivitätssteigerung in der Zentrums- und Kernzone für das Wohnen und das Gewerbe sehe ich als grosse Chancen.

3. In welchem Bereich wollen Sie in den nächsten vier Jahren Akzente setzen?

Als Gemeindepräsident würde ich rasch einen Strategieprozess anstossen, um im Gemeinderat die mittel- und langfristigen Herausforderungen und Ziele zu definieren, die durchaus über die nächsten vier Jahre hinausgehen können. Die Schwerpunkte und Einzelziele werden gemeinsam festgelegt und die einzelnen Massnahmen werden bestimmt. Der Gesamtgemeinderat als Kollegialbehörde soll in seiner Amtsführung immer Glaubwürdigkeit ausstrahlen und transparent sein.

Markus Nydegger, SVP, bisher, kandidiert wieder als Gemeinderat

zvg
  • Geburtsdatum: 22. April 1975
  • Familienstand: ledig
  • Beruf: Eidg. dipl. Elektroinstallateur
  • Ämter: vier Jahre im Gemeinderat als Tiefbau- und Werkvorstand
  • Weiteres: Mitglied Freiwillige Feuerwehr Unterengstringen, Mitglied Gewerbeverein Engstringen

1. In den letzten Jahren ist der Steuerfuss gestiegen. Was muss gemacht werden, damit das nicht so weiter geht?

Gemäss Finanzstrategie des Gemeinderates sind wir in den nächsten Jahren auf gutem Wege den Steuerfuss auch weiterhin möglichst attraktiv zu gestalten. Dort, wo wir Einfluss nehmen können, werden wir auch versuchen, haushälterisch mit den Steuergeldern der Einwohner umzugehen, und stets abwägen, was noch optimiert werden kann. Ich denke, da sind wir auf dem richtigen Weg und wir versuchen uns dieser Herausforderung zu stellen.

2. Wo sehen Sie in den nächsten vier Jahren den grössten Handlungsbedarf?

Die baulichen Erweiterungen und Sanierungen im Schulhaus Büel sind bestimmt ein Projekt, welches vorangetrieben werden muss und auch beschäftigt, da die Schülerzahlen in den nächsten Jahren steigen werden. Weiter ist eine engere Zusammenarbeit der Feuerwehrorganisationen geplant. Ebenfalls ist ein räumliches Entwicklungskonzept für Unterengstringen angedacht, mit welchem die bauliche Entwicklung in Zukunft besser gesteuert werden kann.

3. In welchem Bereich wollen Sie in den nächsten vier Jahren Akzente setzen?

Der Neubau des Reservoirs Gubrist, das wir zusammen mit Weiningen planen. Mit diesem werden wir, mit der Anbindung einer neuen Hochzone nach Unterengstringen, unser Versorgungsnetz optimieren. Als Mitglied des Gewerbevereins Engstringen ist es mir auch weiterhin wichtig, dass das Gewerbe möglichst gut miteinbezogen werden kann. In einer Gemeinde leistet das Gewerbe seinen Anteil für eine Steigerung der Attraktivität.

Gisela Biesuz, SVP, bisher, kandidiert wieder als Gemeinderätin

zvg
  • Geburtsdatum: 16. Februar 1956
  • Familienstand: zwei erwachsene Kinder
  • Beruf: Treuhänderin
  • Ämter: zwölf Jahre im Gemeinderat (zuerst als Gesundheitsvorsteherin, dann Sozialvorsteherin), davor in der Rechnungsprüfungskommission
  • Weiteres: Vorsitz Sozialausschuss, Stiftungsrätin Stiftung Solvita, Vorstand Sozialdienst Limmattal, Mitglied Sozialvorständekonferenz, Alterskommission, Vorsitz Asylorganisation Zürich (AOZ) Limmattal

1. In den letzten Jahren ist der Steuerfuss gestiegen. Was muss gemacht werden, damit das nicht so weiter geht?

Meine Ziele für die nächste Legislatur liegen vor allem im sozialen Bereich. Ich stehe für klare Positionen im Asylwesen und der Sozialhilfe. Der Sozialdienst soll eng geführt und kontrolliert werden, um sicherzustellen, dass denen geholfen wird, die es nötig haben.

2. Wo sehen Sie in den nächsten vier Jahren den grössten Handlungsbedarf?

Wichtig ist die Früherkennung sozial gefährdeter Kinder und Jugendlicher und die rechtzeitige Einleitung von geeigneten Massnahmen diesbezüglich. Ein anderes grosses Thema ist der Wohnungsmarkt. Wohnraum in Unterengstringen ist – wie im ganzen Ballungsraum Zürich – knapp und teuer, was eine grosse Belastung vieler Haushalte darstellt. Um gute Lösungen in dem Bereich müssen wir uns in Zukunft verstärkt kümmern.

3. In welchem Bereich wollen Sie in den nächsten vier Jahren Akzente setzen?

Im Jahresverlauf 2018 wird die eingeleitete Schaffung der Einheitsgemeinde umgesetzt. Dies ist eine ausgesprochen anspruchsvolle Herausforderung, welche ebenfalls grosse Tragweite hat.

Wey Te-Glanzmann, FDP, neu, kandidiert als Gemeinderat

zvg
  • Geburtsdatum: 7. Juni 1983
  • Familienstand: verheiratet, zwei Kinder
  • Beruf: Unternehmer (Ah-Hua AG und Lumina Swiss GmbH)

1. In den letzten Jahren ist der Steuerfuss gestiegen. Was muss gemacht werden, damit das nicht so weiter geht?

Den Steuerfuss konnte die Gemeinde Unterengstringen im letzten Jahr halten. Es wurde sogar prognostiziert, dass der Steuerfuss zeitnah gesenkt werden könnte. Dies gilt es umzusetzen, im Minimum den Steuerfuss weiterhin zu halten. Aus diesem Grund ist es für das Wohl der Gemeinde von hoher Bedeutung, dass das Finanzressort nach den Wahlen im gleichen Stil mit gleicher Qualität fortgeführt werden kann.

2. Wo sehen Sie in den nächsten vier Jahren den grössten Handlungsbedarf?

Der Gemeinde Unterengstringen geht es gut. Diesen Zustand und diese Lebensqualität müssen wir in erster Linie beibehalten und weiter ausbauen. Jedoch habe ich in letzter Zeit bemerkt, dass leider das Littering auch in Unterengstringen angekommen ist. Hier müssen wir mit gezielten Massnahmen vorgehen und das Problem bei uns noch in der frühen Phase eindämmen.

3. In welchem Bereich wollen Sie in den nächsten vier Jahren Akzente setzen?

Gehen wir davon aus, dass ich bei den Wahlen als Gemeinderat gewählt und bestätigt werde, so werde ich selbstverständlich als erstes meinen Fokus auf Themen des an mich übertragenen Ressorts setzen. Als Familienvater zweier Töchter liegt es mir aber besonders am Herzen, dass die Gemeinde Unterengstringen ihren jüngsten Bürgerinnen und Bürger eine gute Schule zur Verfügung stellt.

Urs Muntwyler, FDP, neu, kandidiert als Gemeinderat

zvg
  • Geburtsdatum: 22. März 1953
  • Familienstand: verheiratet, zwei Kinder
  • Beruf: Gebietsverkaufsleiter

1. In den letzten Jahren ist der Steuerfuss gestiegen. Was muss gemacht werden, damit das nicht so weiter geht?

Da durch die neue Situation der Einheitsgemeinde in Unterengstringen mittelfristig verschiedene direktere, klarere Abläufe wahrgenommen werden, sehe ich diese neue Konstellation als Chance für die einfachere Abwicklung der Geschäfte im Gemeinderat. Es entstehen somit die erwarteten Vorteile, was meines Erachtens entsprechende Einsparungen mit sich bringen wird.

2. Wo sehen Sie in den nächsten vier Jahren den grössten Handlungsbedarf?

Mir ist aufgrund des Budgets für 2018 bewusst, dass im Bereich Gesundheit und Soziales der grösste Brocken an Kosten entsteht. Dies wird sich auch in absehbarer Zeit in unserer Gemeinde nicht ändern. Diesen Themen müssen somit seitens des Gemeinderates besondere Aufmerksamkeit gewidmet werden.

3. In welchem Bereich wollen Sie in den nächsten vier Jahren Akzente setzen?

Ich sehe es grundsätzlich als meine Aufgabe, ungeachtet der Neuverteilung der Ressorts, durch mein gewissenhaftes Engagement im Gemeinderat die höchstmögliche Effizienz zu erreichen. Sicher steht die längerfristige Beibehaltung oder sogar Senkung des Steuerfusses im Vordergrund.

Beat Fries, parteilos, bisher, kandidiert wieder als Schulpräsident

zvg
  • Geburtsdatum: 14. Dezember 1961
  • Familienstand: verheiratet, sechs Kinder von 8 bis 21 Jahren
  • Beruf: Trampilot
  • Ämter: vier Jahre in der Schulpflege als Präsident, seit Januar 2018 qua Amt zusätzlich im Gemeinderat
  • Weiteres: Mitglied Baukommission, Kommission für Schulpsychologischen Dienst, Bibliothekskommission

1. In den letzten Jahren ist der Steuerfuss gestiegen. Was muss gemacht werden, damit das nicht so weiter geht?

Die Anzahl Schulkinder nimmt stetig zu. Jede zusätzliche Klasse bedeutet realistisch gerechnet ein zusätzliches Steuerprozent. Geld in der Bildung zu sparen, einem unserer wenigen und wichtigsten Rohstoffe, ist deshalb schwer vertretbar und meines Erachtens auch nicht sinnvoll. Gespart werden soll somit in anderen Ressorts. Da ich erst seit kurzem als Gemeinderat amte, ist es mir aktuell noch nicht möglich, konkretes Sparpotenzial zu benennen. Selbstverständlich gilt es auch weiterhin, für gute Steuerzahler eine attraktive Gemeinde zu bleiben.

2. Wo sehen Sie in den nächsten vier Jahren den grössten Handlungsbedarf?

Der dringend benötigte Schulraum ist unverzüglich zu schaffen und die Schulgebäude müssen saniert werden. Die wachsende Zahl der Kinder im Kindergartenalter, welche das Betreuungsangebot in Anspruch nehmen, zeigt auf, dass dieses Angebot in den kommenden Jahren ausgebaut werden muss.

3. In welchem Bereich wollen Sie in den nächsten vier Jahren Akzente setzen?

Es gilt, den Lehrplan 21 einzuführen und zu festigen. Dabei will ich präsent sein, die Lehrerschaft begleiten und den Fokus auf deren Wohlbefinden richten, um bei einer allfälligen Überbelastung rechtzeitig reagieren zu können. Überlastete Lehrpersonen können den Lehrauftrag nicht zum Wohl der Kinder wahrnehmen und generieren bei Ausfällen unnötige Kosten. Zudem ist es mir ein Anliegen, den hohen Standard bezüglich unseres technischen Konzepts weiter zu fördern.

Marcel Blum, SVP, bisher Schulpfleger, kandidiert neu als Schulpräsident

zvg
  • Geburtsdatum: 29. März 1965
  • Familienstand: verheiratet, eine Tochter
  • Beruf: Fachhochschul-/Masterabschluss in Betriebswirtschaft und Immobilien, eidg. Abschlüsse in Immobilienbewertung und -vermarktung, Leitung Immobilien- und Investitionsmanagement eines Baudienstleisters
  • Ämter: acht Jahre in der Schulpflege (Ressort Finanzen, Immobilien und Informatik), seit drei Jahren als Vizepräsident
  • Weiteres: 16 Jahre im Vorstand der Orts-SVP, acht Jahre als Präsident

1. In den letzten Jahren ist der Steuerfuss gestiegen. Was muss gemacht werden, damit das nicht so weiter geht?

Seit Jahren standen steigende Kosten marginal wachsenden Erträgen gegenüber. Der Steuerfuss der Gemeinde musste so erhöht werden. Das Rechnungsjahr 2017 zeigt, dass die Kosten der gewachsenen Schule nun durch die Steuern getragen werden. Eingeschränkt beeinflussbare Mittel für die Sonderschule werden durch die Analyse der Massnahmen zum Wohle der Kinder effektiv eingesetzt. So kann die Schule ohne weitere Steuererhöhungen nachhaltig bestehen.

2. Wo sehen Sie in den nächsten vier Jahren den grössten Handlungsbedarf?

Die Umsetzung des Lehrplanes 21 ist die unmittelbare Herausforderung. In diesem Veränderungsprozess müssen Lehrpersonen, Schulleitung und Schulpflege vorausschauend agieren. Mit einer guten Schul-Kultur und Entwicklungsmöglichkeiten soll das pädagogische Kernteam sukzessive vergrössert werden. Die weitere Integration der Schule in die Einheitsgemeinde und die Schaffung von zusätzlichem Schulraum sind ebenfalls relevante Handlungsfelder.

3. In welchem Bereich wollen Sie in den nächsten vier Jahren Akzente setzen?

Es ist die Aufgabe der Behörde, Freiräume und Mittel für die Einführung beziehungsweise Umsetzung des Lehrplans 21 zu schaffen. Als Schulpflegepräsident packe ich im Team mit dem Schulleiter und den Kolleginnen und Kollegen der Schulpflege die Kernaufgabe an, diesen Prozess zu steuern, zu monitoren und wenn notwendig anzupassen. Im Vordergrund steht die Sicherstellung einer motivierenden und kindgerechten Lernumgebung der Schülerinnen und Schüler.