Bei der Dietiker Schulraumplanung steht die nächste Entscheidung an. Der Stadtrat beantragt dem Gemeinderat einen Kredit über knapp 2,7 Millionen Franken für den Neubau des Doppelkindergartens Steinmürli. In diesem Betrag inbegriffen sind auch der Abbruch des bestehenden Gebäudes sowie die Neugestaltung der Umgebung. Die Gesamtkosten für die Realisierung des Projekts belaufen sich auf knapp 2,9 Millionen Franken. Davon entfallen 198 000 Franken auf den Planungskredit, der Ende März vom Stadtrat bewilligt wurde.

Wie die Exekutive in ihrem Antrag schreibt, kostet der Schulraum bei diesem Projekt pro Klasse 1,02 Millionen Franken. Er liege damit leicht unter dem Basiswert von 1,1 Millionen, den die Basler und Hofmann AG 2011 in einer für die Stadt Zürich erstellten Benchmarkstudie ermittelt hat. «Es ist jedoch zu bedenken, dass ein eingeschossiges Gebäude für zwei Klassen keine ideale Voraussetzung ist, tiefe Baukosten zu generieren. Die eingeschossigen Kindergartenpavillons sind jedoch als schulisches Konzept für die Kindergartenstufe gerechtfertigt», so der Stadtrat.

Fertiggestellt werden soll der neue Kindergarten auf das Schuljahr 2019/2020. Wobei nach einem positiven Beschluss des Parlaments das Volk das letzte Wort hat. Während der Bauzeit werden die beiden Kindergärten Steinmürli I und II für ein Schuljahr ins Erdgeschoss des neuen Schulpavillons einziehen, das die Stimmbürger letzten September gutgeheissen haben. Es wird im Sommer fertiggestellt und soll helfen, die Platznot in den städtischen Schulen zu lindern.

Zu kleine Räume

Beim Kindergartenprojekt, das dem nun beantragten Kredit zugrunde liegt, handelt es sich um den Entwurf des Teams Schmid und Zjörien Architektur/Rosenmayr Landschaftsarchitektur aus Zürich, das als Sieger aus dem im zweiten Halbjahr 2016 durchgeführten Studienauftrags hervorging. Das Votum der Fachjury fiel einstimmig aus. Der Entwurf überzeugte «durch optimale Funktionalität, gute Architektur, logische städtebauliche Setzung und einem gut nutzbaren Aussenraum», so der Stadtrat. Deshalb hätten die Planer bei der Ausarbeitung des Bauprojektes zwischen Januar und April nur einige kleine Projektoptimierungen vorgenommen. «Ansonsten musste an der überzeugenden Lösung aus dem Studienauftrag nicht viel justiert werden», heisst es im Kreditantrag weiter.

Der Neubau wird nötig, weil der 1964 erstellte Doppelkindergarten Steinmürli I und II zahlreiche bauliche, energetische wie auch betriebliche Mängel aufweist. So fehlen den beiden Kindergärten «adäquate Gruppenräume für die Unterrichtung von Kleingruppen in den Bereichen Deutsch als Zweitsprache und Logopädie», schreibt der Stadtrat . Heute müssen diese Unterrichtsstunden im neun Quadratmeter grossen Abstellraum abgehalten werden. Auch die bestehenden Haupträume sowie die Garderobe sind für die heutigen Unterrichtsformen zu knapp bemessen.

Der neue eingeschossige Holzelementbau wird über eine flache Rampe erschlossen, von der man in die gedeckte Vorzone gelangt, ehe man das Gebäude betritt. Dessen Innenräume weisen unterschiedliche Höhen auf, wobei der Eingangsraum als zentraler Verteiler dient von wo aus man direkt in den Mehrzweckraum oder in die beiden Garderobenbereiche gelangt. Über die beiden Garderoben werden die Kindergarten- und Nebenräume erschlossen. Ein vorgelagerter Loggiabereich dient als erweiterter Kindergartenraum.

Neuer Aussenraum geplant

Dringender Handlungsbedarf besteht auch beim Aussenraum. Aus Sicherheitsgründen mussten dort bereits zahlreiche Spielgeräte entfernt werden. «Seither bietet der Aussenraum wenig Aufenthalts- und Spielqualitäten», so der Stadtrat. Zudem habe die Spielplatz-Jahreskontrolle der Infrastrukturabteilung letzten September 2016 an den letzten wenigen Spielgeräten nun auch noch sicherheitstechnische Mängel festgestellt.

Mit dem Projekt sollen die Freiräume der Gesamtanlage neu gegliedert werden. So entsteht etwa zwischen dem Neubau und dem bestehenden Kindergarten Sonnenhof ein besonnter Aussenraum, der den Kindern als Erschliessungs- und Aussenspielbereich dient. Zudem ist ein Kletter- und Balancier-Parcours geplant.