Kunst kennt viele Facetten. Wichtig ist, dass der Betrachter sich die Mühe gibt, mit einem Bild in einen Dialog zu treten. Diese These äusserte Hansjörg Menziger, der die Weininger Malerinnen seit bald zwei Jahrzehnten begleitet, an der Vernissage vom Donnerstagabend.

Der Weg zu den Bildern zum Thema «Begegnungen bewegen» sei recht turbulent gewesen, sagte Menziger in seiner Ansprache. Er habe die Donnerstags-Künstlerinnen dahingehend zu bewegen versucht, ihre ganz eigenen, persönlichen Ideen und Ausdrucksweisen auf die Leinwände zu zaubern.

«Jedes Bild zum Thema, ob nun realistisch, dekorativ, expressiv oder abstrakt, gar gegenstandslos oder symbolisch, ist nicht ein Abbild der Realität, sondern zeigt vor allem die Innenwelt der Künstlerin, was sie beschäftigt oder bewegt», erklärte Hansjörg Menziger weiter. Denn die Kunst brauche Menschen, die kreativ sind. Kopieren könne jeder; entscheidend sei, dass die Idee hinter dem künstlerischen Prozess einzigartig sei.

Kein Bild gleicht dem nächsten

Diesen Hintergrund sah man der Ausstellung, die bis Ende Januar 2014 dauert, dann auch an: Kein Bild der zehn Künstlerinnen gleicht einem anderen. Marianne Aeschlimann sagte über ihre Bilder: «Malen regt meine Fantasie an. Auf diese Weise kann ich meine Gedanken wunderbar umsetzen.» Gehe Aeschlimann die Fantasie einmal abhanden, suche sie diese bei einem Spaziergang im Wald oder beim Pilzesuchen wieder.

Viele Menschen würden versuchen, Kunst sachlich zu verstehen, sagte Menziger an der Vernissage weiter. «Dann aber betrachtet man ein Bild so, wie man ein Buch liest.» Vielmehr sollte der Betrachter sich mit einem Bild auseinandersetzen, es verstehen lernen und sein Motiv hinterfragen. Nur so könne ein Dialog zwischen dem Bild, dem Künstler und dem Betrachter entstehen.

Um den kreativen Prozess besser nachvollziehen zu können, bekamen die Gäste an der Vernissage auch gleich selbst die Gelegenheit, zu Pinsel und Farbe zu greifen und ihrer eigenen künstlerischen Gabe auf der Leinwand freien Lauf zu lassen.

Kunst versus Kulinarik

Doch Kunst gehört nicht zwingend auf eine Leinwand, sondern kann auch auf dem Teller stattfinden. Dies bewies Linde-Küchenchef Markos Kouris mit seinem Vernissage-Menu.

«Kochen ist eine Kunst. Muss man improvisieren können, damit das Resultat für jeden Gast perfekt ist», so der 37-jährige Küchenmeister griechischer Abstammung. Markos Kouris 5-Sterne-Niveau und die Bilder der Donnerstagsmalerinnen aus Weiningen bildeten eine perfekte Symbiose. Als Sahnehäubchen wurden die Gäste zudem mit Klängen von Toni Sobrinho und des Trios «NoFrank» verwöhnt.