Kein Wunder, sollte es doch der letzte Auftritt Thomas Mosimanns als Dirigent der Musikharmonie Schlieren werden. Entsprechend erwartungsvoll strömten die über 370 Gäste am Samstagabend in den Salmensaal.

Eröffnet wurde das Galakonzert mit dem Optimisten-Marsch von Miroslav Juchelka. Dann begrüsste der Präsident der MHS, Marco Lucchinetti, das Publikum und verriet, dass eine besonders intensive und emotionale Zeit hinter der Musikharmonie liege.

Der eben gespielte Optimisten-Marsch sei auch Ausdruck davon, dass die MHS trotz der Verabschiedung des allseits beliebten Dirigenten Mosimann, der die Leitung 14 Jahre innehatte, positiv in die Zukunft blicke.

Er sei sich sicher, dass sie mit Tobias Zwyer einen würdigen Nachfolger gefunden hätten. «All the best» sei nicht nur das Motto dieses musikalischen Feuerwerks, sondern auch der Wunsch des Orchesters an seinen scheidenden Dirigenten auf seinem weiteren privaten sowie musikalischen Weg.

Spiel mit dem Feuer

Mit dem zweiten Stück, der Ouvertüre zum Musical «Candide» von Leonard Bernstein, bewies die MHS bereits, dass das Motto «All the best» nicht nur musikalisch, sondern auch unterhaltungsmässig ernst gemeint war.

Mit einem Mal schossen nämlich Flammen aus der Bühne hervor, welche die irischen Klänge von «Lord Tullamore» zu einem Erlebnis der besonderen Art werden liessen. Nach vier Stücken überliess die MHS die Bühne der Tambouren-Gruppe Knabenmusik Zürich, welche die Musikharmonie jeweils am Sechseläuten begleitet.

Unter der Leitung von Oliver Fischer marschierten die fünf jungen Männer und die einzige Frau der Gruppe in den Saal. Bevor sie den Basler Marsch spielten, sorgten sie mit der Aussage, sie seien die einzige Gruppe in ganz Zürich, welche diesen spiele, für grosses Gelächter im Saal. Während «Magic Kids» erloschen dann die Lichter im Raum, sodass man nur noch die bunt leuchtenden Stöcke durch die Luft wirbeln sah.

Lichtershow der Extra-Klasse

Nach der Pause übernahm die Musikharmonie Schlieren wieder die Bühne. Hatte während dem ersten Teil noch ein roter Samtvorhang mit den leuchtenden Buchstaben «MHS» den Hintergrund gebildet, so wurde dem Publikum nun eine Lichtershow der Extra-Klasse geboten.

Passend zur Musik wechselte auch das Licht im Hintergrund. Eröffnet wurde der zweite Teil mit «All the best» von Otto M. Schwarz. Danach wurden die Zuschauerinnen und Zuschauer mitgenommen auf eine Reise quer durch das deutsche Fernsehen.

Kaum jemand, der die Titelmelodien von TV-Shows und Serien wie dem Traumschiff, Wetten Dass, Derrick, der Schwarzwaldklinik oder der Tagesschau nicht sofort erkannte und mitsummte. Noch einmal gaben Orchester und Dirigent alles und wurden vom Publikum mit tosendem Applaus und Standing Ovations belohnt. Doch irgendwann ist auch die letzte Zugabe vorbei und dann hiess es endgültig Abschied nehmen.