Förster-Nachwuchs
Dimitri hat seine Berufung unter den Bäumen gefunden

Auf dem Heitersberg lernte Dimitri Simon das Forsthandwerk. Seine feste Stelle hat er schon im Sack.

Carolin Frei (Text und Foto)
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In seiner Freizeit hilft Dimitri Simon oft einem befreundeten Bauer oder kreiert Holzskulpturen.

In seiner Freizeit hilft Dimitri Simon oft einem befreundeten Bauer oder kreiert Holzskulpturen.

Carolin Frei

Der 19-jährige Dimitri Simon hat seine Forstwartlehre beim Forstbetrieb Heitersberg in Spreitenbach beendet – als Jahrgangsbester. Trotzdem wird er den Betrieb verlassen.

«Dass ich bei den Prüfungen zu den Besten zählen würde, damit habe ich nicht wirklich gerechnet», sagt der sympathische junge Mann und ergänzt: «Ich war Jahrgangsbester von den 27 Kandidaten, die die klassische Forstwartlehre durchlaufen haben.» Es seien allerdings auch zwei Kollegen darunter gewesen, die die Ausbildung auf dem zweiten Bildungsweg absolviert hätten. «Die beiden waren noch ein bisschen besser als ich», betont Simon. Stolz darf er trotzdem sein. Auch sein Arbeitgeber, der Forstbetrieb Heitersberg in Spreitenbach, zeigt sich zufrieden. «Ein solcher Erfolg macht uns natürlich stolz», sagt Revierförster Peter Muntwyler. Er wolle mit seinen Mitarbeitenden den nötigen Rahmen bieten, den es für eine gute Ausbildung braucht. Aber schliesslich sei der Erfolg vom Fleiss und Einsatz des Lernenden abhängig. Gefeiert wird das gute Prüfungsergebnis mit dem ganzen siebenköpfigen Forstbetrieb-Team bei einem gemütlichen Grillabend.

Alles begann vor zehn Jahren

Dimitri Simon ist gerne in der Natur. Mit den Händen zu arbeiten, das mag er besonders, ein klassischer Bürojob wäre nichts für ihn. Schon als Neunjähriger hat er zusammen mit einem Kollegen im Dorf auf einem Bauernhof mitgeholfen. Vor allem das Holzschlagen hat es ihm damals angetan. So ist es nicht erstaunlich, dass Dimitri Simon eine Ausbildung als Forstwart ins Auge fasste. Beim aktuellen Arbeitgeber durfte er schnuppern und wusste danach, dass er diesen Werdegang einschlagen möchte. Zu seinen Lieblingstätigkeiten gehört nach wie vor das Holzen in den Wintermonaten. Das Ausmähen des Jungwuchses, das im Sommer im Pflichtenheft steht, gehört weniger dazu. «Aber auch das ist in Ordnung, das muss bei den gut 600 Hektaren Gemeindewald sowie 300 Hektaren Privatwald einfach gemacht werden.»

In seiner Freizeit hilft er nach wie vor dem befreundeten Bauern beim Heuen, Stroh pressen, Holzen und allem, was an Arbeiten auf dem Hof so anfällt. Eine weitere grosse Leidenschaft ist das Kreieren von Tierfiguren mit der Motorsäge. Aktuell hat Dimitri gerade einen Fisch in Arbeit. Zu seiner Sammlung gehören zudem Eulen und Affen.

Anfang August stand eine Woche Holzen beim Forstbetrieb Stalden im Wallis auf dem Programm. Die geschlagenen Bäume wurden dann mit einem Helikopter ins Tal geflogen. Der junge Mann tritt im September seine neue Stelle beim Forstunternehmen Wiss AG in Dietwil an. «Ich wäre gerne im Forstbetrieb Heitersberg geblieben, aber leider sind keine Stellenprozente frei.» Er könnte sich vorstellen, später die Vorarbeiterausbildung zu durchlaufen. Andere Zukunftsprojekte hat er nicht, der 19-Jährige ist glücklich und zufrieden mit seinem aktuellen Leben. Sagts und macht sich auf, in der Werkstatt die Kettensäge zu schärfen und den Freischneider in Schwung zu bringen.