Urdorf
Diis und mis Fitness: Zwei Brüder erstürmen eine hart umkämpfte Branche

Nicht nur im Ausland, sondern auch in der Schweiz wächst der Drang nach sportlichem Ausgleich immer weiter an. Ein Brüderpaar eröffnet ihr erstes Fitnesscenter und wagt damit den Einzug in eine umkämpfte Branche.

Flurina Dünki
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Letzte Arbeiten vor der Eröffnung von «Diis Fitness»: Fitnessinstruktor Mejdi Muji legt für die Kamera Hand an.

Letzte Arbeiten vor der Eröffnung von «Diis Fitness»: Fitnessinstruktor Mejdi Muji legt für die Kamera Hand an.

Flurina Dünki

In der Region um Bergdietikon, wo Pascal Vogel wohnhaft ist, hat er trotz des grossen Angebots kein Fitnessstudio gefunden, welches ihn wirklich anspricht. Dies antwortet der Produktmanager auf die Frage, weshalb er mit seinem Bruder Daniel in Urdorf bald ein neues Trainingscenter mit dem Namen «Diis Fitness» eröffnen wird.

Als Namen für ihr Center an der Grossmattstrasse wollten die Gründer bewusst «etwas Schweizerisches» wählen. Es werde heute ohnehin schon vieles englisch benannt, vor allem im Fitnessbereich.

Mit dem Schweizer Ausdruck wollen die Gebrüder Vogel die gemütliche Atmosphäre untermalen, die sie in ihrer Anlage schaffen möchten. «Mit dieser wollen wir uns auch von der Konkurrenz abheben», so Vogel. So werde im Sommer sicher auch mal der Grill für die Kunden in den Hof gestellt.

Konkurrenz hat das neue Fähnchen auf der Limmattaler Fitnesskarte nicht wenig. So zählt allein das Gebiet Dietikon-Schlieren-Urdorf schon rund 15 grössere Fitnesscenter. Das sich in den letzten baulichen Zügen befindliche Sportzentrum wirkt auf den ersten Blick dann auch eher wie ein Wellnesstempel als ein Ort für sportliche Höchstleistungen.

Am Eingangsbereich grüsst eine Lounge, in der man die Fitnesskollegen zu einem gesunden Smoothie treffen kann, während über eine in beruhigenden Farbtönen gehaltene Mauer Wasser fliesst. Dies alles solle eine heimelige Atmosphäre schaffen, sagt Vogel. «Weil der Fitnesswillige sich bekanntlich in den eigenen vier Wänden mit der Disziplin schwertut, bringen wir das Heim-Gefühl eben ins Fitnesscenter.»

Die Schweiz im Fitness-Boom

Immer mehr Schweizer wählen für ihren sportlichen Ausgleich den Gang ins Fitnesscenter. Etwa 10 Prozent der Bevölkerung sollen es derzeit sein. Der Branchenreport 2015 des Schweizerischen Fitness- und Gesundheitscenter Verbands (SFGV), für den 105 Fitnessunternehmungen befragt wurden, zeigt auf, dass 63,8 Prozent aller Fitnessbetreiber an eine weitere Zunahme hinsichtlich der kommenden zwei Jahre glauben.

Auch bestätigt dieser, dass die Atmosphäre den Kunden wichtiger ist als etwa die Geräteausstattung. Viele Besucher sprechen zudem auf das Gastronomieangebot vor Ort an, das ihnen erlaubt, sich nach dem Training auch gleich zu verpflegen. So verfügen laut SFGV-Studie bereits über 35 Prozent der befragten Unternehmen über einen eigenen Gastrobetrieb, der bis zu 10,8 Prozent des Jahresumsatzes ausmachen kann.

Das Konzept von «Diis Fitness» könnte folglich den aktuellen Geschmack der potenziellen Kundschaft treffen. So hat Pascal Vogel keine Angst vor ausbleibenden Kunden: «Alle Bekannten, die in der Region ein Fitnessabo haben, klagen über überfüllte Geräteräume, vor allem an den Spitzentagen Montag und Dienstag.» Potenzielle Kunden seien also vorhanden.

Der Einstieg ist für jeden neuen Anbieter schwer. So erlässt «Diis Fitness» bis zu sechs Monate Abogebühren, wenn ein interessierter Neukunde noch an einen Vertrag bei der Konkurrenz gebunden ist. «Die Investition wird sich auszahlen», ist Pascal Vogel überzeugt.

«Diis Fitness», Grossmattstrasse 9 in Urdorf, feiert am Samstag, 12. März von 9 bis 18 Uhr Eröffnung.