Ökumenische Fastenwoche
Dietrich Pestalozzi: «Beim Fasten fühle ich mich leicht und wach»

Heute beginnt die ökumenische Fastenwoche. Dietrich Pestalozzi ist einer der rund 60 Personen, die auch dieses Jahr auf vieles verzichten. Der az Limmattaler Zeitung erklärt er, wie ihn das Fasten bereichert.

Gioia Lenggenhager
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Dietrich Pestalozzi ist Mitglied der reformierten Kirchgemeinde Dietikon und Präsident der Pestalozzi-Gruppe und des Industrie-und Handelsvereins Dietikon.

Dietrich Pestalozzi ist Mitglied der reformierten Kirchgemeinde Dietikon und Präsident der Pestalozzi-Gruppe und des Industrie-und Handelsvereins Dietikon.

Dietrich Pestalozzi ist Mitglied der reformierten Kirchgemeinde Dietikon und Präsident der Pestalozzi-Gruppe und des Industrie-und Handelsvereins Dietikon. Er ist einer von vielen, die in der ökumenischen Fastenwoche auf einiges verzichten.

Herr Pestalozzi, seit 20 Jahren fasten Sie jeden Frühling. Wieso?

Dietrich Pestalozzi: Dafür gibt es verschiedene Gründe. Tatsächlich stehen gar nicht unbedingt die religiösen im Vordergrund. Zum einen ist das Fasten ein angenehmes körperliches Erlebnis. Zum anderen ist es ein interessantes Gruppenereignis. Aber es geht auch darum, nicht immer nur an sich selber zu denken. Fasten bedeutet eine einschneidende Veränderung in den normalen Tagesablauf. Damit wollen wir ein Zeichen setzen. Mit dem Fastenopfer unterstützen wir ein Ernährungsprojekt in Indien.

Sie werden das so genannte Basenfasten anwenden. Dabei schwören Sie Getreide- und Milchprodukten, Fleisch, Fisch, Süssigkeiten, Koffein und Alkohol ab. Ist das gesund?

Man sagt, Fasten entschlackt und entgiftet. Ob es medizinisch nötig und sinnvoll ist, darüber streiten sich die Ärzte heute noch. Ich kann nur so viel sagen: Mir tut es gut.

Fühlt man sich nicht furchtbar energielos?

Überhaupt nicht. Im Gegenteil – ich fühle mich jeweils leicht und wach. Der Körper braucht zirka einen Drittel der Energie, die wir täglich zu uns nehmen, für die Verdauung. Darum hat man während der Fastenzeit viel freie Energie. Oftmals berichten die Fastenden, es gelinge ihnen, sich während dieser Woche auch geistig zu «entschlacken». Viele setzen sich mit ihren Problemen auseinander. Um dies zu fördern, gibt es verschiedene Aktivitäten für die Fastengruppe. Von Wanderungen über Meditationsstunden bis hin zu Entspannungsübungen – das Angebot ist breit.

Welche Lebensmittel werden Sie vermissen?

Für mich sind Süssigkeiten der grösste Verzicht. Torino Schoggistängeli, um genau zu sein. Jedes Jahr klagen viele der Fastendenden über Kopfschmerzen, weil sie kein Koffein zu sich nehmen. Zum Glück trinke ich auch sonst nur wenig Kaffee.

Kopfschmerzen, Hunger, Lust auf Schokolade. Freuen Sie sich auf die Woche?

Natürlich ist der Verzicht immer auch eine Überwindung. Aber ich verbinde die Fastenzeit mit sehr positiven Erfahrungen. Ich geniesse das Fasten. Vielleicht muss man es erlebt haben, um das wirklich zu verstehen.

Es ist eine ökumenische Fastenwoche. Wie wichtig ist Ihnen das Konfessionsübergreifende?

Dass Reformierte und Katholiken zusammenarbeiten, ist sinnvoll und wichtig. Der Austausch wird sehr geschätzt.