Dietikon
Dietikons Sozialabteilung zieht Mitte September um

Die Stadtverwaltung braucht dringend mehr Platz. Dieser wurde nun gefunden: Ab Mitte September zieht die Sozialabteilung an die Neumattstrasse 7, wo rund 1000 Quadratmeter auf zwei Geschosse verteilt gemietet werden können.

Bettina Hamilton-Irvine
Merken
Drucken
Teilen
Die Dietiker Sozialabteilung wird auf rund 1000 Quadratmetern an der Neumattstrasse 7 unterkommen. BHI

Die Dietiker Sozialabteilung wird auf rund 1000 Quadratmetern an der Neumattstrasse 7 unterkommen. BHI

Den Mietvertrag mit einer Dauer von 15 Jahren segnete das Dietiker Parlament am Donnerstagabend mit 27 zu 3 Stimmen ab. Bewilligt wurde dafür ein nicht gebundener Anteil von jährlich wiederkehrenden Mietkosten von gut 176000 Franken.

Der zusätzliche Raumbedarf hat verschiedene Gründe. Der dringendste davon geht auf den Entscheid des Bundesrats zurück, das neue Kindes- und Erwachsenenschutzrecht per 1.Januar 2013 in Kraft zu setzen. Dietikon wird als Sitz der Kinder- und Erwachsenenschutzbehörde für den gesamten Bezirk fungieren. Geplant ist, dass auf der neuen Stelle 14 Mitarbeitende mit einem Pensum von insgesamt 1180 Stellenprozenten arbeiten werden. Die Kosten werden auf alle beteiligten Gemeinden aufgeteilt.

Zudem hat sich der Stadtrat im Dezember2011 auch entschieden, die Amtsvormundschaft für den ganzen Bezirk in Dietikon zu führen. Dieser Entscheid steht in direktem Zusammenhang mit der neu zu schaffenden Kinder- und Erwachsenenschutzbehörde. Diese müsste nämlich mit jeder einzelnen Gemeinde eine eigene Zusammenarbeit definieren, falls alle Gemeinden ihre vormundschaftlichen Mandate weiterhin selbstständig führen würden.

Gedrängter Zeitplan sorgt für Ärger

Dazu kommt ein generell gesteigerter Raumbedarf der Stadtverwaltung, der unter anderem damit zu tun hat, dass die Bevölkerung stetig wächst. Bis in zehn Jahren rechnet der Stadtrat mit einem Zuwachs von 2500 bis 3000 neuen Dietikerinnen und Dietikern. Vor diesem Hintergrund hat sich der Stadtrat zur Zumietung der 1000 Quadratmeter an der Neumattstrasse 7 entschieden: Indem die Sozialabteilung umzieht, entsteht im Stadthaus Platz für die beiden neuen regionalen Stellen.

Kritik am Stadtrat

Auch das Parlament erkannte am Donnerstagabend die Notwendigkeit der zusätzlichen Büroräumlichkeiten. Trotzdem wurde mit Kritik am Stadtrat nicht gespart. Für besonders viel Ärger sorgte der sehr gedrängte Zeitplan des Stadtrats für dieses Geschäft. So stimmte die SVP dem Geschäft zwar grossmehrheitlich zu, jedoch bloss, weil es keine Alternative gebe und dringend sei, wie Trudi Frey sagte. Sie kündigte an, die SVP wolle sich «künftig einem solchen Zeitdruck nicht mehr biegen».

In die gleiche Kerbe schlug Lucas Neff (GP). Er betonte, indem der Stadtrat die Gemeinderäte unter Druck setze, löse er «Unmut» und «ein störrisches Verhalten» aus. Denn fünf Monate, um die Räume umzubauen, seien schlicht zu wenig. «Was wäre der Plan B, wenn wir Nein sagen würden?», fragte Neff. Auch Max Wiederkehr (CVP) fand es «befremdend, dass der Gemeinderat fast zu einem Entscheid gedrängt» werde.

Optimierungen werden abgeklärt

Von mehreren Parteien kritisiert wurde zudem das grosszügige Raumkonzept, welches jeder Person 17Quadratmeter zugesteht. Stadtpräsident Otto Müller (FDP) erklärte, er habe die Kritik und verschiedenen Anliegen gehört und werde sie bedenken. Insbesondere mit Blick auf die Büroausnützung wolle er abklären, ob Optimierungen möglich seien.