Dietikon
Dietikons neustes «Göttikind» fährt bis zu 160 Stundekilometer

Ein «Regio Dosto» wurde gestern in einer feierlichen Zeremonie auf den Namen Dietikon getauft. Der Zug soll ein dynamischer Botschafter für die Dietikon werden. Es ist nicht das erste «Göttikind» auf Schienen für die Stadt.

Anina Gepp
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Gemeinsam zogen Werner Schurter, Leiter Regionalverkehr SBB Zürich, und Stadtpräsident Otto Müller die Folie ab und das Wappen der neuen S-Bahn kam zum Vorschein. Anina Gepp

Gemeinsam zogen Werner Schurter, Leiter Regionalverkehr SBB Zürich, und Stadtpräsident Otto Müller die Folie ab und das Wappen der neuen S-Bahn kam zum Vorschein. Anina Gepp

Anina Gepp

Der Andrang rund um die Zugspitze war gross, als die neue S-Bahn «Regio Dosto» am Bahnhof Dietikon feierlich auf den Namen «Dietikon» getauft wurde. Stadtpräsident Otto Müller und der Leiter Regionalverkehr SBB Zürich Werner Schurter, zogen gemeinsam eine Folie vom neuen Zug ab, unter der das glänzende Wappen der Stadt zum Vorschein kam.

Der 150 Meter lange Zug mit sechs Waggons bietet 414 Plätze in der zweiten und 112 in der ersten Klasse. Fortan wird die S-Bahn auf prominenten Zürcher Zuglinien unterwegs sein. Mit maximal 160 Kilometern pro Stunde wird der «Regio Dosto» das Wappen Dietikons in den Grossraum Zürich heraustragen. Die Dietiker Bevölkerung kann mit dem Zug ab sofort ab ihrem Bahnhof auf der Linie 12 nach Winterthur, beziehungsweise Brugg reisen.

Auf den Schienen

Rund 50 Jahre sind es her, seit das letzte Mal einen Schienengefährt nach Dietikon benannt wurde. Die Lokomotive «Dietikon» mit der Nummer 11 511 nahm ihren Betrieb im Jahr 1965 auf und war für den Gotthard- und Simplonverkehr vorgesehen. Das Ende ihrer Karriere hatte die «Dietikon» vor zirka zehn Jahren, als alle Loks von ihrem Typus aus dem Personenverkehr zurückgezogen wurden. Zu Beginn der 1990er-Jahre wurde dann praktisch nach den meisten Gemeinden im Kanton Zürich mit S-Bahn-Anschluss ein Doppelstockzug benannt - mit Ausnhame von Dietikon. Im Mai 2014 wird es wieder eine Zugtaufe geben. Dann wird die neue «Urdorf» auf die Schienen gelassen. (AZ)

«Die neue S-Bahn ist ein dynamischer Botschafter für Dietikon», sagte Schurter. Der «Regio Dosto» sei die dritte und neuste Generation der S-Bahn der SBB und seit Frühling 2012 auf dem Schienennetz vertreten. Es sei höchste Zeit geworden, wieder ein Fahrzeug auf den Namen der Stadt zu taufen, so Schurter.

Dietikon konnte zwar bereits vor zwei Jahren einen Diamantzug der BDWM auf den Namen Dietikon taufen, doch ein «Göttikind» der SBB hatte die Stadt seit 2010 nicht mehr. «1965 wurde eine Gotthardlokomotive auf den Namen Dietikon getauft. Sie wurde aber vor drei Jahren verschrottet», erklärte Müller. Umso mehr freut es ihn, dass nun eine S-Bahn getauft werden konnte. «Der öfffentliche Verkehr hat für Dietikon eine wichtige Bedeutung. Die Stadt profitiert durch die Erschliessung der Bahn.»

Dass Dietikon abermals die Ehre hat, Namensvetter für einen Zug der SBB zu sein, verdankt die Stadt Walter Eckert vom Stadtverein Dietikon. Der Eisenbahnliebhaber bekam sofort eine Zusage der SBB, als er diese anfragte, ob nicht wieder eine S-Bahn auf den Namen Dietikon getauft werden könnte. Dementsprechend stolz nahm Eckert die Taufurkunde entgegen.

«Ich freue mich und bin auch ein wenig stolz. Es ist schön, dass es so schnell geklappt hat», sagt er. Während Eckert vor dem neu getauften Zug abgelichtet wurde, genossen die Besucher einen Apéro und lauschten der Musik des Bläserquintetts der Dietiker Stadtmusik. Anschliessend durften sich alle Gäste, unter die sich Mitglieder des Stadtvereins und Anwohner Dietikons mischten, auf eine Rundfahrt im frisch getauften «Regio Dosto» begeben.

Mit ein auf die Reise über Killwangen, Würenlos, Seebach und Altstetten stiegen auch Vertreter aus der Politik wie der Stadtrat Jean-Pierre Balbiani, Sicherheitsvorstand Heinz Illi, Gemeinderatspräsident Stephan Wittwer und der Schlierem Stadtpräsident Toni Brühlmann-Jecklin.