Dietikon

Dietikons Badmeister schruppen die Bassins

Während der nächsten zwei Wochen wird das Hallenbad Fondli auf Vordermann gebracht: Plättli geschruppt, neue eingesetzt und Risse gespachtelt, Filter, Dichtungen und Schläuche gereinigt. Drei Tonenn Putzmittel werden pro Jahr verbraucht.

Der typische Hallenbadgeruch ist fast verflogen, die Temperatur mit 20 Grad Celsius noch immer recht warm, aber nicht mehr tropisch. Das Kindergeschrei fehlt, das Geräusch aufgewühlten Wassers, weder Geplansche noch Gespritze ist zu hören. Die Bassins sind leer, eine Million Liter Wasser ist übers Wochenende im Abfluss verschwunden. Die jährliche Hauptreinigung steht an.

Während der nächsten zwei Wochen wird das Hallenbad Fondli auf Vordermann gebracht: Plättli geschruppt, neue eingesetzt und Risse gespachtelt, Filter, Dichtungen und Schläuche gereinigt oder ausgewechselt, das Kassensystem neu programmiert, alle Anlagen kontrolliert und revidiert. Betriebsleiter Oskar Schildknecht und seine vier Badmeister Martin Leimgruber, Markus Bättig, Dani Frei und Jürgen Klossner haben alle Hände voll zu tun.

Drei Tonnen Putzmittel

Putzen gehört im Hallenbad zur Tagesordnung: Die Halle und die Garderoben werden täglich abgespritzt und ein Mal pro Woche mit Putzmittel gereinigt. «Wir verbrauchen jedes Jahr rund zweieinhalb bis drei Tonnen Reinigungsmittel», sagt Schildknecht. Die Hauptreinigung aber spielt in Sachen Aufwand in einer anderen Liga: Schildknecht führt eine mehrseitige Checkliste, nebst den eigenen Mitarbeitern müssen noch diverse auswärtige Handwerker koordiniert werden, die grössere und Spezial-Arbeiten ausführen. «Wir haben aber bereits Routine, auch die auswärtigen Firmen wissen genau, was sie zu tun haben», sagt Schildknecht.

Die grösste Fleissarbeit ist das Becken-Putzen: Während die Bassinböden mit Maschinen gesäubert werden können, müssen die Männer die Beckenwände mit dem Schrupper bearbeiten. Dutzende Quadratmeter Plättli, in Handarbeit poliert – der Albtraum jedes Bad-Putzers. Schildknecht winkt ab, so schlimm sei das nicht. «Die Platten sind glasiert, der Dreck haftet nicht so gut.» Eine Strafarbeit sei die Hauptreinigung keinesfalls. «Wir machen das nicht ungern, es ist eine willkommene Abwechslung zum normalen Badebetrieb», so Schildknecht.

Lustiges Pfeifen im Tank

Im Keller des Hallenbades ist der Chlorgeruch wieder deutlich wahrnehmbar. Hier sind die technischen Anlagen, wie beispielsweise Schwallwasserbecken für überlaufendes Wasser, Filteranlagen und der Schlammwassertank untergebracht. Aus einem der Becken hört man lustiges Pfeifen; Martin Leimgruber säubert gerade das Rückspülbecken. Quasi im Blindflug; durch ein grosses Bullauge muss er in den Tank steigen und im Dunkeln putzen. Weiter hinten im Labyrinth der Rohre, Leitungen und Tanks arbeitet Jürgen Klossner an einer Treppenstufe, wechselt gesprungene Mosaiksteinchen aus – kein Problem für den gelernten Plattenleger. «Das ist ‹gäbig›, wenn unsere Mitarbeiter solche handwerkliche Fähigkeiten mitbringen», sagt Schildknecht.

Bis Freitagabend müssen die Bassins fertig geputzt sein. Dann werden die Becken gefüllt, damit das Wasser rechtzeitig zur Wiedereröffnung am 2. Oktober warm ist.

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