Dietikon
WLAN-Pläne des Stadtrats werden konkreter – in drei Metern Höhe bei der Markthalle wird der Sender montiert

Die Stadt rechnet damit, dass über hundert Personen das geplante öffentliche WLAN nutzen werden. Das soll das Zentrum beleben.

David Egger
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In Dietikon wird bald dank Stadt-WLAN gratis gesurft.Bild: M. Jans-Koch

In Dietikon wird bald dank Stadt-WLAN gratis gesurft.Bild: M. Jans-Koch

Bild: Manuela Jans-Koch

Obwohl die meisten Menschen heute ein Handyabo mit Internet haben, will Dietikon in seinem Zentrum ein Gratis-WLAN einrichten. Dazu hat der Gemeinderat Andreas Wolf (Grüne) dem Stadtrat mehrere Fragen gestellt. Nun liegen die Antworten vor.

Darum ist das WLAN insbesondere für Junge, Touristen und ausländische Geschäftsleute interessant

Der Stadtrat stellt sich darin auf den Standpunkt, dass durchaus eine Nachfrage nach kostenlosen Hotspots der öffentlichen Hand bestehe. Dafür beruft er sich auf Zahlen des Bundesamts für Kommunikation. Diese besagen, dass rund 25 Prozent aller Mobilfunknutzer kein Handyabo und damit auch sicher ­keine Internet-Flatrate haben. Stattdessen nutzen sie Prepaid-Angebote. Hochgerechnet auf die Stadt Dietikon entspreche dies einem Anteil von fast 7000 Personen. Nicht nur, aber insbesondere für diese ist ein öffentliches WLAN attraktiv, ist die Stadt überzeugt. Hinzu kommen Personen mit Handyabo, die den monatlichen Datenverbrauch im Internet zum Beispiel auf drei oder fünf Gigabytes limitieren – ein Mass, das angesichts von Streamingdiensten, Videoanrufen und so weiter schnell erreicht ist. Gerade Jugendliche und junge Erwachsene können sich Abos mit unlimitierten Datenpaketen oft nicht leisten. Und nicht zuletzt sei, so der Stadtrat, ein öffentliches WLAN auch für Touristen und Geschäftsleute aus dem Ausland attraktiv. Denn mobiles Surfen kann fernab der Heimat schnell horrend teuer werden.

Effretikon als Vorbild

Um Erfahrungswerte zu sammeln, hat sich der Dietiker Stadtrat umgehört. Effretikon mit seinen rund 17'500 Einwohnern – also etwas mehr als die Hälfte von Dietikon – betreibe in seinem Zentrum seit drei Jahren zusammen mit EKZ einen ­WLAN-Hotspot. Dieser verzeichne «täglich zwischen 100 und 160 Nutzern», wobei sowohl die Nutzerzahlen als auch die Nutzungsdauer ständig steigen, wie der Stadtrat festhält. ­WLAN-Hotspots seien überdies ein Instrument des Standortmarketings. In Dietikon werde das WLAN das Zentrum attraktiver machen und «für mehr Leben im Stadtzentrum sorgen».

Der Hotspot soll in drei Metern Höhe an der Markthalle installiert werden, denn dort habe es einen Glasfaseranschluss, erklärt der Stadtrat weiter. Das komme relativ vielen Menschen zugute. «Das öffentliche WLAN soll die Aufenthaltszonen rund um den Marktplatz und den Kirchplatz mit einer Sendeantenne erschliessen.»

Man muss sich mit der Handynummer authentifizieren

Gemeinderat Andreas Wolf hatte zudem danach gefragt, wie es mit dem Datenschutz aussieht. Die Stadt verweist darauf, dass das Dietiker WLAN mit einem Log-in abgesichert sein werde – wer es nutzen will, muss sich mit Handynummer authentifizieren, um den Zugangscode zu erhalten. Das soll Missbrauch verhindern. Auf personenbezogene Inhalte und Daten wie zum Beispiel Handyfotos werden die Betreiber – also die Stadt Dietikon und EKZ – keinen Zugriff haben, verspricht die Stadt.

Die Strahlung liegt weit unter dem Grenzwert

Auch bei der Strahlung sieht die Stadt kein Problem: Bereits in 20 Zentimeter Entfernung zur Antenne beträgt die Strahlung nur einen Zehntel des Gesundheitsgrenzwerts, in einem Meter Entfernung sogar einen Vierzigstel. Wenn der Hotspot das ganze Jahr läuft, entspreche das einem jährlichen Energiebedarf von etwa drei Prozent eines Vier-Personen-Haushalts.