Dietikon

Dietikon will kein Tunnel-Portal beim Pumpwerk Schönenwerd

Dietikon fürchtet um die Qualität des Trinkwassers, sollte beim bei den Schönenwerd-Werken eine Grossbaustelle entstehen. (Symbolbild)

Dietikon fürchtet um die Qualität des Trinkwassers, sollte beim bei den Schönenwerd-Werken eine Grossbaustelle entstehen. (Symbolbild)

Dietikon will keine Grossbaustelle in der Nähe der Trinkwassererfassung. Der Stadtrat würde sich gegen ein Honerettunnel-Portal bei den Schönenwerd-Werken wehren, sollten die SBB diesen Standort wählen.

Der Stadtrat betont in seiner Antwort auf die kleine Anfrage des CVP-Gemeinderats Gabriele Olivieri zwar, dass sowohl die genaue Lage der Tunnelportale als auch die Linienführung des geplanten Honerettunnels «noch völlig offen» sind. Würden die SBB aber, wie momentan im Sachplan Verkehr - Teil Infrastruktur Schienen (SIS) vorgesehen, das östliche Tunnelportal «derart nahe bei den Grundwasserfassungen der Pumpwerke Schönenwerd bauen wollen», würde die Stadt intervenieren. Für eine Verschiebung des Tunnelportals nach Westen will er sich aber nicht einsetzen, da er ein Portal auf Dietiker Gemeindegebiet verhindern will.

Angst um Grundwasser

Olivieri äusserte in seiner am 7. Februar eingereichten Anfrage Bedenken zur im SIS projektierten Position der Portale sowie der Linienführung des Tunnels, den die SBB unter dem Honeret planen. Das östliche Tunnelportal sei im Gebiet der Schönenwerderkreuzung vorgesehen, «ganz in der Nähe von den Pumpwerken Schönenwerd 1 und 2, unseren wichtigsten Trinkwasservorkommen», schrieb Olivieri. Ausserdem werde der Tunnel auf der Höhe des Marmoriweihers die Reppisch «unterqueren, aber immer noch deren Grundwasserstrom abschneiden». Dies bewog ihn, den Stadtrat zu fragen, wie er «die Problematik einer gigantischen Baustelle auf Dietiker Wohngebiet und so nahe an unseren wichtigsten Trinkwasserfassungen» einschätze.

Noch zu früh

Dieser schätzt Olivieris Bedenken erst einmal als noch etwas verfrüht ein. «Der Honerettunnel ist im SIS eingetragen, jedoch noch weit von einer konkreten Projektierung entfernt», heisst es in der Antwort des Stadtrats. Auch die genaue Lage des östlichen Tunnelportals sei noch alles andere als klar. Die SBB hätten eine Studie in Auftrag gegeben, die bestimmen soll, wo die Tunnelportale am besten zu stehen kommen. Diese sei zurzeit aber noch in Bearbeitung.

Grundwasser soll geschützt werden

«Grundsätzlich» begrüsse der Stadtrat den Honerettunnel, wie seiner Antwort zu entnehmen ist. Mit dessen Bau erübrige sich ein Sechsspurausbau der bestehenden Bahnlinie im Raum Dietikon, so das Argument. Bestehe die reale Gefahr einer Beeinträchtigung des Dietiker Grundwassers, würde er dennoch intervenieren: «Sollten die SBB das Portal tatsächlich derart nahe bei den Grundwasserfassungen der Pumpwerke Schönenwerd bauen wollen, wird sich der Stadtrat entschieden dagegen wehren.»

Eine weitere Frage Olivieris betraf die Tunnelführung. Ob der Stadtrat bereit sei, sich für eine Verschiebung der Tunnelführung nach Süden - «in weniger bebaute Gebiete» - und des Tunnelportals nach Westen einzusetzen, fragte der CVP-Gemeinderat die Exekutive.

Keine Verschiebung westwärts

Von Olivieris Forderung nach einer Verschiebung westwärts will der Stadtrat nichts wissen: Weil ein westlicheres Portal auf dem Gemeindegebiet von Dietikon zu liegen käme, lehnt der Stadtrat es «aus städtebaulichen Gründen» ab. Er habe den SBB bereits in der Stellungnahme zum SIS vom 11. Februar eine Erstellung des Ost-Portals «östlich von Schlieren im Raum Altstetten» beantragt (die Limmattaler Zeitung berichtete). Eine möglichst frühe unterirdische Streckenführung ab Zürich würde das Limmattal vor Immissionen schützen, schrieb der Stadtrat damals.

Der Dietiker Stadtrat hat sich auch dafür starkgemacht, dass das Trassee des Tunnels mit der Linienführung der Südwestumfahrung Dietikon, die im Kantonalen Richtplan eingetragen ist, abgestimmt werden müsse. Diese soll das Dietiker Zentrum und insbesondere die Steinmürlistrasse vom Durchgangsverkehr entlasten.

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