Dietikon
Dietikon will am kantonalen Schulversuch teilnehmen - aber später

Dietikon hat sich nicht für die erste Staffel des neuen kantonalen Schulversuchs «Starke Lernbeziehungen» beworben. Der Stadtrat lehnt diesen aber nicht ab. Dietikon wird wohl an der zweiten oder drittel Staffel teilnehmen.

Bettina Hamilton-Irvine
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Im Schulversuch soll ausprobiert werden, ob es von Vorteil ist, wenn eine Klasse nur von zwei Lehrern unterrichtet wird.

Im Schulversuch soll ausprobiert werden, ob es von Vorteil ist, wenn eine Klasse nur von zwei Lehrern unterrichtet wird.

Keystone

Dietikon hat sich nicht für die erste Staffel des neuen kantonalen Schulversuchs «Starke Lernbeziehungen» beworben. Wie der Stadtrat in der Antwort auf eine kleine Anfrage von SVP-Gemeinderätin Trudi Frey schreibt, sei dies jedoch «keine grundsätzliche Ablehnung» des Projekts. Vielmehr habe der Entscheid praktische Gründe.

Richtige Stossrichtung

Prinzipiell erachte er den Versuch als «eine gute Sache», sagt Schulpräsident Jean-Pierre Balbiani (SVP) auf Anfrage. Jedoch wäre es überstürzt gewesen, sich bereits jetzt als eine der ersten Versuchsgemeinden zur Verfügung zu stellen.

Die kantonale Bildungsdirektion gab Ende Januar bekannt, das Projekt solle per Sommer 2013 lanciert werden. Rückmeldungen aus Schulen hatten ergeben, dass zu viele Lehrpersonen an einer Klasse zu einer erhöhten Belastung der Schüler und der Lehrpersonen führen können. Daher sollen nun im Rahmen des Versuchs nur noch zwei Lehrpersonen eine Klasse unterrichten.

Er erachte dies generell als die richtige Stossrichtung, sagt Balbiani. Jedoch sei es wichtig, dass eine Teilnahme am Versuch richtig aufgegleist werde. «Die Lehrer müssen sich darauf vorbereiten können, sonst wird es zur Hauruck-Übung», sagt der Schulpräsident. Zudem müsse man auch abklären, welche personalrechtlichen Konsequenzen das Ganze habe. Da man sich jedoch bereits Anfang März hätte anmelden müssen, sei die Zeit dafür zu knapp gewesen. Zudem sei man zurzeit dabei, die Ergebnisse einer Evaluation des sonderpädagogischen Konzepts auszuwerten. Da man sich in diesem Zusammenhang auch Gedanken über die Grundhaltung zur schulischen Integration mache, sei es wenig sinnvoll, sich jetzt schon neu zu orientieren.

Grundsätzlich sei man aber nicht abgeneigt, sich der zweiten Staffel ab Sommer 2014 oder ein Jahr später der dritten Staffel anzuschliessen, sagt Balbiani. Das Projekt ist denn in den Dietiker Schuleinheiten auch schon zum Thema geworden. Diesen Monat diskutieren die Schulleitungen an ihrer Konferenz ihre Haltung dazu. Anschliessend wird die Schulpflege das weitere Vorgehen beraten.

Bei Frey kommt das gut an: «Ich bin positiv überrascht und freue mich, dass man bereits an der Arbeit ist», sagt sie. Das Thema liege ihr persönlich sehr am Herzen. An den Stadtrat gewandt habe sie sich, nachdem sie in einem Gespräch mit Eltern erfahren habe, dass deren Kind mehr als zehn verschiedene Lehrer habe. «Das hat mich schon stutzig gemacht.»

«Qualität wird steigen»

Zudem sei das Thema für die SVP schon länger aktuell, sagt Frey: Ihre Fraktion habe bereits vor einigen Jahren verlangt, dass die Kleinpensen an der Schule Dietikon reduziert werden. Die Idee des Schulversuchs sei daher richtig: «Damit wird die Qualität an den Schulen steigen.»