Dietikon
Dietikon wagt einen Blick in Zukunft

Wie wird Dietikon im Jahr 2040 aussehen? Das war die Frage an der Podiumsdiskussion anlässlich des Stadthausjubiläums. Bei den Einwohnern von Dietikon stiess sie auf reges Interesse.

Christoph Merki
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Hans Bohnenblust, Jeanne Pestalozzi, Otto Müller, Bettina Hamilton-Irvine, Karin Frick, Markus Notter (v.l.).

Hans Bohnenblust, Jeanne Pestalozzi, Otto Müller, Bettina Hamilton-Irvine, Karin Frick, Markus Notter (v.l.).

Christoph Merki

Bei grossen Jubiläen liegt der Fokus im Normalfall auf der Vergangenheit. Nicht so in Dietikon: Zum Anlass des 20. Geburtstags des Stadthauses zeigen sich die Dietiker zukunftsorientiert. Unter dem Motto «Dietikon 2040» diskutierten Experten und Dietiker Persönlichkeiten über Zukunftsperspektiven.

Anstoss für die Gedanken der illustren Runde gab Karin Frick vom Gottlieb-Duttweiler-Institut. An der Diskussion nahmen der aktuelle Stadtpräsident Otto Müller und die beiden ehemaligen Präsidenten Hans Bohnenblust und Markus Notter sowie die ehemalige Kirchenrätin Jeanne Pestalozzi teil. Moderiert wurde der Anlass von Bettina Hamilton-Irvine, stellvertretende Chefredaktorin der «az Limmattaler Zeitung».

Es braucht Entscheidungen

Sie könne zwar keine genauen Voraussagen machen, sondern vielmehr Entwürfe und Bilder entwickeln, wie sich die Zukunft gestalten könnte, erklärte Frick. «Es braucht schon heute Entscheidungen, um sich in die gewollte Richtung entwickeln zu können», führt sie aus. Zwar waren Fricks Ideen und Illustrationen breit gefächert und futuristisch, jedoch war der Trend «weniger ist mehr» in den Ausblicken immer wieder zu erkennen. «Wir könnten eine qualitativ gute Lebenshaltung erreichen, wenn wir auf mehr verzichten», sagte sie und forderte die Gesellschaft zu bescheidenerem Verhalten auf. Anzeichen dafür gebe es schon; vor allem aus Asien würden innovative Erfindungen bekannt – wachsende Stühle aus Bambus zum Beispiel.

Wie aber sehen Dietiker Persönlichkeiten die Zukunft? Während sich Markus Notter in rund 30 Jahren mit dem Rollator durch die Strassen ziehen sieht, werde Hans Bohnenblust zwar «die Rüebli von unten angucken», aber mit Interesse verfolgen, was in seiner Heimatstadt vor sich gehe. Optimistisch ist Karin Frick, die sich dank Fortschritten in der Medizin auch noch in 30 Jahren joggen sieht, wohl an den in Dietikon entstandenen Hochhäusern vorbei, welche Jeanne Pestalozzi als unumgänglich betrachtet.

Verlagerung von Statussymbolen

Interessant die entstandene Diskussion, wurde doch immer wieder der Wunsch nach einer Veränderung der heutigen Lebensstandards geäussert. Verlangsamung, mehr Miteinander und der Genuss der Natur waren diesbezüglich Schlagworte. Auch wenn sich die Diskussion nicht mehr nur um Dietikon drehte, sondern fast schon globales Format annahm, brachten die Podiumsteilnehmer immer auch wieder eine persönliche Note ins Gespräch ein.

Als Quintessenz der Diskussion kann eine erwartete Verlagerung von Statussymbolen zusammengefasst werden. Frick sieht sogar ein sich neu entwickelndes Luxusverständnis. So sei das Auto, am liebsten schön und gross, früher noch ein Zeichen der Mobilität gewesen; heute würde die Effizienz höher gewertet. Trotz Wirtschaftskrise und aktuellen Herausforderungen im Bereich Energie und globaler Ernährung sehen die Podiumsteilnehmer den kommenden Zeiten optimistisch entgegen. Hans Bohnenblust setzt grosses Vertrauen in die kommende Generation: «Die Jungen werden es gut machen», meinte er. Wie auch immer die Zukunft aussehen wird, Otto Müller hat mit seiner Schlussbemerkung wohl den Nerv der Diskussion getroffen: «Man soll die Zukunft nicht voraussagen, sondern gestalten.»