Er war in jeder Hinsicht aussergewöhnlich, der Dietiker Ehrenbürger Karl Klenk, der vor wenigen Tagen verstorben ist. Nicht nur, weil er am nächsten Mittwoch 105 Jahre alt geworden wäre und damit mit Abstand Dietikons ältester Einwohner war.

Auch nicht, weil er noch bis wenige Tage vor seinem Tod täglich von seinem Einfamilienhaus an der Holzmattstrasse ins Ortsmuseum pilgerte, um die Stadtchronik zu ergänzen – Routine hält fit, war sein Motto. Er kann es wohl selbst am besten erklären, was ihn zeitlebens zur Ausnahmeerscheinung und 2001 zum Dietiker Ehrenbürger gemacht hat: «Die Sache ist ganz einfach! Wenn mir irgendetwas gut und wünschenswert erschien, dann verwirklichte ich den erstrebten Zustand meinen Kräften entsprechend, ohne irgendjemanden um Erlaubnis zu bitten.»

Dieser Einstellung haben auch Generationen von Dietiker Schulkindern einiges zu verdanken. Während 50 Jahren hat Klenk am Dietiker Zentralschulhaus unterrichtet. 1934 war der in Meilen als Deutscher geborene Klenk nach eigenen Aussagen als damals jüngster Sekundarlehrer im Kanton Zürich nach Dietikon abgeordnet worden.

Am Ende seiner Karriere hatte er die Volkshochschule gegründet, Skilager initiiert, den Schwimmunterricht nach Dietikon gebracht und mit privaten Musikstunden einen Vorläufer der heutigen Musikschule geschaffen. Einige seiner privaten Leidenschaften, den Trachtentanz etwa oder das Geigenspiel, musste er vor einigen Jahren allerdings aufgeben; ganz spurlos zog das Alter auch an einer Ausnahmeerscheinung wie ihm nicht vorbei.