Am 2. November ist es soweit. Auf dem Netz des Zürcher Verkehrsverbunds (ZVV) rollt ab dann ein Triebwagen, der auf den Namen Dietikon getauft ist. Das Modell «Regio Dosto» wird feierlich zu Klängen des Bläserquartetts der Stadtmusik empfangen. Im Anschluss ist die Bevölkerung auf eine Gratis-Rundfahrt geladen, um sich mit dem neuen Doppelstocktriebzug vertraut zu machen.

Rund 50 Jahre ist es her, seit das letzte Mal ein Schienengefährt nach Dietikon benannt wurde. Die Lokomotive «Dietikon» mit der Nummer 11 511 nahm ihren Betrieb im Jahr 1965 auf und war für den Gotthard- und Simplonverkehr vorgesehen. Sie gehörte zum Typus Ae 6/6 und ist ausgemustert, wird also nicht mehr eingesetzt.

Doppelstockzug für jede Gemeinde

Das Ende ihrer Karriere im Personenverkehr hatte die «Dietikon» aber schon vor längerer Zeit: Vor zehn Jahren wurden alle Loks des Typus Ae 6/6 vom Gebrauch für den Personenverkehr zurückgezogen und nur noch für den Güterverkehr verwendet.

Zu Beginn der 1990er Jahre wurde praktisch nach den meisten Gemeinden im Kanton Zürich mit S-Bahn-Anschluss ein Doppelstockzug benannt. Mit Ausnahme von Dietikon. Über die genauen Gründe dafür kann nur spekulieren werden. Gut möglich, dass man zuerst denjenigen Gemeinden den Vorzug geben wollte, nach denen noch keine Lok benannt war.

Laut Angaben der SBB, kamen so Schlieren, Weiningen, Birmensdorf und Urdorf in den Genuss eines nach ihnen benannten Triebwagens für Doppelstockzüge. Wobei das Glück Urdorfs nur von kurzer Dauer war. Denn nach wenigen Jahren in Betrieb verkaufte die SBB zwei Doppelstockzüge an die Sihltal-Zürich-Üetliberg Bahn (SZU). Die «Urdorf» war eine der verkauften Kompositionen.

Johner bringt «Urdorf» zurück

Laut Patrick Müller, Leiter Stab der Gemeinde Urdorf, wird sich dies im nächsten Mai jedoch ändern. Da vorgesehen ist, dass die Urdorferin Brigitta Johner (FDP) im nächsten Jahr das Präsidium des Kantonsrates übernimmt, solle anlässlich der traditionellen Zugfahrt in die Heimatgemeinde der Präsidentin ein neuer Doppelstockzug auf den Namen «Urdorf» getauft werden, so Müller.

Das Gemeindewappen, das wieder auf einer S-Bahn thronen soll, haben die SBB aufbewahrt. Es wurde vom Doppelstockzuge, der an die SZU verkauft wurde, abmontiert und eingelagert, heisst es vonseiten der SBB.