Dietikon
Trotz totalem Stillstand 2020 fast gleich viel Abfall verbrannt – aber die Personalsuche im Bereich Fernwärme bereitet der Limeco Mühe

2020 hat die Limeco in Dietikon 93'870 Tonnen Abfall verwertet, obwohl die Kehrichtverbrennungsanlage während zwei Wochen ganz stillstand. Zudem sparte sie einen sechsstelligen Betrag ein, weil sie für neu geschaffene Stellen kein Personal fand.

David Egger
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Im vergangenen Jahr war bei der Limeco in Dietikon so einiges los, wie der Geschäftsbericht zeigt.

Im vergangenen Jahr war bei der Limeco in Dietikon so einiges los, wie der Geschäftsbericht zeigt.

Sandra Ardizzone

Das Limmattal geht voraus: In Dietikon entsteht die erste industrielle Power-to-Gas-Anlage der Schweiz. Diese wird dereinst, vereinfacht gesagt, aus Strom Gas machen und somit Energie speichern. Die Bauarbeiten für die Anlage sind in vollem Gange, von aussen sieht das Gebäude schon fertig aus, noch fehlt das Innenleben. Von einem «Leuchtturmprojekt» war die Rede beim Spatenstich im September 2020. Die Limeco hat sich letztes Jahr auch noch mit ganz anderen grossen Brocken beschäftigt. Das zeigt der 62 Seiten starke Geschäftsbericht 2020, den die 1959 gegründete interkommunale Anstalt von Dietikon, Schlieren, Urdorf und den fünf Gemeinden rechts der Limmat gestern veröffentlicht hat.

Zehn Kilometer neue Fernwärme-Leitungen verbaut

36 Millionen Franken hat die Limeco letztes Jahr insgesamt investiert. Bei der Kehrichtverwertungsanlage wurden beispielsweise neue und effizientere Wärmerückgewinnungssysteme in Betrieb genommen. Und in der Fahrweid nahm die Limeco ihren neuen Abwasser-Hauptsammelkanal sowie den Erweiterungsbau des Abwasser-Pumpwerks Länggenbach in Betrieb. Die auffälligste Investition war aber auch 2020 der Ausbau des Fernwärmenetzes, das die Heizenergie der Kehrichtverwertungsanlage zu zahlreichen Gebäuden im Limmattal bringt. Dieser Ausbau allein schlug mit 18 Millionen Franken zu Buche. 10'012 Trassee-Meter Fern­wärme-Versorgungsleitungen wurden 2020 insgesamt verlegt. 60 Heizungsanlagen im Limmattal wurden auf ­Limeco-Fernwärme umgestellt und 94 Wärmelieferverträge neu ab­geschlossen.

Wie die «Limmattaler Zeitung» bereits letzte Woche berichtete, hat der Bereich Fernwärme 2020 erstmals seit dem Beginn des Netzausbaus im Jahr 2016 einen Gewinn ausgewiesen – vier Jahre früher als im Businessplan vorgesehen. Dieser Gewinn beziffert sich auf 485'000 Franken, wie nun dem Geschäftsbericht zu entnehmen ist. Allerdings ist diese Zahl zu relativieren. Denn neben den Leitungen für die Fernwärme muss auch die Stellenzahl für die Fernwärme ausgebaut werden, um die Administration zu gewährleisten, die Wärme gut zu verkaufen und das Netz zu unterhalten – und dabei harzt es etwas, wie dem Geschäftsbericht zu entnehmen ist:

«Leider konnten die geplanten Stellen nicht wie budgetiert besetzt werden, was dazu führte, dass der Personalaufwand fast 400'000 Franken tiefer ausfiel als vorgesehen.»

Zudem wurden nicht benötigte Rückstellungen in der Höhe von 237'000 Franken aufgelöst, was sich ebenfalls positiv aufs Fernwärme-Ergebnis auswirkte.

Der Geschäftsbericht zeigt auch, dass in der Kehrichtverwertungsanlage in Dietikon letztes Jahr 93870 Tonnen Abfall verbrannt wurden. Das sind 242 Tonnen weniger als im Vorjahr. Mit ein Grund dafür: Für den Einbau der neuen Wärmerückgewinnungssysteme stand die Anlage zwei Wochen lang total still. Die Abwasserreinigungsanlage hat 12 Millionen Kubikmeter Mischwasser gereinigt und somit 0,87 Millionen Kubikmeter weniger als 2019.

Insgesamt erzielte die Limeco letztes Jahr 35,98 Millionen Franken Aufwand und 43,35 Millionen Franken Ertrag. Das Eigenkapital stieg so auf 40,63 Millionen Franken.