Dietikon
Trotz niedriger Impfquote: Wieso die Stadt keine zusätzlichen Anstrengungen unternehmen will

Die Stadt Dietikon habe mit dem Betrieb eines Impfzentrums bereits viel für eine hohe Impfquote unternommen, antwortet der Stadtrat auf Kleine Anfragen der Gemeinderäte Peter Metzingen (FDP) und Silvan Fischbacher (SP). Zudem gebe es noch einfache Möglichkeiten, sich weiterhin impfen zu lassen.

Larissa Gassmann
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Von Anfang April wurde bis Ende August wurde hier geimpft: das Covid-19-Impfzentrum in der Stadthalle in Dietikon.

Von Anfang April wurde bis Ende August wurde hier geimpft: das Covid-19-Impfzentrum in der Stadthalle in Dietikon.

Sandra Ardizzone

Die Stadt Dietikon will beim Impfen zurzeit keine Zusatzaktionen in Angriff nehmen. So sei der kantonale Impfbus, der auch in diversen Limmattaler Gemeinden Halt macht, zurzeit kein Thema. Dies schreibt der Stadtrat in seinen Antworten auf zwei Kleine Anfragen der Gemeinderäte Peter Metzinger (FDP) und Silvan Fischbacher (SP). Beide monierten die vergleichsweise tiefe Impfquote in Dietikon und wollten vom Stadtrat wissen, was dieser dagegen unternehme.

An Dietikerinnen und Dietiker wurden bis und mit Sonntag bisher insgesamt 14'889 Zweitimpfungen verabreicht, wie die Daten des Kantons Zürich zeigen. Somit beträgt die Impfquote 53,1 Prozent; bei den Erstimpfungen sind es 59,2 Prozent. Sowohl im Vergleich zu den durchschnittlichen Werten im Bezirk Dietikon (62 Prozent) als auch kantonsweit (67 Prozent) liegt die Stadt dabei im Hintertreffen. Der Rückstand ist bei den Erstimpfungen etwas kleiner. Im Kanton und im Bezirk haben zwei Prozent der Bevölkerung bisher nur einen Piks erhalten.

Diverse Bevölkerungsstrukturen führen laut Studien zu tiefer Impfquote

Es gebe Studien, die belegen, dass die Impfquote bei einer diversen Bevölkerungsstruktur tiefer ist, schreibt der Stadtrat in seiner Antwort an Gemeinderat Metzinger. «Von diesem Umstand dürfte auch Dietikon betroffen sein.» Auch deshalb habe man sich für mehrsprachige Informationen und einen vereinfachten Zugang eingesetzt. Erwähnt wird im Antwortschreiben etwa eine albanische Zeitschrift, in der ein Beitrag über das Impfzentrum publiziert wurde.

Im laufenden Jahr betrieb die Stadt in der Stadthalle von Anfang April bis Ende August eines der elf regionalen Impfzentren im Kanton. Dies sollte «für alle Impfwilligen Motivation genug gewesen sein», schreibt der Stadtrat. Schliesslich habe man den Einwohnerinnen und Einwohnern ermöglicht, einfach und ohne Zusatzaufwand an eine Impfung zu gelangen. «Die Bevölkerung von Dietikon hatte das Impfzentrum quasi vor der Haustüre.»

Verabreicht wurden insgesamt rund 70'000 Impfungen. Mit dem Impfzentrum habe der Stadtrat also bereits viel für eine hohe Impfquote unternommen, heisst in der Antwort an Gemeinderat Fischbacher. Impfen könne man sich nach wie vor in drei Apotheken und bei diversen Hausärzten. Deshalb ist der Stadtrat überzeugt, «dass impfwillige Personen nach wie vor eine unkomplizierte Möglichkeit finden». Sollte nächstes Jahr die mobile Impfkampagne des Kantons mit den Impfbussen weitergeführt werden, schliesst der Stadtrat auch dieses Angebot als Möglichkeit in Dietikon nicht aus.

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