Dietikon
Träge Holzbrühe staut sich im Oberwasserkanal – Kraftwerk musste abgeschaltet werden

Das EKZ-Kraftwerk auf der Grieninsel kann die Wassermassen nicht mehr bewältigen.

Lukas Elser
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Über mehrere Dutzend Meter staut sich das Holz vor dem Dietiker Kraftwerk. Der Oberwasserkanal ist zu einem Durchlauf für eine sich zäh fortbewegende Dreckmasse geworden. Der Wasserpegel vor der Limmatbrücke ist so hoch, dass der Schriftzug des Kraftwerks nur noch zur Hälfte herausschaut. Und den Uferweg, der in weiser Voraussicht bereits vor Tagen abgesperrt wurde, erkennt man nur noch am Zaun, der aus dem Wasser ragt.

Vor dem Kraftwerk Dietikon staut sich das Schwemmholz. Im Bild der Oberwasser-Kanal.

Lukas Elser

Die Wassermassen der letzten Tage haben das Limmattal fest im Griff. Das derzeitige Volumen der Limmat ist für das Kraftwerk der Elektrizitätswerke des Kantons Zürich (EKZ) einfach zu viel geworden. Deshalb musste es abgeschaltet werden, wie Mediensprecher Christian Schwarz am Dienstagnachmittag gegenüber der «Limmattaler Zeitung» sagte.

«Das Kraftwerk kann nicht mehr als 370 Kubikmeter Wasser pro Sekunde bewältigen.» Darum habe man es jetzt vollständig vom Wassersystem abgekoppelt. Die Schleusen, die das Wasser normalerweise regulieren, seien komplett geöffnet worden. «Der künstliche Eingriff des Kraftwerks wurde damit aufgehoben und die Limmat läuft jetzt eigentlich wieder so, wie sie es in ihrem ursprünglichen Zustand getan hat», so Schwarz.

Die Limmat ist in den letzten Tagen zum reissenden Strom geworden.

Lukas Elser

Wie sich der Limmatpegel in den nächsten Tagen entwickelt, hängt in erster Linie vom Wetter und den Hochwasserschutzmassnahmen der Behörden ab. Schwarz sieht Dietikon und sein Kraftwerk zurzeit aber nicht in akuter Gefahr.

Das angestaute Holz bedeute für das Kraftwerk kein Problem, sagt er. «Es wird von unserem Kran fortlaufend rausgefischt und dann mit Lastwagen abtransportiert.»

Gewaltige Wassermassen vor dem Kraftwerk bei der Limmatbrücke.

Lukas Elser

Gesperrt und unter Wasser, der Velo- und Spazierweg bei der Limmatbrücke.

Lukas Elser