Dietikon
Regiospitex Limmattal spendet Defibrillator und erklärt, worauf Laien achten sollen

Die Regiospitex Limmattal stellt der Öffentlichkeit einen neuen Defibrillator zur Verfügung. Damit solle das Dietiker Defibrillatoren-Netzwerk erweitert werden.

Lydia Lippuner
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«Mit diesem Gerät kann man nichts falsch machen», sagt Manfred Hertach, Geschäftsleiter der Regiospitex Limmattal.

«Mit diesem Gerät kann man nichts falsch machen», sagt Manfred Hertach, Geschäftsleiter der Regiospitex Limmattal.

Lydia Lippuner

Ein schrilles Signal ertönt. Manfred Hertach, Geschäftsleiter der Regiospitex Limmattal, stellt den giftgrünen Defibrillator wieder in den Kasten zurück und schliesst diesen. Das Gerät soll im Notfall helfen, einen Menschen bei einem durch Kammerflimmern bedingten Herzstillstand zu reanimieren. Der neuste Defibrillator in Dietikon wurde von der Regiospitex Limmattal gesponsert. Das Gerät hängt seit wenigen Tagen im halböffentlichen Gang an der Zürcherstrasse 48 vor deren Geschäftsräumlichkeiten und ist der Allgemeinheit während der Bürozeiten frei zugänglich. «Wir wollen unser Gerät sowie das Wissen unserer Mitarbeitenden der Bevölkerung zugänglich machen», sagt Hertach. So habe man die regelmässigen internen Reanimationskurse erweitert und das Personal auch im Umgang mit dem neuen Gerät geschult.

Das Gerät könne jedoch auch problemlos von Laien bedient werden. «Mit diesem Gerät kann man nichts falsch machen», sagt Hertach. Das wichtigste sei, dass man als Erstes den Notruf über die Nummer 144 alarmiere. Danach könne der Defibrillator eine Hilfestellung im Rettungsablauf sein und bei Bedarf auch einen Stromstoss zur Reanimation abgeben.

Das Gerät sei dabei vor allem als Unterstützung für die Rettungshelfer gedacht. «Das wichtigste ist, dass man möglichst ohne Unterbrechungen eine korrekte Herzdruckmassage durchführt. Das ist das A und O der Reanimation», sagt Hertach, der früher jahrelang als Rettungssanitäter und Instruktor arbeitete.

Schlieren hat mehr als doppelt so viele Defibrillatoren wie Dietikon

Er habe schon einige Male erlebt, dass ein automatischer externer Defibrillator von Laien bedient worden sei und so die Arbeit von Fachkräften, die später dazukamen, erleichterte. Mit der Installation des Geräts wolle die Spitex zudem das Defibrillatoren-Netz in Dietikon verdichten. «In Schlieren hat es bereits viel mehr eingetragene Defis», sagt Hertach. Tatsächlich hängen in Schlieren laut der schweizweiten Defibrillatoren-Karte zurzeit 22 Geräte, während in Dietikon lediglich zwölf eingetragen sind.

Ein Gerät für den Notfall: Der Defibrillator hängt im halböffentlichen Gang bei der Zentrale der Regiospitex Limmattal.

Ein Gerät für den Notfall: Der Defibrillator hängt im halböffentlichen Gang bei der Zentrale der Regiospitex Limmattal.

Lydia Lippuner

Die Stadt ist erfreut über die Initiative der Spitex. «Es ist gut, wenn Leute mitdenken», sagt Sicherheits- und Gesundheitsvorstand Heinz Illi (EVP) auf Nachfrage. Dass in Dietikon weniger Defibrillatoren hängen als in Schlieren, stört den Stadtrat nicht. «Es geht nicht darum, wer am meisten Defibrillatoren hat, sondern ob sie am richtigen Ort stehen», sagt er. Die Strategie Dietikons sei, überall dort, wo es Menschenansammlungen gibt, ein Gerät aufzustellen. Deshalb habe die Stadt an zentralen Orten wie beispielsweise beim Schwimmbad, beim Rapidplatz oder bei der Wiese Glanzenberg einen Defibrillator hingestellt.

Lifetec-Geräte kamen noch nicht zum Einsatz

Dabei setzt Dietikon seit gut einem Jahr auf die Hightechgeräte eines einheimischen Unternehmens. Die grünen Kästen werden von der Lifetec AG, die in der Silbern zu Hause ist, installiert und gewartet. Das Spezielle der Lifetec-Geräte ist, dass ein GPS-Sender aktiviert wird, sobald ein Passant den Notfallkoffer aus dem Kasten nimmt. Öffnet man danach den Notfallkoffer, in dem sich unter anderem ein Defibrillator befindet, wird automatisch eine Verbindung zum Notruf 144 hergestellt. «So können die Helfer im Notfall vor Ort mit einer Fachperson sprechen, die sie bei der Reanimation unterstützt», sagt Illi.

Das könne den Beteiligten die Berührungsängste vor dem Gerät und der Reanimation nehmen. Illi ist zufrieden mit dem aktuellen Stand des Defibrillatoren-Netzes, er habe schon verschiedene positive Rückmeldungen erhalten. «Es gibt den Leuten Sicherheit, wenn sie wissen, dass im Notfall ein Defibrillator da wäre.» Auf Anfrage sagt Lifetec, dass ihre Geräte im Zürcher Limmattal bislang noch nicht zum Einsatz gekommen seien. Im Shoppi Tivoli habe es dagegen bereits mehrere Einsätze der Lifetec-Geräte gegeben.

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