Dietikon
«Ich finde es schade, dass so viele Dachflächen nicht zur Stromgewinnung genutzt werden»: Christian Schütz deckt seinen Bedarf mit 21 Solarpanels

Seit einer Woche ist die neue Solaranlage im Altbergquartier in Betrieb. Christian Schütz heizt sein Haus zudem seit einem Jahr mit einem Holzspeicherofen. So will er einen Beitrag zum Umweltschutz leisten.

Virginia Kamm
Merken
Drucken
Teilen
Die Solarpanels auf Christian Schütz' Hausdach sind nach Westen und Osten ausgerichtet. Trotzdem kann er den Strombedarf seiner Familie damit decken.
2 Bilder
Dem Pensionär ist es wichtig, einen Beitrag zum Umweltschutz zu leisten.

Die Solarpanels auf Christian Schütz' Hausdach sind nach Westen und Osten ausgerichtet. Trotzdem kann er den Strombedarf seiner Familie damit decken.

Alex Spichale

21 Solarpanels zieren seit einer Woche das Hausdach von Christian Schütz. Dem Dietiker, der seit zwei Jahren pensioniert ist, ist es wichtig, mit seiner Familie einen Beitrag zum Umweltschutz zu leisten. «Ich finde es schade, dass so viele Dachflächen nicht zur Stromgewinnung genutzt werden», sagt er. Die Solaranlage mit einer Leistung von 7,8 Kilowatt deckt normalerweise den täglichen Strombedarf der Familie.

Zwölf von Schütz' Solarpanels der Jäggi Solartechnik GmbH zeigen nach Osten, neun zeigen nach Westen. Obwohl also keine Südausrichtung herrscht, kann er damit sogar so viel Strom gewinnen, dass er normalerweise nur 70 Prozent davon braucht. Eine Batterie in der Garage mit Platz für zehn Kilowattstunden speichert den gewonnenen Strom. Was überschüssig ist, speist Schütz ins Netz von EKZ ein, wo er pro Kilowattstunde sieben Rappen erhält. Dieser Betrag ist ihm zu tief:

«Betreiber einer Solaranlage sollten mehr für ihren Strom erhalten. Schliesslich tragen wir dazu bei, irgendwann die Atomkraftwerke ausschalten zu können.»

Die neue Solaranlage ist nicht der einzige Beitrag, den Schütz für das Klima leistet. Seit einem Jahr verzichtet die Familie fast gänzlich auf ihre Ölheizung und erwärmt das Haus im Altbergquartier stattdessen mit einem Holzspeicherofen. Das alte Cheminée hat Schütz dafür entfernt. Er sagt:

«Wir wollten nicht mehr mit Öl aus fernen Ländern heizen. Stattdessen nutzen wir nun Holz von einheimischen Bauern.»

Das Heizen mit Holz bedeutet für ihn zwar einen grossen Aufwand: Mit einem Anhänger transportiert er das vorbestellte Holz nach Hause. Das Einfeuern dauert jeden Tag eine Stunde. Doch die Arbeit lohne sich, sagt Schütz. «Den Flammen zuzuschauen ist ein geniales und sehr entspannendes Schauspiel. So haben wir zu Hause eine zusätzliche Unterhaltung.» Der Ofen verströme eine angenehme Strahlungswärme. Nach rund 24 Stunden werde schliesslich jeweils die Ölheizung eingesetzt, um zusätzliche Wärme zu erzeugen.

«Ich verstehe, dass die jungen Leute für den Klimaschutz auf die Strasse gehen», sagt Schütz. Kein Verständnis habe er für Leute, die das Geld für alternative Energien hätten und keinen Beitrag zum Umweltschutz leisten. Momentan versucht er, seine Nachbarinnen und Nachbarn dazu zu bewegen, sich gemeinsam ans Fernwärmenetz der Limeco anzuschliessen. Und auch die Stadt Dietikon ist nicht untätig, was innovative Energiegewinnung anbelangt: So setze sie sich dafür ein, Zusammenschlüsse zum Eigenverbrauch zu ermöglichen, wie Hochbauvorstand Anton Kiwic (SP) sagt. Das würde bewirken, dass Nachbarn eines Solaranlagenbesitzers ebenfalls von dessen Strom profitieren könnten.