Dietikon

Dietikon setzt auf Energie und Umwelt: Stadtrat will einen Wirtschafts-Cluster ermöglichen

Noch ist kein Standort definiert: Doch eine naheliegende Option ist, dass der neue Dietiker Wirtschafts-Cluster in der Silbern sein Zuhause finden wird.

Noch ist kein Standort definiert: Doch eine naheliegende Option ist, dass der neue Dietiker Wirtschafts-Cluster in der Silbern sein Zuhause finden wird.

Die Stadt soll einen Wirtschafts-Cluster erhalten: Der Stadtrat hat sich für einen Bereich entschieden – die Standortfrage ist noch ungeklärt.

Der Dietiker Stadtrat will einen Wirtschafts-Cluster ermöglichen. Dieses Ziel hat er in seiner Wirtschaftsstrategie verankert, die er in diesem Februar verabschiedet hatte. Nun ist auch klar, in welche Richtung es gehen soll: «Die Stadt Dietikon plant die Schaffung eines Kompetenzzentrums für Umwelt und Energie», wie die Präsidialabteilung gestern mitteilte.
Es habe sich gezeigt, dass dieser Bereich ein sehr grosses Potenzial aufweise, sagt Adrian Ebenberger, Leiter der Dietiker Standortförderung. Zudem sei hier die Ausgangslage gut, da der Cluster nicht auf grüner Wiese von Grund auf neu aufgebaut und in der Region verankert werden müsse. «In Dietikon gibt es bereits eine Reihe von Unternehmen, die in diesem Bereich tätig sind und eine Vorzeigefunktion einnehmen.» Diese Leuchtturm-Firmen, die über die Region hinausstrahlen, seien gerade für Start-ups attraktiv, sagt Ebenberger.
Sowohl Stadtpräsident Roger Bachmann (SVP) als auch der Standortförderer verweisen darauf, dass diese erfolgreichen ortsansässigen Firmen mit ihrem grossem Know-how die Jungfirmen anlocken und inspirieren könnten.

Dietikon hofft auf ein Alleinstellungsmerkmal

Zudem hat sich bei den Abklärungen etwas überraschend gezeigt, dass es in der Deutschschweiz bislang keinen ähnlichen Cluster gibt: «Trotz des grossen Wachstumspotenzials, das die Bereiche Umwelt und Energie unbestrittenermassen aufweisen, hat sich noch kein entsprechendes Kompetenzzentrum entwickelt», sagt Ebenberger. Ideen dazu gebe es aber andernorts auch. «Gelingt es Dietikon, den Cluster umzusetzen, verfügt die Stadt über ein klares Alleinstellungsmerkmal.»

Aus diesem Grund haben sich der Stadtrat und der Wirtschaftsrat auch für diesen Bereich entschieden, der unter anderem die Branchen Cleantech, Energieeffizienz, Rohstoffeffizienz, erneuerbare Energie und Kreislaufwirtschaft umfasst. Sie hatten zuvor die 100-Top-Unternehmen, die in der Stadt ansässig sind, analysiert. Dabei zeigte sich, dass Dietikon nicht nur im Bereich Umwelt und Energie stark aufgestellt ist, sondern beispielsweise auch bei der IT. Doch in den Software- und Netzwerk-Branchen würde das angestrebte Alleinstellungsmerkmal fehlen, das es hier bereits verschiedene Cluster gebe, sagt Standortförderer Ebenberger.

Die klare Ansage, dass der Stadtrat ein Kompetenzzentrum für Energie und Umwelt schaffen will, freut FDP-Gemeinderat Peter Metzinger. Er hatte im Juli eine Interpellation mit dem Titel «Umweltschutz schafft Arbeitsplätze» eingereicht. Darin hatte er darauf hingewiesen, dass es sich bei «Start-ups mit Fokus auf innovative Technologien und Dienstleistungen im Bereich Umwelt und nachhaltige Entwicklung um Wachstumsbranchen mit bedeutendem Zukunftspotenzial» handle.

Dies sehen auch der Stadtrat und der Wirtschaftsrat so: «Wir wollen mit der Schaffung des Wirtschafts-Clusters der Stadt eine klare Richtung geben, hochwertige Arbeitsplätze schaffen und die Steuerkraft erhöhen.»

Jetzt geht die schwierige Standortsuche los

Mit der Definition des angestrebten Wirtschafts-Clusters ist erst der erste Schritt getan. «Jetzt gilt es in einem zweiten Schritt, das entsprechende Konzept zu erarbeiten und vor allem einen geeigneten Standort zu finden», sagt Adrian Ebenberger. Denn der Dietiker Cluster benötige ein Zuhause; gesucht werde eine passende Infrastruktur, in der sich Start-up-Unternehmen ansiedeln könnten. Als möglicher Standort drängt sich unter anderem das Gebiet Silbern auf.
Wie das Kompetenzzentrum Umwelt und Energie dereinst aussehen könnte, ist noch offen. Ebenberger sagt im Gespräch, dass beispielsweise eine Art Technologiepark denkbar sei. Aber auch andere Formen seien möglich.

Verwandte Themen:

Meistgesehen

Artboard 1