Schlieren hat sich in den vergangenen Jahren zu einem Standort für Biotech-Unternehmen etabliert. Analog dazu soll Dietikon ebenso ein Cluster entwickeln und sich auf eine bestimmte Branche fokussieren. Das hofft zumindest die FDP Dietikon. «So könnte man die Stadt für einen gewissen Wirtschaftszweig besonders attraktiv machen», sagt Fraktionspräsident Olivier Barthe.

Im Vordergrund stehe die Fokussierung und nicht die Diversifizierung. «So erhalten die Firmen mehr Gewicht und Ausstrahlungskraft im globalen Markt.» Inspiriert haben Barthe nicht nur die Nachbarstadt Schlieren, sondern auch die Städte Cham und Zug, die als Krypto-Valley gelten. «Cluster versprechen ein kreatives Umfeld mit gutem Austausch von Wissen und Personal. Das hilft, Investoren und Jungfirmen anzuziehen», sagt Barthe.

Umwelt, Stahl oder Logistik

Die Idee für die Entwicklung eines oder mehrerer Cluster in Dietikon steht bereits seit einigen Jahren im Raum. Barthe hofft, dass diese nun vorangetrieben wird. «Wirtschaftsvertreter und die Stadt sollten erneut zusammensitzen und sich überlegen, welche Cluster sich für Dietikon eignen.» Auswahl habe es genug. «Wichtig wäre, dass man Cluster wählt, die in Dietikon bereits Tradition haben.»

Barthe denkt dabei etwa an Themen wie Umwelt, Stahl oder Logistik und wie sein Fraktionskollege Peter Metzinger auch an den Überbegriff «Green Innovation Hotspot». Bei der Clusterwahl sei jedoch Sorgfalt gefragt. «Man muss Cluster festlegen, die langfristig interessant und zukunftsträchtig sind», sagt Barthe.

Angetan von der Idee ist auch der Präsident der Interessengemeinschaft Silbern, Urs Jenny. Laut ihm findet die Diskussion darüber aber bereits statt. «Das Thema ist brandaktuell. Derzeit erarbeitet die Stadt zusammen mit Wirtschaftsvertretern eine Wirtschaftsstrategie. Dabei spielt auch die Bildung von Clustern eine Rolle», sagt Jenny. Ihm ist wichtig, dass die Rahmenbedingungen etwa betreffend Infrastruktur und Verkehr stimmen.

In diesem Zusammenhang setze man sich stark für die S-Bahn-Station Silbern ein. Er ist zuversichtlich: «Die Politik und die Wirtschaft arbeiten gut zusammen. Wir werden in Zukunft Fortschritte sehen.»

Der Industrie- und Handelsverein Dietikon begrüsst ebenso die gemeinsame Erarbeitung einer neuen Wirtschaftsstrategie. «Wir sind vom Wirtschaftsstandort Dietikon überzeugt. Er bietet eine gute Infrastruktur, eine hohe Rechtssicherheit und gut ausgebildete Arbeitskräfte.

Insofern müssen wir die Konkurrenz aus den USA oder aus China nicht fürchten. Aber wir arbeiten daran, unsere Standortvorteile weiter zu verbessern», sagt Präsident Josef Wiederkehr. Ihm liegen nicht nur Start-ups, sondern alle Unternehmen am Herzen. «Vor allem solche, die interessante Arbeitsplätze und Steuersubstrat schaffen.»

Auch Stadtpräsident Roger Bachmann (SVP) versichert, dass das Thema auf der Traktandenliste des Stadtrats steht. «Wir sind dabei, herauszufinden, wie wir den Standort Dietikon für die Wirtschaft stärken und positionieren können.» Dabei zählt die Stadt auf Unterstützung: «Wir sind auf Grundeigentümer, Investoren und Unternehmer angewiesen. Alle müssen am selben Strick ziehen.»