Dietikon
Rennen endete in der Mauer: Anklage gegen Ferrari-Fahrer steht

Im Mai schrottete ein Kosovare in Dietikon auf der Überlandstrasse einen Sportwagen. Laut Ermittlern nahm der Mann an einem Rennen teil. Nun wurde Anklage erhoben – auch gegen einen Schweizer.

David Egger
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So sah der Ferrari nach dem Unfall in Dietikon aus.

So sah der Ferrari nach dem Unfall in Dietikon aus.

zvg/Kantonspolizei Zürich

Die Staatsanwaltschaft hat nun Anklage erhoben gegen den Ferrari-Fahrer, der am Samstag, 29. Mai, in Dietikon verunfallt war. Dies bestätigte die Medienstelle der kantonalen Oberstaatsanwaltschaft am Mittwoch gegenüber der «Limmattaler Zeitung». Der Mann war nach dem Unfall verhaftet und in Untersuchungshaft gesetzt worden. Er sitzt immer noch im Knast, wie auf Anfrage zu erfahren war. «Der Mann befindet sich im vorzeitigen Strafvollzug», heisst es hierzu von Seiten der kantonalen Oberstaatsanwaltschaft.

Der Sachschaden war gross, als der damals 22-Jährige den Ferrari zu Schrott gefahren hatte. Passiert ist der Unfall auf der Überlandstrasse in Dietikon, ausgangs der Rechtskurve auf Höhe der Einmündung der Weiningerstrasse, die vom Bahnhof her kommt. Der Mann war in Richtung Spreitenbach unterwegs, als das Fahrzeug wegen überhöhter Geschwindigkeit ins Schleudern geriet und er rückwärts gegen eine Mauer prallte.

Die Anklage hat die Staatsanwaltschaft Limmattal/Albis Ende September beim Bezirksgericht Dietikon eingereicht. Sie wirft dem Mann «qualifiziert grobe Verletzung der Verkehrsregeln durch krasse Missachtung der zulässigen Höchstgeschwindigkeit, durch waghalsiges Überholen und durch Teilnahme an einem nicht bewilligten Rennen mit Motorfahrzeugen» vor, wie es weiter heisst.

Auch ein Schweizer war am illegalen Rennen beteiligt

Wie die Staatsanwaltschaft zudem mitteilte, gab es im Zusammenhang mit dem Unfall ein weiteres Verfahren. «Im Zuge der Ermittlungen konnte festgestellt werden, dass sich der 22-jährige Kosovare vor dem Unfall in Dietikon ein Rennen mit einem anderen Autofahrer, einem Schweizer mit Jahrgang 1966, lieferte. Auch gegen diesen Mann hat die Staatsanwaltschaft Limmattal/Albis Ende September 2021 Anklage beim Bezirksgericht Dietikon erhoben.» Die Staatsanwaltschaft wirft dem Mann «qualifiziert grobe Verletzung der Verkehrsregeln sowie pflichtwidriges Verhalten bei Unfall» vor.

Die Überlandstrasse in Dietikon wurde also zur Rennstrecke. Stark motorisierte Autos mit einem Fahrer, der nicht mit den vielen Pferdestärken umzugehen weiss, kamen zuletzt öfters vor. Die Staatsanwaltschaft sprach vor zwei Wochen in einer Mitteilung von einer «bedenklichen Häufung» von ­Raserdelikten im Kanton Zürich.

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