Dietikon
Dietikon plant voraus: Das Niderfeld soll kein zweites Limmatfeld werden

Die Stadt Dietikon scheint aus dem Planungsdebakel rund um das Mietschulhaus im Limmatfeld ihre Lehren gezogen zu haben. Im neuen Entwicklungsgebiet plant die Stadt rechtzeitig genug Schulraum für ein bis zwei Klassen pro Jahrgang

Sophie Rüesch
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Das Gebiet Niderfeld in Dietikon. Blick von der Güterstrasse bei den Bahngleisen..jpg

Das Gebiet Niderfeld in Dietikon. Blick von der Güterstrasse bei den Bahngleisen..jpg

Bettina Hamilton-Irvine

Während sie es im ersten grossen Entwicklungsgebiet noch versäumt hatte, rechtzeitig eine mehrheitsfähige Lösung für den zu erwartenden Schulraumbedarf zu präsentieren, plant sie beim nächsten bereits von Beginn weg mit der Schulraumfrage im Hinterkopf.

So will die Stadt im 40 000 Quadratmeter grossen Niderfeld etwa 7000 Quadratmeter für ein Schulhaus samt Pausenplatz und Turnhalle ausscheiden, wie der stadträtlichen Antwort auf die Interpellation von SP-Gemeinderat Sven Koller zu entnehmen ist. Die Schule soll im Gebiet Blächen, nördlich des heutigen kleinen Waldstücks, zu stehen kommen. Mit wie vielen Kindern genau gerechnet werden muss, lasse sich heute noch nicht beziffern, schreibt die Exekutive. Aufgrund der prognostizierten Einwohnerzahlen – 3300 Menschen sollen den neuen Stadtteil dereinst bevölkern – geht das mit der Dietiker Schulraumplanung betraute Beratungsunternehmen Wüest & Partner jedoch von ein bis zwei Klassen pro Jahrgang aus.

In zwei bis drei Jahren, also in etwa dann, wenn die Entwicklung des Limmatfelds abgeschlossen sein wird, sollen die Gestaltungspläne für das neue Entwicklungsgebiet auf der anderen Seite der Gleise erarbeitet werden. Dann soll die für das Schulhaus vorgesehene Fläche definitiv festgelegt und gesichert werden, wie der Stadtrat schreibt. Daneben will die Stadt keine weiteren Zonen für öffentliche Bauten ausscheiden. Allerdings ist bei der künftigen Limmattalbahn-Haltestelle «Maienweg» ein öffentlicher Platz vorgesehen, wo die Quartierbewohner dereinst auch einkaufen können.

Kollers Vorschlag, den Pausenplatz eines neuen Schulhauses im Niderfeld mit dem dort geplanten Park zu kombinieren, lehnt der Stadtrat ab. «Der Pausenplatz untersteht der zuständigen Schulleitung und ist deshalb während des Schulbetriebs nicht öffentlich», schreibt er. Weil der Schulhausstandort aber unmittelbar an den Park angrenzen soll, sei es vorgesehen, eine Schulspielwiese mit diesem zu kombinieren. Ausserhalb des Schulbetriebs würde diese Wiese auch der Öffentlichkeit zur Verfügung stehen.

Keine Kombi-Lösung

Derweilen wird für das Schulraumproblem im Limmatfeld immer noch nach einer Lösung gesucht. Bis zur Fertigstellung des neuen Quartiers im Jahr 2017 werden hier rund 190 zusätzliche schulpflichtige Kinder wohnen – doch noch fehlt die Schule. Das Stimmvolk gab dem Stadtrat im Herbst 2012 an der Urne deutlich zu verstehen, dass es keine Mietlösung akzeptiert: Es schickte die Vorlage mit über zwei dritteln Nein-Stimmen-Anteil bachab. Danach prüfte eine Arbeitsgruppe während mehrerer Monaten acht Varianten, die seither auf noch drei Standorte reduziert worden sind. Noch immer laufen Verhandlungen mit zwei Eigentümern von privaten Grundstücken; gleichzeitig ist nach wie vor die stadteigene Parzelle neben dem Werkhof im Gebiet Stierenmatt ein Thema. Ebenfalls in Betracht gezogen hat der Stadtrat einst, die Kinder aus dem Limmatfeld ins Niderfeld zur Schule zu schicken. Davon ist man aber wieder abgekommen.