Dietikon
Einwohner sollen auch unterwegs Glas und Alu trennen – Stadt stellt diesen Sommer kleine Recycling-Stationen auf

Die neuen Recycling-Stationen stehen provisorisch bis Ende Jahr – als Pilotversuch. Wenn die Dietikerinnen und Dietiker fleissig Abfälle trennen, bleiben die Recycling-Stationen auch danach. Es handelt sich um ähnliche Modelle, wie man sie von Bahnhöfen kennt.

Florian Schmitz
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An grossen Bahnhöfen Standard, ausserhalb von Bahnhöfen aber nicht: Solche Recycling-Behälter stellt Dietikon nun diesen Sommer auf Stadtgebiet auf.

An grossen Bahnhöfen Standard, ausserhalb von Bahnhöfen aber nicht: Solche Recycling-Behälter stellt Dietikon nun diesen Sommer auf Stadtgebiet auf.

AZ-Archiv

«Das Bedürfnis der Bevölkerung, Wertstoffe zu sammeln und zu recyceln, ist unbestritten», ist der Dietiker Stadtrat überzeugt. Deshalb will er im Sommer zunächst als Pilotversuch bis Ende Jahr neue Recycling-Stationen aufstellen - an gut frequentierten Standorten, also zum Beispiel im Stadtzentrum. Die Idee dazu lieferte Mike Tau (FDP). Er hatte sich mit zehn anderen Parlamentariern zusammengetan und eine Interpellation eingereicht. Er fragte den Stadtrat auch, ob es noch weitere Ideen gibt, wie man die Recyclingquote erhöhen könnte.

Schweizerinnen und Schweizer trennen bereits fleissig Abfall. Bei Glas und Aluminium beträgt die Rücklaufquote 94 Prozent, bei PET und Papier 82 Prozent (Stand 2019). Obwohl der Aufwand und somit die Kosten für jedes zusätzliche Sammelprozent steigen, soll geprüft werden, wie diese Quote weiter verbessert werden kann, schreibt nun der Stadtrat.

In ihrem Pilotversuch will die Stadt auf ein ähnliches Modell setzen wie die SBB, die inzwischen an vielen grösseren Bahnhöfen separat PET, Papier und Aluminium sammeln und damit gute Erfahrungen gemacht haben. Laut Angaben der SBB, die der Stadtrat zitiert, werden mittlerweile 45 Prozent des Abfalls getrennt entsorgt und die einzelnen Bestandteile erreichen eine Reinheit von über 90 Prozent. In Dietikon werden die Sammelbehälter voraussichtlich Glas statt Papier sammeln. Papier separat zu sammeln sei heikel, weil ein Fehlwurf reiche, um den ganzen Behälterinhalt unbrauchbar zu machen, sagt Stephan Kündig, Leiter der Infrastrukturabteilung.

Am Bahnhof Dietikon können Pendler bisher nur PET separat entsorgen, weil vor dem Kiosk und dem Spar entsprechende Abfalleimer stehen.

Am Bahnhof Dietikon können Pendler bisher nur PET separat entsorgen, weil vor dem Kiosk und dem Spar entsprechende Abfalleimer stehen.

Florian Schmitz

Weiterführung und Ausbau ist abhängig von der Bevölkerung

Bis Ende Jahr will die Stadt herausfinden, wie gut das zusätzliche Recyclingangebot genutzt und wie vorbildlich der Abfall getrennt wird. Ist die Sammelqualität hoch genug und das Bedürfnis für zusätzliche Sammelstationen gegeben, will die Stadt eine Fortsetzung und Ausweitung des Versuchs ins Auge fassen. Längerfristig müsste dafür der Gebührenhaushalt finanziell und personell angepasst werden. Dazu schreibt der Stadtrat:

«Der organisatorische Aufwand für die Separatsammlung von Wertstoffen ist beachtlich und stellt hohe Anforderungen an Logistik und Personal.»

Bereits im Budget 2022 soll diesem Anliegen Rechnung getragen werden. Weitere Projekte für die Erhöhung der Recyclingquote auf öffentlichem Grund verfolgt die Stadt zurzeit nicht. Das Thema Abfall und Entsorgung wird sie aber hintergründig weiter beschäftigen, wie der Stadtrat weiter schreibt. Noch im laufenden Jahr will er ein Abfallleitbild und eine Abfallstrategie erarbeiten, die dem Thema Wertstofftrennung besondere Beachtung schenkt.