Dietikon
Nächsten Sommer ist eine Abpumpstation für Limmatböötler auf der Allmend Glanzenberg geplant

Nach dem erfolgreichen Pilotprojekt beim Gleis 21 will der Dietiker Stadtrat 2022 bei der Ausstiegsstelle Glanzenberg eine Absaugpumpe installieren, um die Nötzliwiese weiter zu entlasten.

Florian Schmitz
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Die Stadt ist mit dem Abpumpstation-Pilotprojekt, dass sie zusammen mit dem Gleis 21 im Juni 2021 startete, äusserst zufrieden.

Die Stadt ist mit dem Abpumpstation-Pilotprojekt, dass sie zusammen mit dem Gleis 21 im Juni 2021 startete, äusserst zufrieden.

zvg

Über die Jahre sind Flussfahrten im Gummiböötli so populär geworden, dass die im Sommer über die Limmat ankommenden Menschenströme in Dietikon für Knatsch sorgen. Deshalb nimmt der Stadtrat immer wieder neue Anläufe, um den Gummibootverkehr in geregeltere Bahnen zu lenken, Littering zu reduzieren und dem Naturschutz Rechnung zu tragen. Dabei geht es insbesondere darum, die Nötzliwiese und den Uferweg in der Limmatkurve zu entlasten und die angrenzenden Anwohner aus dem Altbergquartier zu schützen.

Für die Böötlisaison im kommenden Jahr will der Stadtrat bei der Allmend Glanzenberg eine Absaugpumpe aufstellen, dank der die Freizeitkapitäne ihre Böötli nach der Fahrt schneller und einfacher zusammenpacken können. Die künftige Pumpstation ist eine Reaktion auf das erfolgreiche Pilotprojekt, das die Stadt in enger Zusammenarbeit mit dem Gleis 21 im vergangenen Juni startete. Die auf dem Areal des Kulturhauses aufgestellte Absaugpumpe habe eindeutig gezeigt, dass Bedarf besteht.

«Dieses Angebot ist bei den Böötlern sehr gut angekommen und hat gleichzeitig die Nötzliwiese wie gewünscht entlastet und den Lärm und Abfall minimiert.»

Dies schreibt die Stadt in ihrer Antwort auf eine Interpellation von Kerstin Camenisch. Alarmiert von einem «Tages-Anzeiger»-Artikel aus dem ­Februar, der eine Sperrzone entlang der Nötzliwiese sowie ein Badeverbot in Aussicht stellte, wollte die SP-Gemeinderätin Antworten zu den potenziellen Plänen.

«Die im Bericht erwähnten Massnahmen wurden nicht weiterverfolgt», schreibt nun der Stadtrat in seiner Antwort. Er pflichtet Camenisch bei, dass «die entschleunigende Freizeitbeschäftigung, auf einem natürlichen Gewässer eine ruhige Bootsfahrt zu geniessen», grundsätzlich zu befürworten sei und die Attraktivität der ­Gemeinde steigere. «Das Naherholungsgebiet soll allen offenstehen, es sollen weder Badeverbote noch grossflächige Absperrungen eingeführt werden.»

Die 2019 eingeweihte Allmend Glanzenberg soll zur Hauptanlegestelle für Gummiböötler in Dietikon werden. Im Sommer herrscht teilweise bereits ordentlich Betrieb, dennoch lassen sich viele Gummiböötler lieber weiter bis zur Nötzliwiese treiben.

Die 2019 eingeweihte Allmend Glanzenberg soll zur Hauptanlegestelle für Gummiböötler in Dietikon werden. Im Sommer herrscht teilweise bereits ordentlich Betrieb, dennoch lassen sich viele Gummiböötler lieber weiter bis zur Nötzliwiese treiben.

Archivbild: Florian Schmitz

Stadt befasst sich mit der Zukunft der Nötzliwiese

Mit der 2019 eingeweihten Allmend mit Sommerbar und Sanitäranlagen versucht die Stadt, Gummiböötler zu einem Ausstieg beim Bahnhof Glanzenberg zu bewegen statt bis zur Nötzliwiese weiterzufahren. Mit dem neu angekündigten Angebot bleibt sie ihrem bisherigen Kurs treu, auf Überzeugung statt auf Zwang zu setzen. Aber nicht nur Lärm, Littering und Naturschutz beschäftigen den Stadtrat: Das wichtigste Anliegen sei stets, die Sicherheit vor dem Wehr zu gewährleisten und Unfälle zu vermeiden, heisst es weiter in der Antwort. Wie nötig das ist, zeigen diverse brenzlige Situationen mit Gummibooten in den vergangenen Jahren.

Ebenfalls mache er sich «bereits jetzt Gedanken wie die Nötzliwiese in Zukunft genutzt werden könnte, um den diversen Ansprüchen gerecht zu werden», schreibt der Stadtrat. Denn dem Nötzliwiesenareal, das seit September 2019 als Installationsplatz für die Limmattalbahnbaustelle genutzt wird, steht eine Aufwertung bevor. Dabei kann die Stadt aber nicht schalten und walten, wie sie will, weil die Wiese sich nicht in ihrem Eigentum befindet, wie sie anmerkt.

Auch die Lokalparteien SP und AL wollen einen Beitrag leisten. An der Gemeinderatssitzung vom 3. September kündigte SP/AL-Fraktionssprecherin Camenisch an, dass die 112500 Franken aus der ZKB-­Jubiläumsdividende, die ihre Fraktion vergeben darf, der Aufwertung der Nötzliwiese zugutekommen soll.

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