Dietikon
Nach Verzicht von Heinz Illi: Die EVP nominiert Manuela Ehmann-Nydegger für die Stadtratswahlen 2022

Nach 16 Jahren im Dietiker Stadtrat hat Heinz Illi genug. Die EVP gab am Montag bekannt, dass sie seinen Sitz bei den anstehenden Wahlen mit Gemeinderätin Manuela Ehmann-Nydegger verteidigen will.

Florian Schmitz
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Christiane Ilg-Lutz (rechts), Präsidentin der EVP Dietikon, freut sich, mit Gemeinderätin Manuela Ehmann-Nydegger eine würdige Nachfolge für den abtretenden Heinz Illi gefunden zu haben.

Christiane Ilg-Lutz (rechts), Präsidentin der EVP Dietikon, freut sich, mit Gemeinderätin Manuela Ehmann-Nydegger eine würdige Nachfolge für den abtretenden Heinz Illi gefunden zu haben.

Florian Schmitz

«Dietikon ist meine Heimat. Auch meine Freizeit verbringe ich am liebsten hier und könnte mir gar nicht vorstellen, irgendwo anders zu leben», sagt Manuela Ehmann-Nydegger (EVP). Deshalb wolle sie sich künftig im Stadtrat dafür einsetzen, dass sich die Bevölkerung hier wohlfühle. «Dietikon darf nicht zu Schlafstadt werden, sondern soll ein Ort sein, wo man Energie tanken und seine Freizeit geniessen kann. Und wo man seine Kinder gerne in die Schule schickt», sagt die Mutter von zwei Teenagern, die beide in Dietikon zur Schule gehen. «Ich bin gut vernetzt in der Stadt und spüre ihren Puls», sagt Ehmann-Nydegger. Sie kenne die Schwachpunkte, wisse, wo Verbesserungspotenzial bestehe, und wolle die Entwicklung der Stadt mitprägen.

Am Montag lud die EVP Dietikon zum Marmoriweiher ein, um die Nominierung von Manuela Ehmann-Nydegger für die Stadtratswahl am 13. Februar 2022 bekanntzugeben. Am Freitagabend hatte sich die Ortspartei an ihrer Mitgliederversammlung dafür ausgesprochen, den Sitz des abtretenden Sicherheits- und Gesundheitsvorstands Heinz Illi mit Ehmann verteidigen zu wollen. Illi hatte bereits am Samstagnachmittag bei der Hauptübung der Feuerwehr Dietikon bekanntgegeben, dass er nicht mehr antreten werde. Er musste seine Teilnahme am Informationsanlass von Montag kurzfristig wegen anderer Verpflichtungen absagen.

«Eine Macherin, die viele Impulse gibt»

«Nach 16 Jahren beständiger Arbeit im Stadtrat tut es natürlich weh, Heinz Illi ziehen zu lassen», sagt Christiane Ilg-Lutz, Präsidentin der EVP Dietikon. Aber glücklicherweise hätte die Partei mit Manuela Ehmann-Nydegger eine würdige Nachfolgerin gefunden. Sie sei sehr offen und gehe gerne auf Menschen zu, um den Austausch zu suchen, sagt Ilg-Lutz.

«Und sie kann richtig gut anpacken.»

Sie sei eine Macherin, die viele Impulse gebe und ihre vielen Ideen offen auf den Tisch lege. Genau solche Menschen brauche der Stadtrat, damit es vorwärtsgehe.

Sie habe sich schon früh mit einer möglichen Stadtratskandidatur befasst, sagt Ehmann-Nydegger. Als Illi die Partei vor wenigen Wochen über seinen Rückzug informierte, musste sie nicht mehr lange überlegen. «Ich bin gut vorbereitet auf das Amt», sagt Ehmann. In den vergangenen vier Jahren habe sie die Politik im Gemeinderat lieben gelernt, viele Beziehungen aufgebaut und Zusammenhänge verstanden. Zuvor war sie knapp drei Jahre in der Dietiker Schulpflege aktiv. Vor ihrem Entscheid für die Kandidatur habe sie sich auch ausführlich mit Illi über das Amt ausgetauscht.

«Mir sind unsere christlichen Werte sehr wichtig», sagt Ehmann. «Das zweite Gebot ‹Liebe deinen nächsten wie dich selbst› prägt mich in meinem Handeln.» Auch deshalb sei für sie ein respektvoller Umgang zentral. Man könne ruhig hart über eine Sache diskutieren und auch mal kontroverse Meinungen vertreten, so lange man sich gegenseitig als Mensch schätze und sich nachher auch wieder gut verstehe, sagt sie. Um Menschen zusammenzubringen und mit der Bevölkerung in Kontakt zu treten, will die EVP jeden Mittwoch im Advent einen Apéro mit Adventsgeschichte veranstalten.

Gute Freiraumgestaltung ist für sie zentral

Auch eine attraktive Gestaltung der Dietiker Frei- und Erholungsräume habe für sie eine hohe Priorität. Mit dem zunehmenden Bevölkerungswachstum steige das Bedürfnis nach guten Erholungsmöglichkeiten. Dabei werde es auch immer wichtiger, dass man gegenseitig Rücksicht nehme, damit alle im öffentlichem Raum gut aneinander vorbeikommen.

Nachdem 2018 keine einzige Frau zur Stadtratswahl antrat, hat die EVP nun bereits als vierte Partei eine weibliche Kandidatin aufgestellt. Dabei kann der Lokalpartei nicht vorgeworfen werden, einem Trend zu folgen. Seit acht Jahren besteht die EVP-Fraktion im Gemeinderat nur aus Frauen. «Wir schätzen Frauenwerte und wissen, dass Frauen genauso fähig sind wie Männer», sagt Ilg-Lutz. Aber egal ob Frau oder Mann, sie wolle lieber das Miteinander und die gegenseitige Wertschätzung betonen.

Die EVP ist seit fast 50 Jahren durchgehend im Stadtrat aktiv

Seit 1974 war die EVP immer im Stadtrat präsent. Das soll auch in Zukunft so bleiben, sagt Ilg-Lutz: «Wir haben uns in Dietikon immer eingebracht und immer wieder das Zünglein an der Waage gespielt.» Eine grosse Parteienvielfalt im Stadtrat sei wertvoll, damit mehr Perspektiven vertreten sind, sagt Ehmann-Nydegger. Aber letztlich sei es eine Personenwahl und sie wolle als Kandidatin überzeugen.

Mit der EVP hat die letzte bereits im Stadtrat vertretene Partei ihre Pläne für die Wahl 2022 bekanntgegeben. Die FDP (Philipp Müller) und die Grünen (Lucas Neff) treten mit ihren amtierenden Stadträten an. Die SP (Anton Kiwic und neu Kerstin Camenisch) und die SVP (Roger Bachmann und neu Mirjam Peter) wollen je einen zweiten Sitz dazugewinnen. Und die Mitte (Reto Siegrist und neu Catherine Stocker-Mittaz statt Rolf Schaeren) will ihre zwei Sitze verteidigen.

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