Dietikon
Zwei Dietikerinnen mischen den Osten auf – sie zeigen ihre Skulpturen am international bekannten «Bad RagARTz»

Vom 8. Mai bis 31. Oktober findet in Bad Ragaz die 8. Schweizerischen Triennale der Skulptur statt. Mit Babs Ernst und Carla Hohmeister ist das Limmattal an der Freiluftausstellung stark vertreten.

Carmen Frei
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Der «Monolith Aisladores» von Babs Ernst wird an der 8. Schweizerischen Triennale der Skulptur in Bad Ragaz zu sehen sein. Mit dem Werk will Ernst auf den Stromverbrauch aufmerksam machen.
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Das Werk aus Starkstromisolatoren war zuerst 2018 auf dem Rapidplatz ausgestellt – im Rahmen des Dietiker Stadtfests.
Carla Hohmeister präsentiert ihr Werk «Gesichtspunkt». Die Skulptur besteht aus 1620 Fichtenhölzern und wird von 4000 Schrauben zusammengehalten.
Carla Hohmeisters Kunst dreht sich oft um das Gesicht des Menschen. Die Arbeit mit starken Farben ist dabei ihr Markenzeichen.

Der «Monolith Aisladores» von Babs Ernst wird an der 8. Schweizerischen Triennale der Skulptur in Bad Ragaz zu sehen sein. Mit dem Werk will Ernst auf den Stromverbrauch aufmerksam machen.

Lukas Hohmeister

Endlich wieder Kultur: In Bad Ragaz findet ab dem 8. Mai die Skulpturausstellung «Bad RagARTz» statt. Es ist bereits die achte Ausgabe der Triennale, die von Rolf und Esther Hohmeister initiiert wurde. Die beiden Organisatoren sorgen mit der «Stiftung Schweizerische Triennale der Skulptur» dafür, dass knapp 80 Künstlerinnen und Künstler vom 8. Mai bis zum 31. Oktober an die 400 Skulpturen ausstellen können. Der Eintritt zur Ausstellung ist kostenlos.

Bereits im Jahr 2000 hatte die Ausstellung ihren Anfang mit dem Gedanken gefunden, die Kunst aus den Museen ins Freie zu bringen. Seither findet sie alle drei Jahre statt und wurde zu einer der renommiertesten Freiluftausstellungen der Welt. Das Motto der Ausstellung ist dieses Mal «Distanz schärft den Blick». Neben der Hauptausstellung finden erneut Begleitanlässe statt, zum Beispiel das Dorf- und Skulpturenfest «DorfART» und das Festival der Kleinskulpturen im Alten Bad Pfäfers.

Eine der Skulpturen stand schon auf dem Rapidplatz

Bei der aktuellen Ausstellung sind gleich zwei Dietiker Künstlerinnen vertreten: Carla Hohmeister und Babs Ernst.  Babs Ernst ist mit einer Skulptur vertreten, die in Dietikon bereits bekannt ist: Der «Monolith Aisladores» stand 2018 auf dem Rapidplatz. Das Werk wurde anlässlich des Dietiker Stadtfestes das erste Mal ausgestellt und verblieb gut ein Jahr dort. Nun wird es auch in Bad Ragaz einem breiten Publikum präsentiert werden.

Ernst freut sich auf die Teilnahme an der Ausstellung. «Es ist schon etwas Besonderes, wenn man dort angenommen wird», sagt Ernst. Es sei eine Auszeichnung für sie, denn sie sei das erste Mal dabei. Bei ihrer künstlerischen Arbeit geht es Ernst um gesellschaftlich relevante Themen. Mit dem Monolith Aisladores möchte sie auf den Stromverbrauch aufmerksam machen. Die Starkstromisolatoren für die Skulptur fand sie auf Menorca, wo sie regelmässig hinreist. Dort wurden die gut 50 Jahre alten Isolatoren ersetzt.

Ernst beschloss, sie zu einer Skulptur zu verarbeiten und den Betrachtern näher zu bringen. «Die Isolatoren kann man sonst nie von so nahe sehen», meint sie. «Es ging mir darum, die Problematik der Stromversorgung zu thematisieren», sagt Ernst. Mit der Skulptur wolle sie auf den Energieverbrauch hinweisen.

Auch andere Themen greift Ernst mit ihren Kunstwerken auf. «Ich beschäftige mich auch mit Plastik, Kunststoff und der Meeresverschmutzung», erklärt sie.

«Die Umweltproblematik ist für mich das Hauptthema.»

Das Werk Monolith Aisladores entstand in Ernsts Atelier «Kunst im Loft» in Dietikon.

Die ganze Familie hilft mit

Auch die Künstlerin Carla Hohmeister ist in Dietikon tätig und an der Ausstellung vertreten. Sie ist die Tochter von Rolf und Esther Hohmeister. Inzwischen sei bei «Bad RagARTz» schon die ganze Familie dabei, sagt Hohmeister. «Meine beiden Schwestern und ich sind dabei und alle unsere Kinder auch», erklärt sie. Carla Hohmeister hilft, die Kunstwerke zu kuratieren und den richtigen Platz für sie zu finden.

Sie wird an der Ausstellung auch eine eigene Skulptur präsentieren. Das Werk mit dem Namen «Gesichtspunkt» besteht aus 1620 Fichtenhölzern. Ihm liegt ein Porträt zugrunde. «Ich habe die Hölzer vor zwei Wochen bemalt, und in der folgenden Woche haben mein Partner, ein Helfer aus Bad Ragaz und ich die Skulptur zusammengeschraubt», erklärt Hohmeister. 4000 Schrauben halten die Skulptur zusammen, sie misst 2,2 Meter auf 2,7 Meter.

Im Rahmen der «Bad RagARTz» versuche sie immer wieder Neues, sagt Hohmeister. «Ich bin sonst eher Malerin», erklärt sie. Oft dreht sich ihr Schaffen dabei um das Gesicht des Menschen.

«Ich arbeite dabei immer mit starken Farben und das erkennt man auch bei den Skulpturen»,

findet Hohmeister. Die kleinere Version von «Gesichtspunkt» wurde bereits in der Galerie Bachlechner in Bergdietikon ausgestellt. Sie ist bereits verkauft worden.

An der Eröffnung von «Bad RagARTz» werden Babs Ernst und Carla Hohmeister anwesend sein. Die rund 80 Künstlerinnen und Künstler werden nämlich Interessierten gerne zu ihren Kunstwerken Auskunft geben. Ein Fest wie in anderen Jahren wird es dieses Mal aber pandemiebedingt nicht geben.

Die Freiluftausstellung funktioniert mit wenigen Einschränkungen

Das Konzept der Ausstellung lässt sich aber grundsätzlich auch in Coronazeiten gut umsetzen. «Wir hatten nur einen Plan A, da alles unter freiem Himmel ist», sagt Armando Bianco, Medienverantwortlicher der Ausstellung und Schwiegersohn von Esther und Rolf Hohmeister. Es gelten die Regeln des Bundesamts für Gesundheit (BAG), sonst gebe es aber keine weiteren Einschränkungen, sagt Bianco. Ausser: Die Führungen durch die Ausstellung sind nun auf 15 Personen begrenzt, früher waren es 25 Personen.

Neu ist bei der achten Ausgabe auch die Ortschaft Valens als Ausstellungsort mit dabei, dafür Vaduz nicht mehr. «Aber eventuell ist Vaduz 2024 wieder dabei», sagt Bianco. Dann findet die nächste Skulpturenausstellung statt.