Dietikon
Mehr Bäume, weniger Spuren: Wie das Loch im künftigen «Stadtboulevard» gefüllt wird

Für 1,5 Millionen Franken will der Kanton die letzten 200 Meter der Zürcherstrasse im Dietiker Zentrum erneuern und aufwerten. Die Stadt hatte lange und intensiv für das Bauprojekt gekämpft.

Florian Schmitz
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Blick auf die Zürcherstrasse in Richtung Schlieren: Das Teilstück ohne Tramgleise (im Hintergrund biegt das Trassee links in die Poststrasse Richtung Bahnhof ab) im Dietiker Zentrum wird nächstes Jahr aufgewertet.

Blick auf die Zürcherstrasse in Richtung Schlieren: Das Teilstück ohne Tramgleise (im Hintergrund biegt das Trassee links in die Poststrasse Richtung Bahnhof ab) im Dietiker Zentrum wird nächstes Jahr aufgewertet.

Ruedi Burkart

Er sei sehr froh, dass jetzt «nach zähen und intensiven Verhandlungen mit dem Kanton» eine Lösung vorliege, sagt Roger Bachmann (SVP). Der Dietiker Stadtpräsident spricht die letzten knapp 200 Meter der Zürcherstrasse im Zentrum an, die vom Kanton für 1,5 Millionen Franken erneuert und aufgewertet werden. Zurzeit liegt das Bauprojekt öffentlich auf.

Weil die Limmattalbahn im Zentrum einen Schlenker zum Bahnhof machen wird, ist der Strassenabschnitt zwischen Post- und Bahnhofsstrasse nicht vom Bahnbau betroffen. Als die Stadt sich Anfang 2015 mit der Limmattalbahn AG über die Linienführung zum Bahnhof einigte, war die Aufwertung des bahnlosen Teilstücks für sie eine wichtige Ersatzmassnahme. Zuvor hatte sich die Stadt in einer Einsprache gegen die Linienführung noch die direkte Weiterfahrt über die Zürcherstrasse gefordert.

Mit dem Bau der Limmattalbahn wird die Hauptverkehrsachse durch das Dietiker Zentrum – bestehend aus Zürcher-, Zentral- und Badenerstrasse – entlang der Gleise aufgewertet. Ohne das nun vorliegende Bauprojekt hätte der künftige «Stadtboulevard» in der Mitte eine Loch, sagt Bachmann. «Die Achse muss wie aus einem Guss daherkommen.»

Der Platz für Velos nimmt zu, die Anzahl Parkplätze ab

Der Kanton plant, die aktuell vier Fahrspuren auf dem letzten Abschnitt der Zürcherstrasse zu Gunsten von Velostreifen und Gehwegflächen auf zwei zu reduzieren. Beim Projekt stehen besonders die Erhöhung der Verkehrssicherheit und die Aufwertung des Stadtraums im Fokus, wie dem Projektbericht zu entnehmen ist.

Für mehr Sicherheit sollen neue Schutzinseln und ein – besonders für Schülerinnen und Schüler nützlicher – zusätzlicher Fussgängerstreifen auf Höhe Schulstrasse sorgen. Die Aufwertung soll mit Bäumen, zusätzlicher Möblierung und einer Verbreiterung des nördlichen Trottoirs erreicht werden. Bei der Umgestaltung wird die Anzahl Parkplätze entlang der Strasse reduziert. Zudem werden im Rahmen der Bauarbeiten diverse Werkleitungen erneuert.

Wieso die gleiche Strasse erneut aufgerissen wird

Wer in den vergangenen Jahren regelmässig über die Zürcherstrasse in Dietikon gefahren ist, könnte ob der Nachricht des Bauprojekts stutzig werden. Das letzte Teilstück der Zürcherstrasse zwischen Post- und Bahnhofstrasse ist in einem guten Zustand, weil es erst im Sommer 2015 letztmals vom Kanton saniert wurde. Hätten diese Arbeiten nicht mit dem aktuellen Bauprojekt koordiniert werden können? «Die Strasse war in einem so schlechten Zustand, dass Sofortmassnahmen dringend erforderlich waren», erklärt Thomas Maag, Sprecher der kantonalen Baudirektion. Zudem bewilligte das Stimmvolk die Bahn erst im November 2015, ruft er in Erinnerung. Trotzdem habe der Kanton den anstehenden Bau der Limmattalbahn bei der Sanierung berücksichtigt und deshalb nur die nötigsten Arbeiten wie die Erneuerung des Deckbelags ausgeführt. (flo)

Stadtpräsident Bachmann freut sich, dass die städtischen Bemühungen gefruchtet haben. «Ohne unseren Einsatz wäre kein Projekt zustandegekommen», ist er überzeugt. Weil die Zürcherstrasse eine Kantonsstrasse ist, habe die Stadt sich massiv beim Kanton dafür eingesetzt, dass die bauliche Aufwertung nun Realität wird. Besonders in den letzten zwei, drei Jahren hätten sich die Verhandlungen wegen des fortschreitenden Baus der Limmattalbahn intensiviert. Denn das Projekt müsse aus Effizienzgründen zwingend auf den Bahnbau abgestimmt werden, sagt Bachmann.

Bauarbeiten sollen Anfang 2022 starten

Die Realisierung soll planmässig Anfang 2022 starten und rund neun Monate dauern. In der ersten, zirka fünf Monate langen Bauphase wird die südliche Strassenseite erstellt und der Verkehr nur einspurig in Fahrtrichtung Zentrum geführt. In Gegenrichtung muss über die Bremgartner-, Schönegg- und Asylstrasse ausgewichen werden. Das als grosser Kreisel konzipierte Verkehrsregime bleibt in der rund viermonatigen zweiten Bauphase bestehen. Um die nördliche Seite der Zürcherstrasse zu erneuern, wird die Fahrbahn auf die bereits fertiggestellte Seite verlegt.