Dietikon
Löschen im Akkord: So verlief der 24-Stunden-Einsatz der Jugendfeuerwehr Bezirk Dietikon

Die Mitglieder der Jugendfeuerwehr Bezirk Dietikon haben ihre Abschlussübung erfolgreich durchgeführt. Dabei mussten sie lange durchhalten.

Oliver Graf Jetzt kommentieren
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Die Jugendfeuerwehr Bezirk Dietikon im 24-Stunden-Einsatz.

Die Jugendfeuerwehr Bezirk Dietikon im 24-Stunden-Einsatz.

Oliver Graf

Sie seien langsam schon etwas müde, räumen einige Mitglieder der Jugendfeuerwehr Bezirk Dietikon am frühen Samstagnachmittag ein, als sie neben der Abfallsammelstelle Giessacker in Geroldswil die nassen Leitungsschläuche zusammenrollen und die Rettungsbahre im Einsatzfahrzeug verstauen. Doch genug haben sie noch lange nicht: «Das war jetzt aber nicht schon der letzte Einsatz, oder?», fragen sie Michal Felt.

Der Ausbildungschef, der auch Kommandant der Feuerwehr Geroldswil-Oetwil ist, meint lachend: «Was als Nächstes kommt, weiss man bei der Feuerwehr nie.» Da komme schon noch ein Feuer oder ein Unfall, entgegnet eine Jugendliche. Es seien ja erst 20 Stunden vergangen, die 24-Stunden-Übung dauere also noch etwas an. Und kurz darauf erfolgt die Alarmierung: In Schlieren hat sich ein Unfall ereignet. Eingerückt waren die zwischen 13 und 17 Jahre alten Mitglieder der Jugendfeuerwehr bereits am Vortag um 19 Uhr.

 Voll im Einsatz: In Schlieren trafen die Jugendlichen auf ein brennendes Auto.

Voll im Einsatz: In Schlieren trafen die Jugendlichen auf ein brennendes Auto.

Oliver Graf

Die Jugendlichen müssen auch neue Situationen bewältigen können

Am Freitagabend hatten sie zunächst übungshalber zwei Brandereignisse zu bewältigen. Mitten in der Nacht wurden die rund 30 Nachwuchskräfte in der Zivilschutzanlage Kessler in Oberengstringen wegen einer Ölspur auf der Strasse geweckt, um sechs Uhr folgte ein Containerbrand. An ihrer Jahresschlussübung wenden die Jugendlichen an, was sie in den vorangegangenen monatlichen Übungen gelernt haben, erklärt Felt. Gleichzeitig werden sie aber auch mit Neuem konfrontiert. Denn auch bei Einsätzen gebe es immer neue Situationen, und jedes Mal müsse man sich neu orientieren und lösungsorientiert arbeiten.

Neue Lösungen mussten die Mitglieder der Jugendfeuerwehr beispielsweise am Samstagvormittag suchen: Zum ersten Mal haben sie eine Tierrettung geübt. So galt es in Weiningen unter anderem Kälbchen einzufangen und eine Kuh zu führen. Am Nachmittag standen zwei Unfälle an. In Geroldswil bei der Abfallsammelstelle waren gemäss Szenario zwei Autos miteinander kollidiert – eines ging in Flammen auf, im anderen war eine Person eingeklemmt. In Schlieren brannte auf der Pischte 52 ebenfalls ein Auto, zudem war bei einem Arbeitsunfall ein Mann unter eine Baggerschaufel geraten.

Unfallszenario: In Geroldswil mussten die Jugendlichen eine Person aus einem Auto bergen.

Unfallszenario: In Geroldswil mussten die Jugendlichen eine Person aus einem Auto bergen.

Oliver Graf

In der Jugendfeuerwehr lernen die Nachwuchskräfte alles, was es braucht: Am Ende ihrer Ausbildung können sie mit 18 Jahren ohne weitere Prüfung in eine der Limmattaler Feuerwehren übertreten. Den obligatorischen fünftägigen Grundkurs haben sie da bereits absolviert, die Abläufe und die verschiedenen Fahrzeuge und Maschinen kennen sie. «Sie sind dann gleich voll einsatzfähig», sagt Felt.

Ausbildungschef lobt den Einsatz der Jugendlichen

Bei ihrer Abschlussübung haben sich die Jugendlichen gut geschlagen, wie es sich bei den verschiedenen Übungsbesprechungen zeigte. Sie hätten gut gearbeitet und auch rasch auf die Hinweise des Einsatzleiters reagiert, meinte Felt.

«Das ist im Ernstfall wichtig, denn an der Front ändert sich die Situation oft, den Überblick hat man von etwas weiter hinten.»
Kaum müde Beine: Die Jugendlichen erhielten ein grosses Lob für ihren Einsatz.

Kaum müde Beine: Die Jugendlichen erhielten ein grosses Lob für ihren Einsatz.

Oliver Graf

Und am Ende gab es ein dickes Lob: «Super Einsatz, und auch nach mehr als 22 Stunden ohne viel Schlaf seid ihr noch gerannt und habt das schwere Gerät gepackt», lobte der Ausbildungschef in Schlieren, bevor es zu den letzten Minuten des langen Einsatzes – dem gemeinsamen Nachtessen – ging.

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