Dietikon
Konzert mit Zugabe: Im Pfarreizentrum St. Agatha erwacht der Frühling

Pianist Simon Nádasi und Sopranistin Olga Papikian überzeugen an ihrem Frühlingskonzert in Dietikon. Zwei Dutzend begeisterte Zuhörer waren dabei.

Céline Geneviève Sallustio
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Pianist Simon Nádasi und Sopranistin Olga Papikian können endlich wieder auftreten.

Pianist Simon Nádasi und Sopranistin Olga Papikian können endlich wieder auftreten.

Céline Geneviève Sallustio

Das lange Warten hat ein Ende. Nach über einem halben Jahr ohne Konzerte durften die Sopranistin Olga Papikian und der Pianist Simon Nádasi endlich wieder vor Publikum auftreten. Die beiden Musiker luden am Sonntag in das Dietiker Pfarreizentrum St. Agatha zu ihrem Frühlingskonzert.

Doch die Freude über den Auftritt werde von einem Gefühl von beständiger Hoffnungs- und Perspektivlosigkeit der letzten Monate überschattet – noch. «Bevor wir uns wieder richtig auf Konzerte freuen können, muss zuerst etwas Normalität einkehren», sagte Papikian. Auch für ihren Mann ist es ungewohnt, wieder vor Publikum zu spielen. Doch seine Freude überwiegt: «Ich bin glücklich darüber, dass wir die schönen Klänge, die unseren Beruf beinhalten, wieder mit den Menschen teilen dürfen, die sie gerne hören», sagte Nádasi.

Das Präludium begann mit harmonischen Klängen von Johann Sebastian Bach, die Nádasi mit grosser Leidenschaft auf dem Ibach-Flügel spielte. Den Barockstil löste er durch die kontrastreiche Musik der Wiener Klassik ab. Mozarts fröhliche, schnelle Passagen wechselten sich mit ruhigeren, melancholischen bis hin zu aufbrausenden ab. Ein Kontrast, den der Pianist gekonnt umsetzte. Und auch die klare und voluminöse Stimme der Sopranistin erfüllte das Pfarreizentrum. Das Duo erweckte den Eindruck, tief in den Tönen versunken zu sein. Worte brauchte es nicht: Zwischen den Musikstücken schenkten sie sich ein Lächeln.

Dass die beiden erst kurz vor Konzertbeginn probten, hätte wohl niemand im Publikum vermutet. Weil die Durchführung des Anlasses bis in letzter Minute ungewiss war, griffen die beiden auf ihr grosses, bereits eingespieltes, Repertoire zurück.

Das begeisterte Publikum wollte eine Zugabe

Der Schlussapplaus des Publikums war so gross, dass er das Duo zu einer Zugabe ermutigte. Als Nachtrag zum Muttertag spielten sie das wohl berühmteste italienische Lied «Mamma» von Cesare Bixio. Die rund zwei Dutzend Zuhörerinnen und Zuhörer zeigten sich angetan vom rund einstündigen Konzert: «Die Sopranistin hat ein grosses Volumen. Es ist sehr beeindruckend, was sie zu bieten hat», meinte Esther Huber aus Schlieren. Seit ihrem letzten Konzertbesuch im November, bei dem ebenfalls das Duo aufgetreten ist, habe sie den Genuss von live vorgetragenen klassischen Klängen vermisst. Auch Olga Gürel aus Regensdorf ist immer wieder fasziniert von der Professionalität und Erfahrung ihrer Gesangslehrerin.