Dietikon
Kampf gegen Zigarettenstummel: Das Flugverbot kommt zurück

Im konstanten Bemühen um eine saubere Stadt will Dietikon seine auf achtlos weggeworfene Zigistummel ausgerichtete Präventionskampagne wieder aufgreifen. Am wirkungsvollsten seien solche Kampagnen, wenn sie aufpoppen und wieder verschwinden.

Florian Schmitz
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In einem witzigen Video hatte das Duo Lapsus zum Start der Flugverbotskampagne auf die Gefahren von weggeworfenen Zigarettenstummeln hingewiesen.

In einem witzigen Video hatte das Duo Lapsus zum Start der Flugverbotskampagne auf die Gefahren von weggeworfenen Zigarettenstummeln hingewiesen.

Bild: zvg

Gemeinsam mit dem Duo Lapsus erliess die Stadt Dietikon im September 2020 ein Flugverbot. Ein humorvolles Video, das gut tausendmal angeklickt wurde, lancierte eine Plakatkampagne gegen Zigarettenlittering. Mit neun Sujets machte die Stadt auf die Gefahren achtlos weggeworfener Nikotinstängel aufmerksam. Bis November 2020 hingen die Plakate beidseitig auf den sieben mobilen städtischen mobilen Plakatständern, die jeweils zum Beginn des Winterdiensts wieder weggeräumt werden.

«Die Kampagne um das Flugverbot hat kein Ablaufdatum und wird weitergeführt», schreibt der Stadtrat nun in seiner Antwort auf eine Anfrage von Manuela Ehmann. Die EVP-Gemeinderätin hatte sich bei der Stadt erkundigt, wieso die Kampagne aus dem Stadtbild verschwunden sei und wann sie wieder neu gestartet werde. Dazu schreibt der Stadtrat:

«Erfahrungsgemäss sind Kampagnen wirkungsvoller, wenn sie aufpoppen und dann wieder verschwinden, um dann später erneut aufzutauchen.»

Die Lancierung der Plakatkampagne gegen Zigarettenlittering mit dem Duo Lapsus.

Bild: Youtube Stadt Dietikon

Rückkehr beschlossen, Termin noch offen

Aktuell seien die Plakatflächen von anderen städtischen Kampagnen belegt. Zu viele gleichzeitige Kampagnen würden die Wirkung der einzelnen Aktionen reduzieren, erklärt die Stadt. «Sobald die mobilen Plakatständer frei sind, werden die Plakate wieder ausgehängt», heisst es weiter. Der genaue Termin sei allerdings noch offen.

Der Stadtrat ist mit der Kampagne insgesamt bisher zufrieden. Mit kleinem Budget sei eine beachtliche öffentliche Wirkung erzielt worden, und die öffentliche Resonanz sei durchweg positiv gewesen. Das Motto «Dietikon bleibt sauber» hatte die Stadt von einer bereits 2017 gestarteten Litteringkampagne übernommen.

Die für die Kampagne entworfenen Sujets seien in der Zwischenzeit auch anderweitig genutzt worden. So wurde der Abfallkalender 2021 erstmals mit Infos gegen das Zigarettenlittering bedruckt – auf der zuvor weissen Rückseite. Und für die Taschenaschenbecher, welche die Stadt verschenkt, wurde mit dem bestehenden Design ein Flyer entworfen.

Stadt setzt sich auf vielen Ebenen für mehr Sauberkeit in Dietikon ein

Littering und im Speziellen Zigarettenkippen seien ein fortdauerndes Thema, das die Allgemeinheit und die Stadt noch länger beschäftigen werde, schreibt der Stadtrat weiter. Entsprechend bemüht sich die Stadt auf verschiedenen Ebenen für mehr Sauberkeit in Dietikon, wie auch die im April erstmals ausgerufene Aktion Frühlingsputzete und die regelmässige Teilnahme am Clean-up-Day zeigen.

Eine Aufnahme des Clean-up-Days 2020 in Dietikon.

Eine Aufnahme des Clean-up-Days 2020 in Dietikon.

Bild: Céline Geneviève Sallustio

Zudem prüft der Stadtrat die Aufnahme des Rauchverbots auf Spielplätzen, für das er sich Ende 2019 auf einen Vorschlag von Gemeinderätin Catalina Wolf-Miranda (Grüne) hin aussprach, in die Polizeiverordnung. Damit würde die rechtliche Grundlage geschaffen, um Raucher auf Spielplätzen zu büssen. Auch das Gespräch mit der Tabakindustrie habe die Stadt bereits gesucht, schreibt der Stadtrat weiter.

Die Stadt sieht grundsätzlich drei Möglichkeiten, um das Littering, also unter anderem die Zigistummel-Flut, einzudämmen: Prävention mit Informationskampagnen und öffentlichen Aschenbechern, Repression mit Bussen und Verzeigungen sowie Symptombekämpfung, sprich: Reinigung. Vor der Pandemie sei abteilungsübergreifend ein Konzept erarbeitet worden, um das Thema Littering auch zusammen mit der Schule umfassend anzugehen, schreibt die Stadt. «Der Start und auch weitere publikumsorientierte Aktionen mussten leider bisher auf Eis gelegt werden.»

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