Am Freitagabend um 17 Uhr setzte die Stadtmusik Dietikon zum Spiel an. Und eröffnete damit das dreitägige Dietiker Stadtfest. Noch hielten die Besucher Regenschirme in der Hand und viel Abstand zur Bühne. Aber es war gleichwohl spürbar und allen anzusehen, dass hier gerade ein Traum Realität wird. Ein historischer Moment. Gut gelaunte Gesichter links und rechts, die Begrüssungen und Handschläge mit grösserer Herzlichkeit als sonst. Ein Auftakt in eine neue Ära, ein Fortschritt in ein Zeitalter, in dem Dietikon regelmässig das veranstaltet, was es zuletzt schmerzlich vermisste – ein regelmässiges Stadtfest, ein wiederkehrendes Erdbeben der Freude. Und auch ein Stolz auf die Stadt, deren Reiz manchmal verkannt wird. «Dietikon ist nicht perfekt. Aber Dietikon ist nie langweilig», sagte der OK-Präsident und alt Stadtpräsident Otto Müller in seiner Grussbotschaft zur Eröffnung.

Das Stadtfest ist auch ein Ort, um Danke zu sagen. «Ihr habt alle einen ganz tollen Job gemacht und Ihr habt Euch irrsinnig eingesetzt», sagte Müller gerichtet an all die elf OK-Mitglieder, die hunderten Helfer, die Sponsoren und Gönner, die Stadtverwaltung, die Politik und viele mehr. Sie alle ermöglichen es, dass die Stadt jetzt drei Tage lang so bewegt ist wie zuletzt vielleicht 1989, als Dietikon seinen 900. Geburtstag feierte.

Überhaupt soll 1989 das Vorbild sein. «Das war wohl die grösste Party, die Dietikon erlebt hat», meinte Stadtpräsident Roger Bachmann in seiner Rede. Und: «Jetzt können wir eine Sause feiern, die uns hoffentlich auch noch lange in Erinnerung bleiben wird.»

An das Stadtfest reisten manche von weit her an. So etwa Vit Rakusan, Bürgermeister der tschechischen Stadt Kolin, Partnerstadt von Dietikon. Acht Jahre lang ist er nun schon Bürgermeister und zum vierten Mal ist er jetzt hier. «Ich fühle mich hier wie zuhause und treffe viele Freunde. Diese Partnerschaft, sie lebt.» So wie die ganze Stadt lebt, so freudig bewegt. Es ist Stadtfest und alle gehen hin.

Moderiert wurde die Eröffnung vom bekannten Dietiker Schauspieler Hanspeter Müller-Drossaart, der Otto Müller, Roger Bachmann und Hans Kollhoff, den Planer und Architekten des Limmatfelds, unterhaltsam interviewte. Danach war die Stadtjugendmusik an der Reihe mit ihrem Umzug durchs Festgelände.