Energieeffizienz
Dietikon ist auf gutem Weg zur goldenen Energiestadt

Der Stadtrat von Dietikon will das Fernwärmenetz der Limeco über Gemeindegrenzen hinaus ausbauen. Die Stadt hat bereits Erfahrung mit der Förderung von Energieeffizienz. Die Voraussetzungen, das Label «Energiestadt Gold» zu erreichen, sind gut.

Katja Landolt
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Dietikon will «goldene Energiestadt» werden.

Dietikon will «goldene Energiestadt» werden.

Bettina Hamilton-Irvine

Das Fernwärmenetz der Limeco soll bis über die Gemeindegrenzen hinaus ausgebaut werden. Weiter seien Verhandlungen bezüglich Vergärung und Stromerzeugung aus Grüngut in der Anlage Werdhölzli geplant. Somit seien die Voraussetzungen für eine regionale Energieplanung bereits gegeben, schreibt der Dietiker Stadtrat in seiner Antwort auf die Anfrage von CVP-Gemeinderat Max Wiederkehr: «Eine Zusammenarbeit mit Nachbargemeinden insbesondere auch zur Ausschöpfung des ökologischen Mehrwerts aus in der Region produziertem Abfall, Grüngut sowie Abwasser ist erwünscht.»

Wiederkehr hatte vom Stadtrat wissen wollen, ob er sich vorstellen könnte, künftig am Unterstützungsprogramm «Energie-Region» oder einem ähnlichen Projekt teilzunehmen. Mit dem Programm «Energie-Region» des Bundes würden Gemeinden fachliche und finanzielle Unterstützung zur verstärkten Nutzung und Förderung von einheimischen und erneuerbaren Energien erhalten, so Wiederkehr in seiner Anfrage. «Darüber hinaus soll auch die Vernetzung vorangetrieben werden.»

Beitrag sei lediglich Starthilfe

Die Stadt Dietikon habe ihre Anstrengungen auf die Analyse und Umsetzung energieeffizienzsteigernder Massnahmen innerhalb der Stadt konzentriert, schreibt der Stadtrat in seiner Begründung, weshalb er sich nicht für das Unterstützungsprogramm beworben hat. «Dietikon, seit 2003 offiziell Energiestadt, verfügt über lange Erfahrung mit einer langfristig abgestützten Energiepolitik und arbeitet ziel- und massnahmenorientiert.» Ausserdem diene das Programm hauptsächlich der Finanzierung, wobei die Hilfe von 20000 Franken lediglich als Starthilfe zu betrachten sei; die Umsetzung der Massnahmen erfordere ein Vielfaches der Mittel.

«Anfang August hat die Energiebeauftragte ihre Tätigkeit aufgenommen», so der Stadtrat auf die Frage, wie stark die Stadt in energiepolitische Netzwerke eingebunden sei. «Mit diesen Ressourcen ist es neben dem laufenden Tagesgeschäft möglich, bereits vorbereitete Energieaktivitäten auszubauen.» Ein regelmässiger Austausch mit Nachbargemeinden für gemeinsame Aktionen sei geplant.

Zu Wiederkehrs Frage, in welchen Bereichen die grössten Herausforderungen für die Rezertifizierung im Jahr 2015 zur Energiestadt Gold bestünden, schreibt der Stadtrat: Der geplante Ausbau des Fernwärmenetzes erfordere eine Aktualisierung des Energieplans, der seit 2003 besteht. «Im Rahmen neuer Gestaltungspläne in Entwicklungsgebieten wird meist neben dem Anschluss ans Fernwärmenetz eine energieeffiziente Bauweise verlangt», so der Stadtrat. «Neu wird im Stadtteil Limmatfeld über ein kaltes Fernwärmenetz die Abwärme der Abwasserreinigungsanlage im Winter zum Heizen und im Sommer zum Kühlen genutzt.»

Auch Private werden unterstützt

Als Beispiele für positive Entwicklungen zählt der Stadtrat unter anderem die Unterstützungsbeiträge an Investitionen Privater und KMUs in erneuerbare Energien beziehungsweise hochwärmegedämmte Gebäude von jährlich bis zu 100000 Franken auf. Weiter werde die Kommunikation der Energieberatung intensiviert. Auch in städtischen Bauten seien Erfahrungen mit Solaranlagen und einem Blockheizkraftwerk gesammelt worden. «In städtischen Bauten mit vergleichsweise hohem Energieverbrauch werden Betriebsoptimierungen eingeleitet», so der Stadtrat. Ausserdem soll der Stromverbrauch der Stadt ökologisiert werden. «Zusammenfassend kann festgestellt werden, dass die Energiestadt Dietikon seit Jahren bestrebt ist, die Effizienz des Energiehaushaltes zu verbessern», so der Stadtrat. Die Stadt verfüge über gute Voraussetzungen, das Label Energiestadt Gold zu erreichen.