Dietikon
In der Zeit stehen geblieben: Der «Dietikon Projektraum» zeigt eine neue Ausstellung über Stagnation, Absurdität und Melancholie

Die Ausstellung unter dem Motto «Dictionary of Dullness» vereint Werke von Tobias Bärtsch, Leila Peacock und João Ghira Zinho in der Alten Metzgerei. Für die Ausstellung sei dieses Mal der Ort ein wichtiges Element gewesen, sagt Co-Kurator Lourenço Soares.

Carmen Frei
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Im Fenster der Alten Metzgerei in Dietikon begrüssen drei Werke von Leila Peacock die Besuchenden.
7 Bilder
Auch im Innern erleuchten ihre Kombinationen von Text und Bild die teilweise dunklen Räume.
Aber auch die Bilder von Tobias Bärtsch erhellen den Keller der alten Metzgerei.
Die Projektionen sind mit Textzeilen versehen.
Im Hinterraum läuft ein Filmvorspann auf Dauerschlaufe – ebenfalls ein Werk von Tobias Bärtsch.
Die kleinen Figuren von João Ghira Zinho werden ohne Kontext präsentiert.
Weitere Bilder von Leila Peacock sind in einer Vitrine ausgestellt.

Im Fenster der Alten Metzgerei in Dietikon begrüssen drei Werke von Leila Peacock die Besuchenden.

Carmen Frei / Limmattaler Zeitung

Die neue Ausstellung des «Dietikon Projektraum» thematisiert unter anderem Trostlosigkeit, Stagnation und Einsamkeit. Unter dem Titel «Dictionary of Dullness» zeigt sie seit 25. September und bis zum 17. Oktober Werke von Tobias Bärtsch, Leila Peacock und João Ghira Zinho in der Alten Metzgerei.

Es gehe um das Gefühl der totalen Langeweile, aber auch des Absurden, sagt Lourenço Soares. Er hat zusammen mit Kim Bassen die Ausstellung kuratiert. «Es geht um die Weigerung, zu handeln», erklärt Soares. Um den Stillstand und um das Verweilen in der Schwebe. Ausgestellt sind Zeichnungen, Malereien, aber auch Videos.

Die Eröffnung war erfolgreich

Die Eröffnung der Ausstellung fand bereits am 25. September statt und zog viele Besuchende an. «Wir haben gute Rückmeldungen erhalten», sagt Soares. Die Ausstellung kann noch bis zum 17. Oktober jeweils am Samstag und Sonntag von 14 bis 18 Uhr besucht werden.

Zu sehen sind unter anderem João Ghira Zinhos Malereien von kleinen Figuren auf Leinwänden aus Bettbezügen an der Wand. «Die Figuren werden ohne Kontext präsentiert», sagt Soares. «Sie haben keinen Ausweg aus der Situation.» Es sei ein Gefühl, als wären sie in der Zeit stehen geblieben.

Video und Projektionen warten im Hinterraum und im Keller

Neben statischen Werken zeigt die Ausstellung auch ein Video und Projektionen. In einem Raum läuft ein Film auf einem alten Fernseher in Dauerschlaufe – ein Werk von Tobias Bärtsch. «Es ist ein Film, der im Vorspann stecken geblieben ist», erklärt Soares. Er könne sich gut vorstellen, wie der Metzger oder die Metzgerin hier in der Pause ferngesehen habe. Kunst und Ort würden sich hier verbinden.

Laut Soares ist es die erste Ausstellung, die auf diese Weise vom Ort inspiriert wurde. «In den anderen Ausstellungen haben wir sehr lokal angefangen», sagt er. Thema waren die Baustellen in der Region, die Limmatrenaturierung oder die Geschichte der hiesigen Salamifabrik. «Diese Ausstellung ist mehr aus einem Gefühl, aus einem Raum entstanden.»

Sie stehen hinter dem «Dietikon Projektraum»: Desirée Hieronimus, Lourenço Soares und Kim Anni Bassen. Soares und Bassen sind vor allem kuratorisch tätig, Hieronimus ist für die Vermittlung und den kuratorischen Outreach zuständig.

Sie stehen hinter dem «Dietikon Projektraum»: Desirée Hieronimus, Lourenço Soares und Kim Anni Bassen. Soares und Bassen sind vor allem kuratorisch tätig, Hieronimus ist für die Vermittlung und den kuratorischen Outreach zuständig.

Britta Gut

Die Ausstellung bezieht den Raum mit ein

Auch die Werke von Leila Peacock fügen sich ein in die Alte Metzgerei. Die Künstlerin arbeitet oft mit Text und Licht. Eines ihrer Werke spiegelt sich in den Plattenwänden des Hinterraums. Im Schaukasten beim Eingang der Alten Metzgerei hat sie zudem Vogelbilder und Textzeilen humorvoll kombiniert. Die Art, die Bilder auszustellen, ist an ein naturhistorisches Museum angelehnt.

Die Projektionen von Tobias Bärtsch im Untergeschoss zeigen ebenfalls Kombinationen von Bild und Text. Die Werke seien Standbildern aus einem Film nachempfunden und drückten tiefe Melancholie aus, sagt Soares. Einsamkeit und Melancholie sind auch aktuelle Themen in einer Pandemie. Diese sei aber nicht die treibende Kraft hinter der Ausstellung gewesen, sagt Soares.

Die Ausstellung «Dictionary of Dullness» ist noch bis zum 17. Oktober in der Alten Metzgerei am Kronenplatz 8 in Dietikon zu sehen. Geöffnet ist der «Dietikon Projektraum» am Samstag und am Sonntag jeweils von 14 bis 18 Uhr. Der Eintritt ist gratis. Weitere Informationen findet man auf der Website der «Dietikon Projektraum» unter: www.dietikonprojektraum.ch.

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