Dietikon
«Hätten uns das nicht in unseren kühnsten Träumen vorstellen können» – schon fast 27'000 Franken für «Zeus»-Bar gespendet

Auch ausserhalb von Dietikon haben sich zahlreiche Unterstützer am Crowdfunding für die Kultbar beteiligt. Sowohl die Initianten als auch der Geschäftsführer sind überwältigt von der Solidaritätswelle.

Sven Hoti
Drucken
Teilen
Bewohner aus dem ganzen Bezirk spendeten für die finanziell angeschlagene Bar im Dietiker Zentrum.

Bewohner aus dem ganzen Bezirk spendeten für die finanziell angeschlagene Bar im Dietiker Zentrum.

Archivbild:
zvg (Februar 2016)

Von 0 auf 27'000 Franken innert einer Woche – das Crowdfunding für die Dietiker Kultbar Zeus hat zu einer Solidaritätswelle sondergleichen geführt. «Wir haben nur noch gestaunt», sagt der Mitinitiant und Dietiker Kantonsrat Rochus Burtscher (SVP). «Wir hätten uns das nicht in unseren kühnsten Träumen vorstellen können.»

Aus dem ganzen Bezirk hätten ihn Interessierte per E-Mail oder per Whatsapp kontaktiert, um zu fragen, wie gespendet werden könne, erzählt Burtscher. «Das zeigt die Verbundenheit der «Zeus»-Besucher aber auch der Nicht-«Zeus»-Besucher. Es ist wirklich eine Erfolgsstory. Um den alt Bundesrat Adolf Ogi zu zitieren: ‹Freude herrscht!›»

Esther Wyss-Tödtli vom Gewerbeverein Dietikon sowie SVP-Kantonsrat Rochus Burtscher hatten Anfang vergangener Woche die Spendenaktion für ihre Stammbeiz, die «Zeus»-Bar an der Dietiker Löwenstrasse, mit einem anfänglichen Ziel von 5000 Franken lanciert. Damit wollten sie dem finanziell angeschlagenen Betrieb unter die Arme greifen und die laufenden Kosten wie Löhne, Versicherungen, Miete und Nebenkosten mitfinanzieren.

Auch der «Zeus»-Wirt Stefan Schmucki ist überrascht von der Welle der Solidarität, die über seinen Betrieb geschwappt ist. «Ich bin sprachlos», sagt der Geschäftsleiter. Für ihn hat der Spendenerfolg auch Symbolcharakter: «Es ist für mich ein ‹Mach weiter, gib alles!›»

Zwar erhalte er das Geld erst nach dem Ende der Spendenaktion. Doch bereits der jetzige Erfolg gebe ihm eine gewisse Sicherheit, sagt Schmucki. «Meine Liquidität ist bald weg. Ich kann das Geld gut zur Überbrückung gebrauchen.» Der jetzige Geldbetrag reiche für die Fixkosten des Betriebs (ohne Personal) für etwa zwei Monate. Zusätzlich zu den Spenden habe ihm allerdings auch der Vermieter unter die Arme gegriffen, so Schmucki.

Bis Redaktionsschluss waren von insgesamt 131 Unterstützern knapp 27'000 Franken zusammengekommen. Damit hat das Projekt nach der 5000er-Make bereits locker das zweite Ziel von 13'000 Franken geknackt. Und das Crowdfunding, das über die Plattform «wemakeit» durchgeführt wird, ist noch lange nicht fertig. Es arbeitet mit sogenannten Stretch-Goals, das heisst Ziele, die über die ursprünglich angestrebte Geldsumme hinausgehen.

Während der nächsten 23 Tage – so lange dauert das Crowdfunding noch – kann also weiterhin gespendet werden. Es ist absehbar, dass in den nächsten Tagen und Wochen weitere Marken geknackt werden. «Wir sind guten Mutes», sagt Initiant Burtscher.

Jetzt gelte es, noch den Februar zu überstehen. Würden die bundesrätlichen Massnahmen und somit die Schliessung der Restaurant- und Barbetriebe bis im Sommer aufrechterhalten, sei eine zweite Spendenaktion für das «Zeus» nicht ausgeschlossen, sagt der SVP-Kantonsrat. «Denn eine Unterstützung vom Staat alleine ist auch kein Leben.»

«Zeus»-Spendenaktion

Falls Sie die «Zeus»-Bar ebenfalls mit einem Geldbetrag Ihrer Wahl unterstützen möchten, können Sie das hier tun.