«Weisst du, was das Gute ist?», fragte ein Zuschauer der Partie zwischen Dietikon und Pajde seinen Kollegen. «Wer aufsteigt, kann auch wieder absteigen.» Der bekennende Pajde-Fan brachte die Binsenweisheit, kurz nachdem das 2:0 für Dietikon und somit die Vorentscheidung im Spitzenkampf zwischen dem Leader und dem Tabellenzweiten gefallen war. Offenbar glaubt er nicht mehr daran, dass die Dietiker an der Tabellenspitze noch abgefangen werden können.

Es spricht momentan in der Tat vieles für die Limmattaler. Sie haben als Leader dank des Sieges am Samstag einen Vorsprung von nunmehr sechs Punkte auf den ersten Verfolger, der neu Freienbach heisst, da auch Wettingen verloren hat. Zwar sind noch zehn Runden zu spielen, doch die Dietiker haben momentan einen Lauf wie schon lange nicht mehr: Seit sieben Spielen haben sie nicht mehr verloren, in der Rückrunde haben sie gar alle drei bisherigen Spiele gewonnen. Gegen Freienbach (2:1), Einsiedeln (6:1) und jetzt gegen Pajde.

Mässiger Start ins Spiel

Gegen den Tabellenzweiten mussten die Limmattaler in den ersten 20 Minuten allerdings meist hinterherrennen. Die Gäste aus Möhlin starteten forsch und bereiteten den Limmattalern damit grosse Mühe. Nach nicht mal zehn Minuten kamen sie durch Anto Franjic zu einer ersten, hervorragenden Torchance, doch Dietikons Torhüter Predrag Pribanovic konnte in höchster Not den Gegentreffer verhindern. Dann ein Freistoss von Bojan Kalezic, der knapp am Dietiker Gehäuse vorbeiflog. Und im Anschluss nochmals Franjic mit einer Chance.

Die Dietiker hatten bis zu diesem Zeitpunkt zwei harmlose Schüsse aufs Pajde-Tor abgegeben und schienen überrascht von der Gangart der Gäste. «Am Anfang standen wir unter Druck», sagte Dietikons Stürmer Aleandro Norelli. Doch dann kamen auch die Limmattaler zu ihren Chancen. Erst scheiterte Milan Marjanovic nach einer schönen Einzelaktion an Pajde-Torhüter Mehdi Dahmani, dann schoss Norelli den Ball knapp übers Tor, nachdem er zuvor zwei Gegenspieler ausgetanzt hatte. Die grösste Chance in der ersten Halbzeit hatte aber Blazenko Klaric: Nach einem Konter wurde der Dietiker Stürmer steil angespielt und konnte alleine auf Dahmani zulaufen, sein Ball prallte jedoch an den Pfosten.

Nach der Pause erhöhten die Limmattaler den Druck. Klarics Querpass in den Strafraum konnten die Gäste klären, dann hatte Pajdes Schlussmann Dahmani Glück, dass er einen hohen Ball von Muhamed Alghoul gerade noch über die Latte lenken konnte. Der anschliessende Eckball landete bei Klaric, der quer in den Strafraum passte. Und dort stand Adin Sljivar genau richtig und drückte den Ball über die Linie, womit Dietikon 1:0 in Führung lag. Es war das zweite Tor für den Verteidiger, der eigentlich als Mittelfeldspieler geholt wurde, sich aber in der Defensive wohler fühlt, wie er sagt.

Für das zweite Dietiker Tor war dagegen einer zuständig, der letzte Saison noch als Verteidiger spielte und mittlerweile als Sturmspitze agiert: Aleandro Norelli. Nach 20 gespielten Minuten in der zweiten Halbzeit profitierte er vom Einsatz von Klaric, der den Ball gerade noch vor der Aussenlinie erwischte und ihn zur Mitte spitzeln konnte. Norelli hielt den Fuss hin, und schon stand es 2:0 für die Limmattaler.

Am Ende ein souveräner Sieg

Der zweite Gegentreffer innert sechs Minuten gab den Gästen einen Dämpfer. Zu richtig guten Chancen kamen sie nicht mehr, nur Dino Dizdarevic kam wenige Minuten vor Schluss noch zu einem Torschuss, doch der Ball flog über die Latte. Am Ende konnten die Dietiker einen souveränen Sieg feiern. «Wir haben verdient gewonnen», sagte Sljivar, «auch wenn wir am Anfang zu viel Respekt hatten.» Dass die Dietiker momentan auch Partien gewinnen, in denen sie zu Beginn unten durch müssen, liegt laut Norelli an der Vorbereitung. «Wir hatten drei Monate Pause und haben diese gut genutzt», sagt der Stürmer. «Wir konnten sehr viel machen.»

Das könnte sich am Ende der Saison auszahlen, wenn es um den Aufstieg geht. «Klar wären wir froh, wenn es klappen würde», sagte Norelli. «Aber wir haben in jedem Spiel dasselbe Ziel: Wir wollen gewinnen. Und dieser Sieg war besonders wichtig.»