Dietikon
Grünliberale setzen bei den Stadtratswahlen 2022 auf Gemeinderat Sven Johannsen

Sven Johannsen wird nach 2018 im kommenden Jahr erneut für den Stadtrat kandidieren. Weil die Ortspartei sich in Dietikon seit der letzten Wahl stark entwickelt habe, steigen die Grünliberalen trotz starker Konkurrenz optimistisch in den Wahlkampf.

Florian Schmitz
Drucken
Teilen
GLP-Gemeinderat Sven Johannsen will 2022 in den Stadtrat einziehen.

GLP-Gemeinderat Sven Johannsen will 2022 in den Stadtrat einziehen.

zvg

«Ich will Dietikon als attraktiven Wohn- und Arbeitsort weiter aufbauen und fördern», sagt Sven Johannsen. Nachdem er seit acht Jahren für die Grünliberalen im Gemeinderat politisiert, kandidiert der 47-Jährige am 13. Februar 2022 nach 2018 zum zweiten Mal für die Stadtratswahlen. Am Mittwoch teilte die GLP-Ortspartei mit, dass sie montags an ihrer Mitgliederversammlung Johannsen einstimmig nominierte. Ein wichtiger Faktor, um Dietikon als Standort aufzuwerten, sei die Bildung, sagt er. Mit einem Fokus auf ein gutes schulisches Angebot wolle er Dietikon für Familien attraktiver machen.

Auch für gut ausgebaute und sichere Fuss- und Velowege sowie gute Verkehrsanbindungen für das Gewerbe und die Bevölkerung will Johannsen sich einsetzen, um die Lebensqualität in der Stadt zu erhöhen. «Ich lebe seit 16 Jahren sehr gut ohne Auto hier», sagt er. Dabei sei es in Dietikon besonders wichtig, die laufenden Ausgaben im Griff zu haben und auf einen gesunden Finanzhaushalt zu achten.

«Aber wir dürfen nicht bei wichtigen Investitionen sparen, wenn es darum geht, langfristige Verbesserungen zu erzielen»,

sagt der studierte Betriebsingenieur, der seit zehn Jahren in Kaderpositionen als Business Developer in der Medizintechnikbranche arbeitet.

Grünliberale wollen als Brückenbauer sachliche Lösungen

«Er ist ein aufmerksamer Zuhörer, der sich gerne alle Meinungen anhört und sehr pointiert zusammenfassen und kommentieren kann», sagt Beat Rüfenacht, Präsident der Grünliberalen Dietikon und Co-Präsident der Bezirkspartei. Weil er zudem komplexe Vorgänge schnell begreife und gut einordne, könne er daraus ausgewogene Entscheidungen ableiten. Dazu Rüfenacht: «Er bleibt immer sachlich und verstrickt sich nicht in ideologische Diskussionen.» Deshalb hätten seine Vorstösse im Gemeinderat auch von links bis rechts so viel Unterstützung. Das passe perfekt zu den Grünliberalen, die als Brückenbauer sachliche Lösungen voranbringen wolle. «Und rhetorisch ist er top», ergänzt er.

Von der politischen Mitte aus könne er gut auf beide Pole zugehen und Menschen mit vernünftigen Lösungen zusammenbringen, sagt Johannsen. In den letzten acht Jahren sei ihm dies im Gemeinderat gut gelungen und er habe viel wertvolle Erfahrung gesammelt. «Ich kenne das politische Spektrum in Dietikon mittlerweile sehr gut.» Er sei überzeugt, dass er sich auch gut im Stadtrat einbringen und mit allen kooperieren könnte.

Die Ortspartei ist in den letzten vier Jahren gewachsen

Obwohl die Konkurrenz mit fünf Bisherigen und vier Frauen stark sei, rechnet Rüfenacht für 2022 mit besseren Chancen als noch 2018, als Johannsen bei seinem ersten Anlauf auf dem elften von zwölf Plätzen landete. Er sagt:

«Wir haben in den letzten vier Jahren erfolgreiche Aufbauarbeit geleistet und zunehmend Unterstützung erhalten – auch weil sich Sven Johannsen im Rat etablieren konnte. Wir sind in der Dietiker Politik angekommen.»

Und damit die Bevölkerung im Stadtrat optimal repräsentiert werde, sei mehr Parteienvielfalt wichtig.

Auch Johannsen, der die Dietiker Grünliberalen vor neun Jahren mitgründete, stimmt die Entwicklung zuversichtlich. «Aber wir sind immer noch eine junge Partei», sagt er. Auch wenn er die Wahl im Februar verpassen würde, bleibt er für die Zukunft optimistisch. «Nachhaltigkeit heisst für uns auch, dass wir hartnäckig dranbleiben, um unsere Ziele zu erreichen. Auch wenn es länger dauert.»

Kommen noch überraschende Aussenseiterkandidaturen?

Mit der GLP-Nominierung haben sich nun alle Parteien, die vor vier Jahren antraten, für die Stadtratswahlen positioniert. Weitere Kandidaturen können noch bis zum 23. November eingereicht werden. Anfang Dezember werden dann die endgültigen Wahlvorschläge veröffentlicht. Auch ohne Parteilose ist die Ausgangslage mit zehn Kandidatinnen und Kandidaten für die sieben Sitze spannend.

Die SVP und die SP wollen mit Zweiertickets einen zusätzlichen Sitz erobern. Und mit Rolf Schaeren (Mitte) und Heinz Illi (EVP) treten nur zwei Stadträte nicht mehr an. Stadtpräsident Roger Bachmann (SVP), bisher der einzige Kandidat für das Präsidium, Anton Kiwic (SP), Philipp Müller (FDP), Lucas Neff (Grüne) und Reto Siegrist (Mitte) stellen sich wieder zur Wahl. Nachdem 2018 ausschliesslich Männer antraten, sind mit Kerstin Camenisch (SP), Manuela Ehmann-Nydegger (EVP), Mirjam Peter (SVP) und Catherine Stocker-Mittaz (Mitte) heuer vier Frauen am Start.

Aktuelle Nachrichten