Dietikon
Mehr Biodiversität: Grüne haben zusammen mit Natur- und Vogelschutzverein eine Initiative lanciert

Ein sechsköpfiges Initiativkomitee fordert einen Rahmenkredit von 900'000 Franken, um mehr ökologisch wertvolle Flächen in der Stadt zu schaffen. Nun sammeln sie Unterschriften.

Virginia Kamm
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Mehr Biodiversität bei Grünflächen kommt Insekten und somit auch Vögeln zugute.

Mehr Biodiversität bei Grünflächen kommt Insekten und somit auch Vögeln zugute.

Britta Gut

In Dietikon soll die Artenvielfalt erhöht werden. Dies fordert ein sechsköpfiges Initiativkomitee bestehend aus Mitgliedern der Grünen und des Natur- und Vogelschutzvereins Dietikon. Sie fordern einen Rahmenkredit von 900'000 Franken für die Jahre 2023 bis 2025, um «den Anteil ökologisch wertvoller Flächen auf dem Gemeindegebiet zu erhöhen und deren Vernetzung zu fördern», wie das Komitee in einer Mitteilung schreibt. Nun bleiben den Initiantinnen und Initianten sechs Monate Zeit, um 500 Unterschriften für die Initiative zu sammeln, damit diese zustande kommt. Am 13. November führen sie die erste von mehreren geplanten Standaktionen am Frischmarkt auf dem Kirchplatz durch.

«Wir haben den Initiativtext bewusst möglichst offen formuliert und wollen damit alle Teile der Gesellschaft ansprechen», sagt Oliver Grübner, Vertreter des Komitees, Vorstandsmitglied und Gemeinderatskandidat der Grünen, auf Anfrage. Wofür die Stadt letztlich wie viel Geld einsetzt, liege in den Händen des Stadtrats. «Konkret wünschen wir uns, dass bei privaten Gartenbesitzern ein Bewusstsein für Biodiversität geschaffen wird, zum Beispiel durch eine beratende Unterstützung», sagt er. Seinen Garten biodiversitätsfördernd umzugestalten, bringe gewisse Vorteile mit sich: «Einerseits wird der eigene Garten aufgewertet, andererseits finden Insekten und Vögel mehr Futter», sagt er.

Sie prophezeien mehr Lebensqualität in heissen Sommermonaten

Auch Landwirte sollen verstärkt durch die Stadt Unterstützung erhalten, sagt Grübner. Diese könnten mit der Errichtung von Ausgleichsflächen zwischen ihren Feldern, Steinhügeln und Holzhaufen Lebensräume für Insekten schaffen. «Ausserdem könnten sie Wildblumen säen und weniger Pestizide verwenden», sagt er. Doch nicht nur Private, auch die Stadt selber soll Massnahmen ergreifen. Grübner sagt:

«Wir wünschen uns eine Aufwertung des Strassenraums. Der Rapidplatz beispielsweise ist relativ monoton und es fehlen Blütenpflanzen.»

Die zweite Forderung des Initiativkomitees ist die räumliche Vernetzung der zu schaffenden ökologisch wertvollen Flächen. «Eine Vernetzung zum Beispiel durch einen Grünstreifen ist wichtig, damit sich Flora und Fauna von Fläche zu Fläche bewegen können», erklärt Grübner. Dies sei gerade in einer Stadt wie Dietikon zentral, wo es eine hohe Versiegelung gebe und viele Monokulturen zu finden seien. Die geforderten Massnahmen hätten auch angenehme Nebeneffekte, wie das Initiativkomitee schreibt, etwa mehr Schatten sowie Kaltluft- und Frischluftschneisen, welche die Lebensqualität in den immer heisseren Sommermonaten erhöhen würden.

Die in der Initiative geforderten Massnahmen soll die Stadt nicht anstelle von, sondern zusätzlich zu bereits beschlossenen oder geplanten Schritten realisieren. In der Stadtentwicklungsstrategie 2025 aus dem Jahr 2016 finden sich Ziele wie eine hohe Biodiversität und Handlungsfelder wie die Sensibilisierung und Information der Bevölkerung zu deren Förderung.

Der von den Initiantinnen und Initianten geforderte Betrag von 900'000 Franken ist nicht zufällig gewählt, sondern berechnet sich aus 10 Franken pro Einwohner pro Jahr, welche die Stadt investieren soll. «Wir sehen der Unterschriftensammlung positiv entgegen und denken, dass es realistisch ist, die 500 nötigen Unterschriften in sechs Monaten beisammen zu haben», sagt Grübner.

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