Dietikon
Gemeinderat lehnt Postulat knapp ab: Für die Mehrheit ist das Quartier Limmatfeld gut genug ans Zentrum angebunden

Eine knappe Mehrheit des Gemeinderats sieht keinen Handlungsbedarf für eine bessere Verbindung für Velofahrer und Fussgänger vom Dietiker Zentrum ins Limmatfeld.

Florian Schmitz Jetzt kommentieren
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Neben dem Lichtsignal an der Kreuzung und der Brücke für Langsamverkehr neben den Gleisen kann die Überlandstrasse auch über einen weiteren Fussgängerstreifen gequert werden, um ins Limmatfeld zu gelangen.

Neben dem Lichtsignal an der Kreuzung und der Brücke für Langsamverkehr neben den Gleisen kann die Überlandstrasse auch über einen weiteren Fussgängerstreifen gequert werden, um ins Limmatfeld zu gelangen.

Sandro Zimmerli / Limmattaler Zeitung

Der Stadtrat sei erstaunt über das Anliegen, sagte Stadtpräsident Roger Bachmann (SVP): Innerhalb von knapp 300 Metern bestünden mit dem Spanisch-Brötli-Bahn-Weg, der Kreuzung Heimstrasse und dem Fussgängerstreifen nahe der Limmat drei sichere und beleuchtete Möglichkeiten, die Überlandstrasse zu queren. Deshalb wolle der Stadtrat das Postulat von Michael Segrada (FDP) nicht entgegennehmen. Dieser hatte gefordert, die unbefriedigende Situation für den Langsamverkehr zwischen Zentrum und Limmatfeld nochmals zu analysieren und zu verbessern. Denn die Grünphase sei für ältere Leute zu kurz und der Weg an den Bahngleisen gerade in der Rushhour zu eng für Velos und Fussverkehr.

Gemeinderat Ernst Joss (AL) sprach sich für das Postulat aus. Die Überlandstrasse, die im Verkehrskonzept als wichtige Verkehrsachse vorgesehen ist, werde häufig als Umfahrung von Dietikon verkauft, sagte er. Dabei führe sie mitten durch die Stadt. Manuel Paar (SP) sagte:

«Sagen Sie Ja zu dem Vorstoss und geben Sie dem Stadtrat ein Zeichen, dass wir weniger Umfahrungsverkehr mitten durch die Stadt wollen und mehr Verbindung der Quartiere.»

Auch Peter Metzinger (FDP), der selbst im Limmatfeld wohnt, sprach sich klar für eine Überweisung aus. Die Situation sei zwar mit der Sanierung der Überlandstrasse besser geworden. Aber: «Die ganze Planung der Überlandstrasse ist ein Murks», und zu Stosszeiten, wenn Züge ankommen, werde es auf dem Weg ins Limmatfeld so eng, dass viele Fussgänger auf die Quartierstrasse ausweichen, weil das Trottoir zu voll sei.

Mit Toleranz komme man gut aneinander vorbei

Wenn gerade ein Zug angekommen ist, werde es eng, aber mit etwas Toleranz komme man gut aneinander vorbei, sagte Anton Felber (SVP) und hob die vielen Möglichkeiten hervor, um vom Zentrum ins Limmatfeld zu gelangen. Deshalb sehe die SVP keinen Handlungsbedarf. Auch die EVP sprach sich gegen eine Überweisung aus. Zwei Fussgängerstreifen und eine Brücke auf dieser kurzen Distanz seien ausreichend, sagte Christiane Ilg-Lutz.

Von einem hehren Vorstoss, der aber zu spät komme, sprach Beat Hess im Namen der Grünen-Fraktion. Guter Langsamverkehr sei den Grünen sehr wichtig, aber andernorts in Dietikon seien Verbesserungen dringender. Mit 15 zu 12 Stimmen wurde das Postulat schliesslich nicht überwiesen und gilt damit als abgeschrieben.

Ratstelegramm

28 von 36 Gemeinderäten waren zu Beginn der Sitzung anwesend.

Raphael Müller (FDP) ist neu für den aus dem Gemeinderat ausgetretenen Olivier Barthe (FDP) nachgerückt. Bereits von 2013 bis 2016 politisierte er für die FDP im Parlament.

Mike Tau (FDP) hat sein Rücktrittsgesuch aus dem Gemeinderat beim Stadtrat eingereicht.

Christiane Ilg-Lutz (EVP) verlas eine Fraktionserklärung zum aus Sicht der EVP unnötig rauen und beleidigenden Ton an der letzten Gemeinderatssitzung und forderte mehr Toleranz, Re­spekt und Höflichkeit in der Debatte.

Der 1,65-Millionen-Franken-Kredit für die Sanierung des alten Bauamts wurde mit 16 zu 10 Stimmen bei einer Enthaltung gutgeheissen.

Der Gemeinderat genehmigte die 450000 Franken Unterstützungsbeitrag aus der ZKB-Jubiläumsdividende, die der Stadtrat der Grossausstellung Phänomena zukommen lassen will.

Die Interpellation von Manuela Ehmann (EVP) zum zentralen Einkauf in der Verwaltung wurde beantwortet.

Die Interpellation von Beat Hess (Grüne) betreffend nachhaltige öffentliche Beschaffung wurde beantwortet.

Das Postulat von Michael Segrada zur Fussgängerverbindung vom Zen­trum ins Limmatfeld wurde mit 15 zu 12 Stimmen nicht überwiesen.

Weil Andreas Wolf (Grüne) entschuldigt fehlte, wurden seine Interpellation zu öffentlichem W-Lan und sein Postulat zur Landwirtschaftsförderung auf die nächste Sitzung vertagt.

Die nächste Gemeinderatssitzung findet am 4. November mit vorhergehender Fragestunde statt. (flo)

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